Schutz vor komplexen AngriffenCybersicherheit oder Cyber-Versicherung – oder beides?
Ein Gastbeitrag von
Vincent Weafer und Oliver Delvos
3 min Lesedauer
Täglich sind Unternehmen in fast allen Branchen Cyber-Risiken ausgesetzt, die immer raffinierter werden. Da sich die Angriffstechniken weiterentwickeln und die Risiken zunehmen, müssen Unternehmen Cyber-Sicherheit und Cyber-Versicherung als eine sich ergänzende Einheit betrachten. Führungskräfte müssen verstehen, dass die Verschmelzung dieser Bereiche zu intelligenteren Investitionsmöglichkeiten und Geschäftsentscheidungen führt.
Warum die Kombination von Cyber-Sicherheit und Cyber-Versicherung unerlässlich ist, erklären Vincent Weafer, CTO und Oliver Delvos, Head of International, bei Corvus Insurance.
(Bild: Андрей Яланский - stock.adobe.com)
Inzwischen sind die Grenzen zwischen Cyber-Sicherheit und Absicherung ohnehin eher verschwommen. Obwohl beide darauf abzielen, Unternehmen vor Cyber-Angriffen zu schützen, verfolgen sie jedoch unterschiedliche Ziele. Eine Cyber-Versicherung schützt Unternehmen vor finanziellen Verlusten nach einem Cyber-Angriff, während Cyber-Sicherheit darauf abzielt, Daten, Software und Hardware zu schützen, um Bedrohungen abzuwehren und den Geschäftsbetrieb aufrechtzuerhalten. Die Gründe für ihre Einführung sind daher unterschiedlich. Die Cyber-Versicherung wird in der Regel auf Managementebene vom Risikomanager oder Finanzdirektor abgeschlossen und als passiver Schutz bzw. Risikotransfer von der Bilanz betrachtet. Im Gegensatz wird die Cyber-Sicherheit aktiv und kontinuierlich von den Informationssicherheits- oder IT-Managern verwaltet, um möglichen Bedrohungen pro-aktiv zu begegnen.
Obwohl die Verbesserung der IT-Sicherheit die Wahrscheinlichkeit von Cyber-Angriffen verringert, wurden diese Ziele in der Vergangenheit bei der Erstellung von Versicherungsangeboten nicht unbedingt berücksichtigt. Cyber-Versicherungen wurden wie andere gewerbliche Versicherungen behandelt, wobei das Underwriting lediglich darauf abzielte das breite Branchen- und Umsatzsegment zu bestimmen, in das ein Unternehmen fällt. In der Vergangenheit konnte ein fortschrittliches Cybersicherheitsprogramm zwar den Antrag beeinflussen, aber die Faktoren, die sich auf die Prämien auswirkten, lagen in der Regel außerhalb der Kontrolle eines CISO. Daher standen viele Sicherheitsexperten der Cyber-Versicherung skeptisch gegenüber. „Gute“ Risiken wurden nicht mit attraktiveren Bedingungen belohnt.
Insgesamt haben diese unterschiedlichen Sichtweisen dazu geführt, dass Cyber-Versicherung und Cyber-Sicherheit traditionell getrennte Angebote waren. Die Notwendigkeit, sich gegen die wachsende Zahl an Cyber-Angriffen zu rüsten, hat jedoch dazu geführt, dass diese beiden Bereiche immer mehr zusammenwachsen. Fast alles, was InfoSec- oder IT-Verantwortliche tun, um die Cyber-Sicherheit zu verbessern, führt zu mehr Sicherheit und weniger Risiko und kann letztlich dazu beitragen, die Kosten von Cyber-Vorfällen zu senken.
Wie Insurtechs den Markt verändern
Bereits vor einigen Jahren haben Insurtech-Start-ups, die Cyber-Policen anbieten, automatisierte Sicherheitsbewertungs-Tools für das Underwriting entwickelt und damit begonnen, zusätzliche Dienstleistungen wie detaillierte Risikoberichte für Versicherungsnehmer anzubieten. In jüngster Zeit wurde das Potenzial dieser Tools und der von ihnen gesammelten Daten erkannt. Was früher als „Nice-to-have“ galt, ist heute entscheidend für die Zukunft des Marktes.
Der Wendepunkt kam nach einer Welle von Ransomware-Angriffen. Einige Unternehmen in der Cyber-Versicherungsbranche haben daraufhin ihren Ansatz bewusst geändert. Neben der Berechnung von Prämien, die die tatsächlich gedeckten Risiken besser widerspiegeln, haben Cyber-Versicherer auch neue, datengestützte Anforderungen eingeführt, deren Auswirkungen mit dem Cyber-Risiko korrelieren. Die Insurtechs analysierten ihre Datenbestände, um Sicherheitsfaktoren zu ermitteln, die sich signifikant auf das Risiko auswirken, z. B. bestimmte E-Mail-Sicherheits-Tools oder die Konsistenz von Software-Patches, und nahmen diese in die automatisierte Risikoanalyse mit auf.
Dieser von Insurtechs vorangetriebene Ansatz hat zu einer zunehmenden Konvergenz von Cyber-Versicherung und Cyber-Sicherheit geführt. Der Chief Information Security Officer (CISO), der früher vielleicht nur einen langen Fragebogen zu seinem IT-System ausfüllen musste, kann heute eine beratende Rolle bei der Validierung der Risikobewertung des Versicherers einnehmen und mit dem Versicherer oder Makler zusammenarbeiten, um die erforderlichen Aktualisierungen einer Police umzusetzen. In vielen Fällen handelt es sich bei den neuen Anforderungen um Änderungen, die der Sicherheitsmanager früher nur schwer durchsetzen konnte.
Durch diese Abstimmung zwischen den Zielen des Cyber-Sicherheitsteams und den Bedürfnissen des Versicherungskäufers ist es gelungen, zwei Welten zusammenzubringen.
Konvergenz als Win-Win-Situation
Es gibt eine Grenze für die zunehmende Verschmelzung von Cyber-Versicherung und Cyber-Sicherheit, da nicht jede Sicherheitsmaßnahme das Risikoniveau eines Unternehmens beeinflusst. Faktoren wie Jahresumsatz und Branche sind nach wie vor wichtige Faktoren beim Underwriting. Dennoch werden Unternehmen zunehmend Anreize haben, in Cyber-Resilienz zu investieren und schwerwiegende Sicherheitslücken gezielt zu identifizieren und zu schliessen. Kontinuierliche Bemühungen, den Entwicklungen im Bereich der Cyber-Sicherheit einen Schritt voraus zu sein, werden es den Managern ermöglichen, bei der Erneuerung von Policen eine bessere Position in Bezug auf Prämie, Selbstbehalte und Vertragsbedingungen einzunehmen – ein positiver Kreislauf.
Stand: 08.12.2025
Es ist für uns eine Selbstverständlichkeit, dass wir verantwortungsvoll mit Ihren personenbezogenen Daten umgehen. Sofern wir personenbezogene Daten von Ihnen erheben, verarbeiten wir diese unter Beachtung der geltenden Datenschutzvorschriften. Detaillierte Informationen finden Sie in unserer Datenschutzerklärung.
Einwilligung in die Verwendung von Daten zu Werbezwecken
Ich bin damit einverstanden, dass die Vogel IT-Medien GmbH, Max-Josef-Metzger-Straße 21, 86157 Augsburg, einschließlich aller mit ihr im Sinne der §§ 15 ff. AktG verbundenen Unternehmen (im weiteren: Vogel Communications Group) meine E-Mail-Adresse für die Zusendung von Newslettern und Werbung nutzt. Auflistungen der jeweils zugehörigen Unternehmen können hier abgerufen werden.
Der Newsletterinhalt erstreckt sich dabei auf Produkte und Dienstleistungen aller zuvor genannten Unternehmen, darunter beispielsweise Fachzeitschriften und Fachbücher, Veranstaltungen und Messen sowie veranstaltungsbezogene Produkte und Dienstleistungen, Print- und Digital-Mediaangebote und Services wie weitere (redaktionelle) Newsletter, Gewinnspiele, Lead-Kampagnen, Marktforschung im Online- und Offline-Bereich, fachspezifische Webportale und E-Learning-Angebote. Wenn auch meine persönliche Telefonnummer erhoben wurde, darf diese für die Unterbreitung von Angeboten der vorgenannten Produkte und Dienstleistungen der vorgenannten Unternehmen und Marktforschung genutzt werden.
Meine Einwilligung umfasst zudem die Verarbeitung meiner E-Mail-Adresse und Telefonnummer für den Datenabgleich zu Marketingzwecken mit ausgewählten Werbepartnern wie z.B. LinkedIN, Google und Meta. Hierfür darf die Vogel Communications Group die genannten Daten gehasht an Werbepartner übermitteln, die diese Daten dann nutzen, um feststellen zu können, ob ich ebenfalls Mitglied auf den besagten Werbepartnerportalen bin. Die Vogel Communications Group nutzt diese Funktion zu Zwecken des Retargeting (Upselling, Crossselling und Kundenbindung), der Generierung von sog. Lookalike Audiences zur Neukundengewinnung und als Ausschlussgrundlage für laufende Werbekampagnen. Weitere Informationen kann ich dem Abschnitt „Datenabgleich zu Marketingzwecken“ in der Datenschutzerklärung entnehmen.
Falls ich im Internet auf Portalen der Vogel Communications Group einschließlich deren mit ihr im Sinne der §§ 15 ff. AktG verbundenen Unternehmen geschützte Inhalte abrufe, muss ich mich mit weiteren Daten für den Zugang zu diesen Inhalten registrieren. Im Gegenzug für diesen gebührenlosen Zugang zu redaktionellen Inhalten dürfen meine Daten im Sinne dieser Einwilligung für die hier genannten Zwecke verwendet werden. Dies gilt nicht für den Datenabgleich zu Marketingzwecken.
Recht auf Widerruf
Mir ist bewusst, dass ich diese Einwilligung jederzeit für die Zukunft widerrufen kann. Durch meinen Widerruf wird die Rechtmäßigkeit der aufgrund meiner Einwilligung bis zum Widerruf erfolgten Verarbeitung nicht berührt. Um meinen Widerruf zu erklären, kann ich als eine Möglichkeit das unter https://contact.vogel.de abrufbare Kontaktformular nutzen. Sofern ich einzelne von mir abonnierte Newsletter nicht mehr erhalten möchte, kann ich darüber hinaus auch den am Ende eines Newsletters eingebundenen Abmeldelink anklicken. Weitere Informationen zu meinem Widerrufsrecht und dessen Ausübung sowie zu den Folgen meines Widerrufs finde ich in der Datenschutzerklärung.
Versicherer bieten auch immer ausgefeiltere Dienstleistungen und Partnerschaften an, um ihren Kunden bei der Einhaltung von Vorschriften zu unterstützen, und einen weiteren Einblick in die Risikolandschaft zu gewähren. Eine Win-Win-Situation entsteht, wenn ein Unternehmen mit einem Versicherer und seinen Partnern zusammenarbeitet, um seine eigenen Sicherheitsziele zu erreichen und gleichzeitig von günstigen Vertragsbedingungen profitiert.
Über die Autoren: Vincent Weafer ist Chief Technology Officer (CTO) von Corvus Insurance. Oliver Delvos ist Head of International bei Corvus Insurance.