Definition Notfallplan

Was ist ein IT-Notfallplan?

| Autor / Redakteur: Stefan Luber / Peter Schmitz

Der IT-Notfallplan stellt einen Leitfaden für akute Probleme dar und verfolgt die Ziele, Ausfallzeiten zu minimieren und finanzielle oder andere Schäden zu begrenzen.
Der IT-Notfallplan stellt einen Leitfaden für akute Probleme dar und verfolgt die Ziele, Ausfallzeiten zu minimieren und finanzielle oder andere Schäden zu begrenzen. (Bild: Pixabay / CC0)

Beim IT-Notfallplan handelt es sich um eine Art Handbuch, das Handlungsanweisungen und Notfallmaßnahmen bei Problemen mit der IT beinhaltet. Mit Hilfe des IT-Notfallplans lassen sich Ausfallzeiten verkürzen und die Schäden durch IT-Probleme minimieren.

Der IT-Notfallplan soll bei plötzlich eintretenden Ereignissen und Problemen im IT-Umfeld die Schäden für Organisationen, Unternehmen oder Einzelpersonen begrenzen oder abwenden. Er ist eine Art Handbuch mit einem Katalog von durchzuführenden Maßnahmen und Handlungsanweisungen. Oft besitzt der Notfallplan die Form von Checklisten, die abhängig vom jeweiligen Ereignis abzuarbeiten sind. Ereignisse, bei denen ein Notfallplan Anwendung findet, sind beispielsweise Stromausfälle, technische Störungen, Feuer, Elementarschäden, Einbruch, Vandalismus, Hackerangriffe, kriminelle Handlungen, Personalausfall oder Bedienungsfehler. Dank des Plans kann die Organisation oder das Unternehmen auf jedes dieser Ereignisse angemessen und schnell reagieren. Inhalt des Notfallplans sind technische Anweisungen, Verantwortlichkeiten, Alarmierungsketten, Maßnahmenlisten, Kommunikationsregelungen, Kontaktinformationen oder Maßnahmen für die schnelle Beschaffung von Ersatzteilen. Der Notfallplan umfasst immer sowohl technische als auch organisatorische Informationen. Um einen Plan für Notfälle aufzustellen, sind im Vorfeld folgende Fragen zu beantworten:

  • welche Auswirkungen hat der Ausfall eines bestimmten IT-Systems?
  • welche Ausfallzeiten sind zu verkraften?
  • was ist zu tun, um die Funktion der Systeme wiederherzustellen?
  • wer ist bei Problemen zu informieren?
  • wie sind Personen oder Firmen zu erreichen?
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Welche Ziele verfolgt der IT-Notfallplan?

Der IT-Notfallplan stellt einen Leitfaden für akute Probleme dar und verfolgt die Ziele, Ausfallzeiten zu minimieren und finanzielle oder andere Schäden zu begrenzen. Mitarbeitern der Organisation hilft er im Notfall, den Überblick zu behalten und nach zuvor genau definierten Mustern zu handeln. Hierfür bietet er sowohl konkrete Handlungsanweisungen als auch organisatorische Informationen über Zuständigkeiten oder zu alarmierende Personen. Da sich moderne Unternehmen keine längeren IT-Ausfallzeiten ohne finanzielle Verluste leisten können, gehören Notfallpläne zu den elementaren Komponenten eines wirksamen Risikomanagements. Sie verhindern, dass über mögliche Probleme und Auswirkungen erst nachgedacht wird, wenn bereits ein bestimmtes Ereignis eingetreten ist. Durch die Beschäftigung mit möglichen Risiken im Vorfeld, hilft der Notfallplan Risiken zu identifizieren und sie durch proaktive Maßnahmen auszuschließen. Notfallpläne verhindern lange Unterbrechungen von wichtigen Geschäftsprozessen und die Gefährdung der wirtschaftlichen Existenz des Unternehmens.

Was sollte der IT-Notfallplan beinhalten?

Der IT-Notfallplan beinhaltet eindeutige Regelungen über die Zuständigkeiten und Verantwortlichkeiten im Fall des Eintretens bestimmter Ereignisse und Notfälle. Er beschreibt, wer welche Maßnahmen zu ergreifen hat und wer gegebenenfalls zu informieren ist. Gleichzeitig benennt er die Stellvertreter für die verschiedenen Rollen. Weitere wichtige Inhalte sind Informationen über die technische Dokumentation. Zwar sind im Notfallplan selbst keine ausführlichen Dokumentationen zu finden, doch informiert der Plan, wo Dokumentationen abgelegt sind. Ebenfalls Bestandteil sind Checklisten, die den Betroffenen die einzelnen durchzuführenden Handlungsschritte vorgeben. Nicht fehlen dürfen Kontakt- und Zugangslisten mit allen benötigten Informationen wie Telefonnummern, Passwörtern, Schlüsselstandorten oder Zugangskennungen. Im Folgenden nochmals kurz zusammengefasst die wichtigsten Inhalte eines IT-Notfallplans:

  • Verzeichnis über alle für Notfälle relevanten Dokumentationen und Informationen
  • Checklisten mit Handlungsempfehlungen
  • Checklisten zur Fehlereingrenzung und Problemanalyse
  • mögliche Workarounds und Notbetriebsverfahren
  • Verfahren zur Wiederherstellung der Funktion
  • Kontaktlisten
  • Zuständigkeiten
  • Alarmketten und Alarmierungspläne
  • Verzeichnis von notfallrelevanten Zugangsdaten und Zugangsinformationen
  • Vertretungsregelungen

Beispiel für einen IT-Notfallplan

IT-Notfallpläne können für die unterschiedlichsten Ereignisse aufgestellt werden. Im Folgenden ein Beispiel für Maßnahmen und Informationen eines Notfallplans im Fall eines Stromausfalls der IT. Der Plan regelt, wer den Stromausfall an wen zu melden hat. Dies betrifft sowohl die Meldung an den Stromversorger als auch an die Verantwortlichen des Managements. Checklisten ermöglichen es den Mitarbeitern, schnell festzustellen, welche Systeme vom Stromausfall betroffen sind und ob eventuell vorhandene Notstromsysteme eingesprungen sind. Im Bedarfsfall sind Anweisungen enthalten, Notstromsysteme wie Generatoren manuell in Betrieb zu nehmen. Gleichzeitig sind Maßnahmen aufgeführt, die kontinuierlich abfragen, wie lange die Notstromsysteme noch arbeiten. Die Notstromsysteme können so konzipiert sein, dass der Notfallplan ein geregeltes Herunterfahren der Server und IT-Systeme erlaubt. Ist der Stromausfall behoben, legt der Notfallplan fest, in welcher Reihenfolge die Systeme wieder hochzufahren sind und wie die Prüfung auf korrekte Funktion durchzuführen ist. Für Extremsituationen sind im Notfallplan auch Maßnahmen für besonders lange Stromausfälle wie die Verlegung von Hardware in andere Räumlichkeiten zu finden.

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