IT-Sicherheit Warum sind Hacker so heiß auf medizinische Daten?

Ein Gastbeitrag von Darren Guccione 2 min Lesedauer

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In unserer Serie über Cybersecurity im Gesundheitswesen geht es im ersten Teil um die Frage, weshalb Gesundheitsdaten bei Cyberkriminiellen so hoch im Kurs stehen.

Was macht Gesundheitsdaten so besonders?(©   chayantorn - stock.adobe.om / KI-generiert)
Was macht Gesundheitsdaten so besonders?
(© chayantorn - stock.adobe.om / KI-generiert)

Die zunehmende Digitalisierung der Gesellschaft und des Gesundheitswesens führt dazu, dass immer mehr Gesundheitsdaten digital erfasst werden. Das gilt für Krankenhäuser, Praxen und Institutionen, aber auch für moderne Health-Produkte wie beispielsweise Wearables und Gesundheits-Apps. Je mehr Gesundheitsdaten digital gesammelt, gespeichert und ausgetauscht werden, desto größer wird das Risiko, dass Cyberkriminelle ihrer habhaft werden.

Cyberattacken im Gesundheitswesen haben um 74 Prozent zugenommen

Selbst das Ärzteblatt informiert inzwischen regelmäßig darüber, wie wichtig es ist, die Sensibilität aller, die mit Gesundheitsdaten arbeiten, zu schärfen. Laut Security Report 2023 von Check Point Research, gehört das Gesundheitswesen zu den drei am häufigsten attackierten Branchen. Im vergangenen Jahr sind die Angriffe auf Einrichtungen im Gesundheitswesen weltweit im Vergleich zum Vorjahr um 74 Prozent gestiegen.

Denn Gesundheitsdaten stehen bei Cyberkriminellen hoch im Kurs. Der Grund: Sie können die Informationen aus den gestohlenen Krankenakten vielfach missbrauchen, beispielsweise um mit den gehackten Daten Lösegelder zu erpressen, die Informationen im Darknet zu verkaufen oder um sich mit der falschen Identität medizinische Leistungen zu erschleichen. Das macht medizinische Daten für Cyberkriminelle besonders wertvoll. Hinzukommt, dass es ihnen diese Art von Daten ermöglicht länger unentdeckt zu bleiben, als das beim Diebstahl anderer personenbezogener Daten der Fall ist.

Persönliches muss persönlich bleiben

Aber welche besonderen Daten beinhalten die Krankenakten, dass sie so interessant sind für Cyberkriminelle? Sie enthalten personenbezogene Gesundheitsinformationen, d. h. alle Daten über die Identität und die Anamnese eines Patienten. Die Krankengeschichte eines Patienten bezieht sich auf Informationen über die medizinische Versorgung wie Medikamente, Behandlungen und Diagnosen. Krankenhäuser und Praxen nutzen die dazugehörigen Stammdaten, um die Patienten zu identifizieren und medizinische Aufzeichnungen, um den Gesundheitszustand eines Patienten einschätzen und ihm die richtige Behandlung zukommen zu lassen.

Zwar gibt es strenge gesetzliche Vorgaben, welche die Krankenakten eines Patienten vor unbefugtem Zugriff schützen sollen, aber versierte Hacker finden immer wieder Möglichkeiten, sich Zugang zu verschaffen. Betroffen sind dann vielfach weitgreifende Patienteninformationen, wie Name, Anschrift, Geburtsdatum, E-Mail-Adresse, Telefonnummer, Sozialversicherungsnummer, Anamnese, Informationen zur Krankenversicherung, finanzielle Informationen, Medikamentierung etc.

Ein erfolgreicher Hack – mehrere Katastrophenszenarien für die Betroffenen

Der Schutz der Gesundheitsdaten ist in vielerlei Hinsicht wichtig – nicht nur, um den einzelnen Patienten zu schützen. Die Datenverarbeitung in den Gesundheitseinrichtungen dient zudem der Qualitätssicherung, etwa bei Operationen oder Therapien und für Forschungszwecke, die schlussendlich der Gesellschaft zugutekommen. Auch für die Abrechnung seitens der Krankenkassen sind sie essenziell und schützenswert. Genau dieses Konglomerat der Nutzungsaspekte ist es, was die Krankenakten für Cyberkriminelle so interessant macht: Mit nur einem einzigen Coup können sie gleich mehrere involvierte Parteien mit ihren Erpressungen adressieren.

Lesen Sie im nächsten Teil der Serie, was Cyberkriminelle mit den Daten anstellen.

Darren Guccione
CEO und Mitbegründer von Keeper Security

Bildquelle: Keeper Security

Alle Teile dieser Serie über Cybersecurity im Gesundheitswesen:

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