Neue Geschäftsfelder für IT-Dienstleister Cyberversicherungen werden zum Pflicht­pro­gramm für KMU

Von Ira Zahorsky 2 min Lesedauer

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Die Kosten von Cyberangriffen steigen rapide und stellen Unternehmen vor große Herausforderungen. Um die Bedrohungen erfolgreich zu bewältigen, ist ein umfassender Cybersicherheits-Ansatz wichtig, der auch für den Abschluss einer Cyberversicherung nötig ist.

Die Studie „Cyber Insurance and Security: Meeting the Rising Threat“ von KnowBe4 befasst sich mit der immer wichtiger werdenden Schnittstelle zwischen Cybersicherheit und Versicherung.(Bild:  Technology - stock.adobe.com / KI-generiert)
Die Studie „Cyber Insurance and Security: Meeting the Rising Threat“ von KnowBe4 befasst sich mit der immer wichtiger werdenden Schnittstelle zwischen Cybersicherheit und Versicherung.
(Bild: Technology - stock.adobe.com / KI-generiert)

Die Zeiten, in denen Cyberversicherungen ein optionales Extra waren, sind vorbei. Zahlen aus der aktuellen Studie „Cyber Insurance and Security: Meeting the Rising Threat“ von KnowBe4 belegen: Mit durchschnittlichen Schadenssummen von 4,88 Millionen US-Dollar pro Datenpanne wird der Verzicht auf Versicherungsschutz zum existenziellen Risiko – besonders für den Mittelstand.

Für IT-Systemhäuser eröffnet diese Entwicklung neue Beratungsfelder. Denn Versicherer haben ihre Strategien fundamental geändert: Statt pauschaler Deckungszusagen prüfen sie heute detailliert die implementierten Sicherheitsmaßnahmen. „Unternehmen müssen, unabhängig von ihrer Größe, einen proaktiven und umfassenden Ansatz zur Cybersicherheit verfolgen“, bestätigt Stu Sjouwerman, CEO bei KnowBe4.

Besondere Gefährdung im Mittelstand

Kleine und mittlere Unternehmen trifft es dabei besonders hart. Zwar liegen ihre durchschnittlichen Schadenssummen unter denen von Großunternehmen, doch können bereits einzelne Vorfälle existenzbedrohend sein. Erschwerend kommt hinzu: 75 Prozent aller erfolgreichen Angriffe nutzen menschliche Schwachstellen aus.

Auch die zunehmende rechtliche Komplexität verschärft den Handlungsdruck. Während Sammelklagen bisher vorwiegend in den USA relevant waren, zeigt sich inzwischen auch in Europa ein entsprechender Trend.

Für IT-Dienstleister bedeutet dies eine Erweiterung ihres Aufgabenspektrums. Die Implementierung technischer Sicherheitsmaßnahmen allein reicht nicht mehr aus. Gefragt ist ein ganzheitlicher Ansatz, der auch Mitarbeiterschulungen, die Unterstützung bei Compliance-Fragen und Versicherungsaspekte einbezieht.

Praxisempfehlungen für Systemhäuser

Security-Assessment: Dokumentierte Sicherheitsüberprüfungen werden zur Pflicht für Versicherungsabschlüsse. Systemhäuser sollten standardisierte Prozesse entwickeln.
Schulungskonzepte: Die hohe Quote menschlicher Fehler erfordert regelmäßige Mitarbeiterschulungen. Hier können Systemhäuser Mehrwertdienste etablieren.
Versicherungspartner: Der Aufbau von Partnerschaften mit Cyberversicherern ermöglicht Systemhäusern, ihren Kunden Komplettlösungen anzubieten.

Ausblick

Die Studienergebnisse unterstreichen: Cyberversicherungen entwickeln sich vom „Nice-to-have“ zur betrieblichen Notwendigkeit. Die Verschränkung von IT-Security und Versicherungsschutz wird sich weiter verstärken. Systemhäuser, die beide Aspekte kompetent abdecken, positionieren sich als strategische Partner ihrer Kunden. Die aktuelle Entwicklung bietet ihnen die Chance, das eigene Leistungsportfolio um lukrative Beratungsfelder zu erweitern.

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