Europäischer Datenschutztag 2026 Warum Datenschutz zur Frage digitaler Souveränität wird

Von Melanie Staudacher 2 min Lesedauer

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Die Cyber-Bedrohungslage eskaliert. Sicherheitslücken und Ransomware-Angriffe nehmen massiv zu. Der Europäische Datenschutztag 2026 zeigt, dass wirksamer Schutz nur durch eigene Regeln entsteht, anstatt sich auf Drittstaaten mit schwächeren Schutzstandards zu verlassen.

Der 28. Januar wurde als Europäischer Datenschutztag gewählt, da an diesem Datum im Jahr 1981 der Europarat das Übereinkommen Nr. 108 annahm, das erste rechtsverbindliche zwischenstaatliche Abkommen zum Schutz personenbezogener Daten bei automatischer Verarbeitung.(Bild: ©  lucadp - stock.adobe.com)
Der 28. Januar wurde als Europäischer Datenschutztag gewählt, da an diesem Datum im Jahr 1981 der Europarat das Übereinkommen Nr. 108 annahm, das erste rechtsverbindliche zwischenstaatliche Abkommen zum Schutz personenbezogener Daten bei automatischer Verarbeitung.
(Bild: © lucadp - stock.adobe.com)

Am 28. Januar 2026 wird der Europäische Datenschutztag gefeiert, ein Anlass, um das Be­wusst­sein für den Schutz persönlicher Daten zu schärfen. Gerade in einer zunehmend digitalisierten Welt, in der Cybercrime exponentiell zunimmt, ist der Schutz persönlicher Daten wichtiger denn je. Laut dem aktuellen BSI-Lagebericht 2025 wurden täglich 119 neue Sicherheitslücken bekannt – ein Anstieg um 24 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Ransomware-Gruppen stellen nach wie vor die größte Bedrohung dar, insbesondere für kleine und mittlere Unternehmen, die 80 Prozent der Attacken ausgesetzt sind.

Zusätzlich zeigt der Global Cybersecurity Outlook 2026 des Weltwirtschaftsforums, dass 91 Prozent der großen Unternehmen sich aufgrund geopolitischer Bedrohungen anpassen müssen und dass Künstliche Intelligenz zunehmend als potenzieller Risikofaktor wahr­ge­nommen wird. Immer mehr Unternehmen setzen KI ein, um Cyberbedrohungen zu erkennen, wobei sich gleichzeitig die Angriffe durch AI-gestützte Werkzeuge wie Infostealer und raffi­nierte Spyware erhöhen. Die bestätigt das Security Bulletin von Kaspkersky, laut dem es einen alarmierenden Anstieg von Passwörter-Diebstählen und Cyberangriffen gibt.

Europäischer Datenschutz wird strenger

Mit verstärkten Cyberregulierungen will die Europäische Union den Schutz für Daten und personenbezogene Informationen erhöhen. Dies ist für Verbraucherinnen und Verbraucher unerlässlich und ermöglicht es Unternehmen und Organisationen, mehr Kontrolle über ihre Daten zu gewinnen. Dazu sollen zum Beispiel die NIS-2-Richtlinie und der EU AI Act beitragen.

Die NIS 2-Richtlinie zielt darauf ab, die Cybersicherheit in der EU umfassend zu verbessern. Sie stellt erhöhte Anforderungen an Unternehmen und Behörden, um gegen Cyberbedrohungen resilienter zu werden. Diese Richtlinie verpflichtet kritische Infrastrukturbetreiber, robuste Sicherheitsvorkehrungen zu implementieren und Sicherheitsvorfälle umgehend zu melden. Die zeitnahe Meldung dieser Vorfälle ist entscheidend, da sie nicht nur die Reaktionsfähigkeit auf Bedrohungen fördert, sondern auch die Zusammenarbeit und den Austausch von Informationen zwischen den Mitgliedstaaten stärkt.

Der EU AI Act führt weitreichende Anforderungen für die Entwicklung und den Einsatz von Künstlicher Intelligenz in der EU ein. Durch klar definierte Standards und Regularien sollen Sicherheitslücken von Anfang an minimiert werden. Ziel ist es, ein hohes Maß an Sicherheit und Schutz der Grundrechte der Bürger zu gewährleisten. Unternehmen müssen bei der Ent­wick­lung und Implementierung von KI-Lösungen transparente Prozesse einhalten und sicher­stellen, dass ihre Technologien keine schädlichen Auswirkungen haben. Dies kommt nicht nur den Verbrauchern zugute, sondern stärkt auch das Vertrauen der Unternehmen in rechtliche Rahmenbedingungen und fördert eine verantwortungsvolle Innovation.

Diese neuen Regelungen sind entscheidend für die digitale Souveränität Europas. Sie er­mög­lichen es der EU, ihre eigenen Standards zu setzen und dabei die Daten der Bürger effektiv zu schützen. Indem die EU sicherstellt, dass persönliche Daten innerhalb ihrer Grenzen geschützt und verantwortungsvoll verarbeitet werden, verringert sie die Abhängigkeit von Drittanbietern aus Ländern, die möglicherweise weniger strenge Datenschutzstandards haben. Dies trägt dazu bei, ein sicheres digitales Umfeld zu schaffen, das das Vertrauen der Bürger in digitale Tech­no­logien und Dienste fördert.

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