Geopolitische Konflikte Google untersucht Risiken für Rüstungsunternehmen

Quelle: Pressemitteilung 2 min Lesedauer

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Kriege und geopolitische Konflikte werden zunehmend auch im Cyberraum ausgetragen. Gerade die Rüstungsbranche ist von Cyberspionageangriffen betroffen, die meist von Russland und China ausgehen. Doch auch Zu­lie­ferer und Mitarbeitende geraten ins Visier.

Von hybriden Angriffen durch staatliche Akteure sind in der Rüstungsindustrie nicht nur die Hersteller betroffen, sondern auch ihre Zulieferer, Mitarbeiter sowie militärische Nutzer und Forschungseinrichtungen, da sie alle wertvolle Informationen und Technologien bereitstellen oder nutzen.(Bild:  Bo Dean - stock.adobe.com)
Von hybriden Angriffen durch staatliche Akteure sind in der Rüstungsindustrie nicht nur die Hersteller betroffen, sondern auch ihre Zulieferer, Mitarbeiter sowie militärische Nutzer und Forschungseinrichtungen, da sie alle wertvolle Informationen und Technologien bereitstellen oder nutzen.
(Bild: Bo Dean - stock.adobe.com)

In dem Bericht „Beyond the Battlefield: Threats to the Defense Industrial Base“ analysiert die Threat Intelligence Group (GITG) von Google Cloud wie geopolitische Konflikte zunehmend in Form von – teils hybriden – Cyberoperationen ausgetragen werden. Dabei nehmen die Akteure, die oftmals aus Russland, China und Nordkorea kommen, nicht nur militärische Systeme ins Visier, sondern auch Unternehmen der Rüstungsindustrie, Zulieferer und deren Mitarbeitende.

Spionage durch Russland und China

Die Analyse von GITG habe gezeigt, dass besonders Rüstungsunternehmen im Fokus der Attacken stehen würden, die an Gefechtsfeldtechnologien der nächsten Generation arbeiten, insbesondere unbemannte Flugsysteme (AUS, Unmanned Aircraft System), wie sie im Krieg zwischen Russland und der Ukraine eingesetzt werden. Russland-nahe Bedrohungsakteure würden diese Firmen direkt ins Visier nehmen und sich als Anbieter von Verteidigungs­pro­duk­ten ausgeben, um Militärangehörige auszuspionieren.

Spionageakteure, die von China beauftragt würden, seien die größte staatlich geförderte Be­drohung. Dabei liege der Schwerpunkt der Angriffe zunehmend auf der Ausnutzung von Edge-Geräten und -Appliances, mit denen sich die Angreifer unbemerkt und langfristig Zugang zu Verteidigungsorganisationen verschaffen würden.

Mitarbeiter und Lieferketten sind sensible Angriffspunkte

Google zufolge wird die gesamte Fertigungsbranche, einschließlich der Lieferanten von Dual-Use-Gütern, stark ins Visier genommen. Zwar sei der Anteil von Ransomware-Angriffen auf Rüstungsunternehmen recht gering, dennoch würden solche Angriffe die Produktion in Kri­senzeiten einschränken.

Und auch die Mitarbeitenden dieser Unternehmen sind Angriffpunkte für die Bedrohungs­ak­teu­re. Diese würden Recruiting-Prozesse, private E-Mail-Konten sowie Remote-Arbeitsmodelle ausnutzen, um traditionelle Sicherheitskontrolle in Unternehmen zu umgehen. GITG berichtet, dass die mutmaßlich russische Hackergruppe „UNC5976“ seit Januar 2025 Phishing-Kam­pag­nen in Europa durchführt und sich als Rüstungsunternehmen und Telekommunikations­an­bie­ter ausgibt. Dafür würden die Akteure eine Infrastruktur nutzen, die Firmen in Großbritannien, Deutschland, Frankreich, Schweden und Norwegen imitiere.

Luke McNamara, stellvertretender Chefanalyst der GTIG, kommentiert: „Die Verteidigungs­in­dus­trie bleibt ein Hauptziel für ausgeklügelte Cyberoperationen. Diese reichen von gezielten Angriffen auf Drohnenentwickler in der Ukraine bis hin zu verdeckten Spionagekampagnen von Akteuren mit Verbindungen nach China. Weltweit nehmen die Investitionen in die Verteidigung zu, gleichzeitig wächst aber auch die Bandbreite an Techniken der Angreifer, sodass die Bedroh­ungs­land­schaft sich rasant verändert. Der Aufbau von Resilienz im gesamten Ökosystem hat daher sehr hohe Priorität.“

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