Die Gefahr von Cyberangriffen auf deutsche Unternehmen, öffentliche Institutionen und essenzielle Infrastrukturen steigt. Diese zunehmende Bedrohung wird durch eine neue Studie untermauert, die sich auf Daten von Armis Labs stützt.
Trotz steigender Cyberbedrohungen verfügt mehr als ein Viertel der deutschen Unternehmen über keinen Notfallplan für Cyberangriffe.
(Bild: arrow - stock.adobe.com)
Führende IT-Experten weltweit bestätigen eine wachsende Sorge um die Cybersicherheit. Im Hinblick auf die bevorstehenden Europawahlen sind diese Bedenken besonders relevant, da Cyber-Bedrohungen die Integrität und Sicherheit des Wahlprozesses direkt gefährden könnten. Dies könnte das Vertrauen in die Wahlergebnisse ernsthaft untergraben und sich somit tiefgreifend auf die demokratischen Grundlagen Europas auswirken.
Wahrnehmung der Bedrohungen
Der Bericht von Armis „The Invisible Front Line: AI-Powered Cyber Threats Illuminate the Dark Side“ zeigt, dass 57 Prozent der deutschen Unternehmen die potenziellen Auswirkungen von Cyberangriffen als besorgniserregend einstufen, wobei 46 Prozent der Befragten eine unmittelbare Bedrohung wahrnehmen. Trotz dieser hohen Risikowahrnehmung klafft eine erhebliche Lücke in der Vorbereitung: Mehr als ein Viertel der Unternehmen verfügt über keinen Notfallplan für Cyberangriffe. Dies verdeutlicht die kritische Lücke zwischen dem Bewusstsein für die Gefahr und der tatsächlichen Widerstandsfähigkeit gegenüber solchen Angriffen.
Geopolitische Einflüsse
Geopolitische Spannungen, insbesondere mit Ländern wie China und Russland, werden von 45 Prozent der Befragten als treibende Kraft für die Zunahme von Cyberangriffen angesehen. Diese Dynamik führt zu einer komplexen Bedrohungslandschaft, in der staatlich geförderte Cyberangriffe oft nur schwer von Aktionen unabhängiger Gruppen zu unterscheiden sind, was Verteidigungsstrategien erheblich erschwert. Interessanterweise halten 72 Prozent der IT-Experten cyberkriminelle Organisationen für raffinierter und gefährlicher als staatliche Akteure. Diese Einschätzung deutet darauf hin, dass herkömmliche Sicherheitsansätze möglicherweise nicht ausreichen, um sich gegen ausgeklügelte, kriminell motivierte Cyberangriffe zu verteidigen, die sich fortschrittlicher Taktiken und Technologien bedienen. Darüber hinaus stellt diese Einschätzung eine zusätzliche Herausforderung für IT-Sicherheitsteams dar, da sie sich auf das breite Spektrum potenzieller Angreifer einstellen und ihre Abwehrstrategien entsprechend anpassen müssen.
Rechtsnormen als wichtiger Bestandteil der Cyberabwehr
In Europa ist der Aufbau eines soliden Rechtsrahmens von zentraler Bedeutung für die Stärkung der Cybersicherheit in Unternehmen, öffentlichen Einrichtungen und kritischen Infrastrukturen. Der Cyber Resiliency Act, die NIS2-Richtlinie und der Digital Operational Resilience Act (DORA) tragen maßgeblich dazu bei, entscheidende Standards für Cybersicherheitspraktiken zu setzen. Diese gesetzlichen Maßnahmen bilden ein grundlegendes Rückgrat, das Unternehmen dabei unterstützt, ihre Verteidigung gegen ausgeklügelte Cyber-Bedrohungen zu verstärken, einschließlich solcher, die von staatlicher Seite ausgehen.
Die Bedeutung dieser Rahmenwerke geht über die bloße Einhaltung von Vorschriften hinaus; sie fördern einen einheitlichen Ansatz zur Cyberabwehr in Deutschland und Europa. Ein hohes Maß an Bewusstsein für die Bedeutung der Verteidigung ist für die Vorbereitung und den Schutz vor Cyberangriffen unerlässlich. Durch die Einhaltung dieser Vorschriften stellen Organisationen sicher, dass sie Teil einer kollektiven Anstrengung zur Aufrechterhaltung hoher Cybersicherheitsstandards sind, die für die Aufrechterhaltung der Integrität und Sicherheit kritischer digitaler Infrastrukturen unerlässlich sind.
Einsatz KI-gestützter Cybersicherheitslösungen, um wachsenden Bedrohungen zu begegnen
Deutsche Unternehmen und öffentliche Einrichtungen befinden sich an einem Scheideweg. Die Studie wirft ein Schlaglicht auf die große Anfälligkeit dieser Einrichtungen für Cyber-Bedrohungen und offenbart eine beunruhigende Kluft zwischen ihrer wahrgenommenen Sicherheitsbereitschaft und der Realität ihrer Abwehrmaßnahmen. Diese Diskrepanz unterstreicht einen dringenden Aufruf: Die Umsetzung solider Cyberabwehrstrategien, die rechtliche Rahmenbedingungen mit modernsten technologischen Lösungen kombinieren, um Sicherheitsteams zu befähigen und die Widerstandsfähigkeit zu verbessern.
Wir stehen am Beginn einer neuen Ära der Cybersicherheit, in der der Einsatz von KI-gestützten Technologien kein Luxus mehr ist, sondern eine entscheidende Voraussetzung. Herkömmliche Sicherheitsmaßnahmen erweisen sich als unzureichend gegen die ausgefeilten Taktiken nationalstaatlicher Akteure, die über umfangreiche Cyber-Arsenale verfügen. Im Gegensatz dazu bieten KI-gesteuerte Sicherheitstools einen proaktiven Ansatz. Diese Systeme sind so konzipiert, dass sie verwertbare Informationen liefern, die eine frühzeitige Erkennung von Schwachstellen und eine präventive Identifizierung potenzieller Bedrohungen ermöglichen. Durch die Implementierung dieser fortschrittlichen Technologien können deutsche Institutionen ihren Ansatz in der Cybersicherheit von einem reaktiven zu einem proaktiven Paradigma transformieren. Dies ermöglicht es ihnen, im Bereich der Cybersicherheit führend zu bleiben und neue Maßstäbe für das Sicherheitsbewusstsein zu setzen.
Stand: 08.12.2025
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Über den Autor: Peter Machat ist Senior Director, Central EMEA bei Armis.