Cyberwarfare-Report 2025 enthüllt alarmierende Trends KI-gesteuerte Cyberkriegsführung bedroht kritische Infrastrukturen

Ein Gastbeitrag von Nadir Izrael 4 min Lesedauer

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Der Cyberkrieg eskaliert durch KI-gestützte Angriffe, gezielt auf kritische Infrastrukturen. 76 Prozent deutscher IT-Entscheider sorgen sich um mögliche Eskalationen zum offenen Cyberkrieg. Warum traditionelle Sicherheitsstrategien scheitern und welche Rolle KI künftig in der Verteidigung spielt, erfahren Sie hier.

Die KI-gestützte Cyberwarfare eskaliert zusehends und die alten Methoden der Sicherheit - reaktiv, fragmentiert und blind für große Teile der Angriffsfläche - reichen nicht mehr aus.(Bild:  Dall-E / KI-generiert)
Die KI-gestützte Cyberwarfare eskaliert zusehends und die alten Methoden der Sicherheit - reaktiv, fragmentiert und blind für große Teile der Angriffsfläche - reichen nicht mehr aus.
(Bild: Dall-E / KI-generiert)

Cyberwarfare (Cyberkriegsführung) ist gekennzeichnet durch eskalierende staatlich gesponserte Angriffe, die Nutzung von KI und einen zunehmenden Fokus auf kritische Infrastrukturen. Dies alles, während geopolitische Spannungen zunehmen. Die Ergebnisse des diesjährigen Armis Cyberwarfare Report 2025 zeigen, dass 76 Prozent der deutschen IT-Entscheidungsträger jetzt über die Auswirkungen der Cyberwarfare besorgt sind. Diese Verschiebung ist nicht nur auf die wachsende geopolitische Instabilität zurückzuführen, sondern auch darauf, dass die KI die Bedrohungslandschaft im Cyberspace grundlegend verändert hat. Sie beeinflusst sowohl den physischen als auch den virtuellen digitalen Fußabdruck.

Sicherheitsexperten müssen sich fragen, was die potenziellen Auswirkungen für ihre Organisationen sind. Wie können sie ihre Verteidigungsmaßnahmen, in der KI sowohl von Angreifern als auch von Verteidigern eingesetzt wird, neu ausrichten.

Während 68 Prozent der deutschen IT-Führungskräfte eine proaktive Sicherheitshaltung anstreben, machen Marktkonsolidierung, regulatorische Herausforderungen und veraltete Sicherheitslücken Unternehmen verwundbar. Trotz des wachsenden Interesses an KI-gesteuerter Sicherheit fehlt der Hälfte der IT-Teams das Fachwissen, um diese effektiv zu implementieren. Cyberbedrohungen durch Russland, China und Nordkorea sind nach wie vor die größte Sorge. 72 Prozent der IT-Führungskräfte befürchten, dass Cyber-Kapazitäten zu einem ausgewachsenen Cyberwar eskalieren könnten. Verteidiger müssen die Lücke zwischen Absicht und Bereitschaft schließen - der Einsatz von KI-gestützten Lösungen ist der Schlüssel zur Stärkung der Verteidigung, bevor die nächste Welle von Cyberware-Bedrohungen eintritt. Noch wichtiger ist, dass Sicherheitsteams über die herkömmliche Asset-Transparenz hinausgehen müssen, um ihre Angriffsfläche vollständig abzubilden und abzusichern und sicherzustellen, dass Cloud-Umgebungen, SaaS-Anwendungen und hybride Infrastrukturen in ihre Sicherheitsstrategien einbezogen werden.

Traditionelle Sicherheitsarchitekturen versagen

Angreifer nutzen KI, um herkömmliche Kontrollen zu umgehen. 85 Prozent der weltweiten IT-Führungskräfte geben an, dass offensive Techniken regelmäßig ihr Portfolio an eingesetzten Sicherheitstools umgehen. In Frankreich, den USA und Italien ist Phishing nach wie vor die beliebteste Methode zur Umgehung von Schutzmaßnahmen, während in Deutschland der Diebstahl von Anmeldedaten und Brute-Force-Angriffe dominieren.

Die Sicherheitsmaßnahmen an der Peripherie sind oftmals veraltet. Die moderne Angriffsfläche, die IT, OT und IoT umfasst, erfordert eine Verlagerung hin zu kontinuierlicher Überwachung (CTEM), Echtzeit-Bedrohungsdaten und KI-gesteuerter Anomalieerkennung. Wenn Sicherheitsteams nicht bereits KI nutzen, um proaktiv Bedrohungen in ihrem gesamten Ökosystem, einschließlich Cloud-Workloads und geschäftskritischen Anwendungen, zu erkennen, sind sie bereits im Rückstand.

Die Auszahlungen für Ransomware steigen sprunghaft an, wobei Unternehmen in den USA und Australien durchschnittlich 10,1 Millionen US-Dollar pro Angriff zahlen. Kritische Branchen wie das Gesundheitswesen, Versorgungsunternehmen und die Fertigungsindustrie bekommen die Auswirkungen von KI-gestützten Angriffen am stärksten zu spüren. Der Change Healthcare Ransomware-Angriff im Jahr 2024, bei dem die Daten von 190 Millionen Amerikanern kompromittiert wurden, ist ein Vorbote dessen, was auf uns als Sicherheitsgemeinschaft zukommt.

In Wirklichkeit haben wir es nicht mehr nur mit einem Problem der Cybersicherheit zu tun, sondern mit einer wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Krise. Die Tatsache, dass 75 Prozent der weltweiten IT-Entscheidungsträger der Meinung sind, dass sich Cyberwarfare zunehmend gegen Institutionen richten wird, die freie Medien und unabhängiges Denken repräsentieren, verdeutlicht die weitreichenderen Auswirkungen. Bei Cyberwarfare geht es nicht nur um finanziellen Gewinn oder Spionage, sondern auch um die Destabilisierung demokratischer Institutionen, die Beeinflussung von Wahlen und die Untergrabung des öffentlichen Vertrauens.

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Cybersicherheit 2025: KI-gestützte Cyber-Resilienz

Der Bericht macht deutlich, dass KI-gesteuerte Bedrohungen KI-gestützte Abwehrmaßnahmen erfordern. Zu den wichtigsten Empfehlungen gehören:

  • Wechsel von reaktiver zu proaktiver Sicherheit: 58 Prozent der Unternehmen weltweit reagieren immer noch erst auf Angriffe, nachdem sie aufgetreten sind. Sicherheitsteams müssen prädiktive KI-Modelle, Frühwarnsysteme und die Erkennung von Anomalien in Echtzeit implementieren, um Bedrohungen in allen IT-, OT- und IoT-Umgebungen - ob virtuell oder cloudbasiert - vorzubeugen.
  • Investitionen in KI-gesteuerte Bedrohungsintelligenz: Unternehmen benötigen Einblicke in aufkommende Bedrohungen sowohl an der Oberfläche als auch im Dark Web. KI kann eine kontinuierliche Überwachung, adaptive Risikobewertungen und automatisierte Reaktionsmechanismen auf eine Art und Weise bieten, mit der herkömmliche Sicherheitslösungen einfach nicht mithalten können.
  • Schließen der KI-Kompetenzlücke: Die Hälfte der IT-Führungskräfte räumt einen Mangel an KI-Sicherheitskompetenz ein. Die Weiterbildung der Teams, die Nutzung von KI-gesteuerten Sicherheitsplattformen und die Automatisierung der Bedrohungssuche für alle Arten von Assets - einschließlich der Cloud und Softwareanwendungen - müssen oberste Priorität haben.
  • Einführung eines Zero-Trust-Ansatzes: Da KI immer raffiniertere identitätsbasierte Angriffe ermöglicht, sind Zero-Trust-Architekturen - bei denen kein Benutzer, kein Gerät und keine Anwendung von Natur aus vertrauenswürdig ist - ein absolutes Muss.

Fazit

Der Bericht hebt einen kritischen Wendepunkt in der Art und Weise hervor, wie wir unsere Organisationen in Zukunft sichern. Die KI-gestützte Cyberwarfare eskaliert, und die alten Methoden der Sicherheit - reaktiv, fragmentiert und blind für große Teile der Angriffsfläche - reichen nicht mehr aus. Echte Cyber-Resilienz erfordert eine vollständige Sichtbarkeit aller Ressourcen, über IT, OT, IoT, vom Boden bis zur Cloud, in Kombination mit einer Frühwarn-Erkennung, die eine proaktive Bedrohungsabwehr ermöglicht, bevor sich ein Angriff materialisiert.

Cyberwarfare ist nicht mehr nur ein Thema der Cybersicherheit - sie ist ein grundlegendes Geschäftsrisiko, ein Gebot der nationalen Sicherheit und eine gesellschaftliche Herausforderung. Unternehmen, die es versäumen, sich über ein statisches Exposure Management hinaus weiterzuentwickeln, werden nicht nur finanzielle Verluste erleiden, sondern riskieren, in einer Ära digitaler Konflikte zu Kollateralschäden zu werden. Organisationen sollten jetzt von reaktiver zu proaktiver Sicherheit übergehen.

Über den Autor: Nadir Izrael ist Mitgründer und CTO von Armis.

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