KI unter Verdacht Datenschutz in Europa zwischen Regulierung und Risiko

Von Berk Kutsal 2 min Lesedauer

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Die Zahl der Datenschutzverstöße in Europa bleibt hoch. Nach einer Analyse von heyData wurden 2024 mehr als 130.000 Fälle registriert. Die Dynamik ist regional sehr unterschiedlich Vor allem Künstliche Intelligenz könnte zum Risikofaktor werden – und KI wird zum Prüfstein für neue Regeln.

Zwischen Fortschritt und Risiko: 2024 war ein ambivalentes Jahr für den Datenschutz, mit Lichtblicken und alarmierenden Rückschritten. KI spielt dabei eine wachsende Rolle – als Lösung und Risiko zugleich. (Bild:  KI-generiert)
Zwischen Fortschritt und Risiko: 2024 war ein ambivalentes Jahr für den Datenschutz, mit Lichtblicken und alarmierenden Rückschritten. KI spielt dabei eine wachsende Rolle – als Lösung und Risiko zugleich.
(Bild: KI-generiert)

Trotz der Datenschutzgrundverordnung (DSGVO) und wachsender Compliance-Bemühungen bleibt der Schutz personenbezogener Daten in Europa ein Dauerthema. Laut einer Auswertung von heyData verzeichneten 15 europäische Staaten 2024 insgesamt rund 130.000 Verstöße. Die Zahlen zeigen kaum eine Entspannung – im Gegenteil: In mehreren Ländern nahm die Zahl der Meldungen deutlich zu.

Die führenden 15 Nationen bei Datenschutzverstößen, gerundet für 2024.(Bild:  heyData)
Die führenden 15 Nationen bei Datenschutzverstößen, gerundet für 2024.
(Bild: heyData)

Besonders stark betroffen waren die Niederlande mit einem Anstieg von 65 Prozent auf 33.471 registrierte Fälle. Auch Spanien (+ 47 Prozent) und Italien (+ 42 Prozent) meldeten markante Zuwächse.

Als mögliche Gründe nennt heyData strengere Auslegung der DSGVO, verbesserte Meldeverfahren sowie ein generell höheres digitales Reifegradniveau.

Unterschiedliche Entwicklungen je nach Land

Nur vier der untersuchten Länder konnten einen Rückgang ihrer Fallzahlen verzeichnen. In Dänemark ging die Zahl der Datenschutzverstöße um 41 Prozent, in Irland um 17 Prozent und in Polen leicht um ein Prozent zurück. In Deutschland sank die Zahl um 13 Prozent auf 27.829 – ein Rückgang, der laut heyData auf verstärkte Awareness-Programme und präzisere interne Prozesse zurückgehen könnte.

KI als Treiber für Fehlverhalten – und Kontrolle

Eine zentrale Rolle in der Diskussion spielt der zunehmende Einsatz Künstlicher Intelligenz. Während KI-Systeme laut heyData dabei helfen können, Risiken frühzeitig zu erkennen, bergen sie zugleich neue Gefahren. 2024 kam es in mehreren Unternehmen zu Datenschutzpannen durch automatisierte Bewerbersysteme. Diese hätten personenbezogene Daten wie Herkunft oder Gesundheitsstatus ohne ausreichende Einwilligung verarbeitet.

DSGVO-Strafen seit 2018: Die Kosten der Non-Compliance mit der DSGVO in Europa seit 2018.(Bild:  heyData)
DSGVO-Strafen seit 2018: Die Kosten der Non-Compliance mit der DSGVO in Europa seit 2018.
(Bild: heyData)

„KI kann sowohl als Schutzschild als auch als Einfallstor für Datenschutzverstöße fungieren“, sagte Martin Bastius, Chief Legal Officer bei heyData. Bestehende gesetzliche Rahmenbedingungen reichten nicht aus, um diese Dynamik vollständig zu kontrollieren.

AI Act soll Klarheit schaffen

Mit dem geplanten AI Act will die EU ab 2026 einheitliche Standards für KI-Systeme etablieren. Vorgesehen sind unter anderem Transparenzpflichten, Risikoklassifizierungen und Maßnahmen zur Wahrung der Datenschutzkonformität.

Bilanz in Milliardenhöhe

Seit Inkrafttreten der DSGVO im Mai 2018 wurden europaweit Bußgelder in Höhe von 5,9 Milliarden Euro verhängt. Irland steht mit 3,5 Milliarden Euro an der Spitze, gefolgt von Deutschland (89 Millionen Euro) und Österreich (45 Millionen Euro).

Datenschutz bliebt auch 2024 eine Schwachstelle. Künstliche Intelligenz könnte bestehende Systeme verbessern – aber nur, wenn klare gesetzliche Leitplanken den Einsatz begleiten.

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