Studie von Isaca Datenschutzbudgets werden schrumpfen

Quelle: Pressemitteilung 3 min Lesedauer

Anbieter zum Thema

Eine Isace-Studie zeigt, dass Datenschutzbudgets in Unternehmen unter Druck stehen und 54 Prozent würden einen weiteren Rückgang der Budgets erwarten. Dies führe zu einem erhöhten Risiko und Herausforderungen für Daten­schutzteams.

Wie viele Teams in Unternehmen müssen auch Datenschutzteams jeden Cent umdrehen und die Budgets werden wohl weiter sinken.(Bild:  mrmohock - stock.adobe.com)
Wie viele Teams in Unternehmen müssen auch Datenschutzteams jeden Cent umdrehen und die Budgets werden wohl weiter sinken.
(Bild: mrmohock - stock.adobe.com)

Schrumpfende Ressourcen und wachsende Cyberrisiken. Dieser Umstand ist in vielen Un­ter­nehmen Alltag. Einer Studie von Isaca zufolge, wird dies auch bald die Daten­schutzbudgets betreffen. 44 Prozent der befragten Datenschutzexpertinnen und -experten hätten angegeben, dass ihre Teams unterfinanziert sind. 54 Prozent der Befragten würden erwarten, dass die Da­tenschutzbudgets im Jahr 2026 weiter sinken werden. Für die Studie „State of Privacy 2026“ hat Isaca im September 2025 weltweit 1.854 Personen befragt, die im Bereich des Datenschutzes tätig sind, davon sind 485 in Europa ansässig.

Fehlende Datenschutzbudgets haben Folgen

In Europa haben die fehlenden Budgets bereits Konsequenzen. 39 Prozent der der juristischen Datenschutzpositionen und 51 Prozent der technischen Datenschutzpositionen seien unter­be­setzt. 26 Prozent der Datenschutzexpertinnen und -experten hätte angegeben zu glauben, dass ihr Unternehmen im nächsten Jahr wahrscheinlich einen wesentlichen Datenschutzverstoß erleben wird. Laut den Studienautoren verdeutlicht dies einen wachsenden Widerspruch für europäische Organisationen: Das Datenschutzrisiko und die regulatorischen Erwartungen steigen weiter, während die Investitionen in Personal und Ressourcen zurückgefahren werden.

Gleichzeitig bleibe jedoch die Aufmerksamkeit auf Vorstandsebene dafür uneinheitlich. 26 Prozent der europäischen Befragten habe angegeben, dass ihr Vorstand dem Datenschutz keine angemessene Priorität einräume, obwohl die Risiken weiter zunehmen. Chris Dimitriadis, Glo­bal Chief Strategy Officer bei Isaca, kommntiert: „Datenschutzteams müssen mit weniger Res­sourcen mehr Risiko bewältigen und die Belastung wird langsam sichtbar. Während Unter­nehmen neue Technologien schnell einführen, wachsen Umfang und Komplexität der Daten­schutzpflichten parallel dazu an. Doch viele Teams arbeiten immer noch ohne die personelle Ausstattung, die Finanzierung oder die Schulungen, die sie benötigen, um Schritt zu halten. Wenn Vorstände den Datenschutz unterschätzen, unterschätzen sie eine grundlegende Säule des digitalen Vertrauens. Ein einziger Datenschutzverstoß kann jahrelanges Markenkapital untergraben, Kundenbeziehungen beschädigen und erhebliche regulatorische Konsequenzen nach sich ziehen. Die Priorisierung des Datenschutzes ist nicht nur eine Compliance-An­for­der­ung, sondern eine unternehmerische Notwendigkeit.“

Herausforderungen für Datenschutzteams

Die Bewältigung von Risiken, die mit der Einführung neuer Technologien verbunden sind, stellen der Studie zufolge eine große Herausforderung für Datenschutzteams dar. 49 Prozent der Befragten habe dies bestätigt. Dies würde sich nicht nur auf fachlicher, sondern auch auf menschlicher Ebene zeigen. 67 Prozent hätten angegeben, dass ihre Arbeit heute stressiger sei als vor fünf Jahren. 68 Prozent hätten als Hauptgrund dafür das schnelle Tempo des tech­no­lo­gischen Wandels angegeben und 64 Prozent die Herausforderungen bei der Einhaltung von Vorschriften.

Darüber hinaus sind sich der Studie zufolge 22 Prozent der Datenschutzexpertinnen und -experten in Europa bewusst, dass ihr Unternehmen Schwierigkeiten hat, seine Daten­schutz­pflichten zu erkennen und zu verstehen, während 51 Prozent die Komplexität internationaler Gesetze und Vorschriften als wesentliches Hindernis ansieht. Dementsprechend sei das Vertrauen in die Zukunftsfähigkeit gering: Nur acht Prozent der Befragten seien vollkommen zuversichtlich, dass ihr Unternehmen in der Lage sei, neue und aufkommende Daten­schutz­ge­setze einzuhalten.

Positive Aussichten

Zumindest 44 Prozent hätten angegeben, dass ihr Vorstand das Datenschutzprogramm als Compliance-getrieben ansehe. Außerdem zeigt die Studie, dass viele Organisationen positive Schritte unternehmen. 79 Prozent würden ein Rahmenwerk oder eine Verordnung nutzen, am häufigsten die DSGVO, um ihr Datenschutzprogramm zu steuern, und eine Mehrheit im­ple­men­tiere Kontrollen wie Datensicherheit (71 Prozent) und Verschlüsselung (73 Prozent).

Doch nur 64 Prozent der europäischen Organisationen hätten einen formellen Plan zur Re­aktion auf Vorfälle als Teil ihrer Datenschutzkontrollen, wodurch mehr als ein Drittel nicht auf Datenschutzvorfälle effektiv reagieren könne. Zudem kommt, dass 34 Prozent Schwier­ig­keiten hätten, qualifizierte Datenschutzexperten zu halten, und 45 Prozent hätten mangelnde oder schlechte Schulungen als einen Hauptgrund für Datenschutzversäumnisse genannt. Schluss­folgernd mahnt Isaca: Echte Widerstandsfähigkeit erfordert, dass Vorstände den Datenschutz als strategische und ethische Priorität betrachten.

Jetzt Newsletter abonnieren

Täglich die wichtigsten Infos zur IT-Sicherheit

Mit Klick auf „Newsletter abonnieren“ erkläre ich mich mit der Verarbeitung und Nutzung meiner Daten gemäß Einwilligungserklärung (bitte aufklappen für Details) einverstanden und akzeptiere die Nutzungsbedingungen. Weitere Informationen finde ich in unserer Datenschutzerklärung. Die Einwilligungserklärung bezieht sich u. a. auf die Zusendung von redaktionellen Newslettern per E-Mail und auf den Datenabgleich zu Marketingzwecken mit ausgewählten Werbepartnern (z. B. LinkedIn, Google, Meta).

Aufklappen für Details zu Ihrer Einwilligung

(ID:50695533)