Desinformation bedroht Unternehmen heute massiv durch manipulierte Inhalte, Deepfakes und Fake-News-Kampagnen. KI-gestützte Monitoring-Tools, Blockchain-Technologien und gezielte Kommunikationsstrategien können IT-Verantwortlichen allerdings helfen, Desinformation frühzeitig zu erkennen, wirksam gegenzusteuern und den eigenen Ruf dauerhaft zu sichern.
Desinformation entwickelt sich zur ernsten Bedrohung für Unternehmen: Manipulierte Inhalte und Deepfakes gefährden Reputation, Vertrauen und Betriebsabläufe.
Die Cybersicherheitslandschaft im Jahr 2025 hat sich weit über traditionelle Bedrohungen wie Malware oder Phishing hinaus weiterentwickelt. Unternehmen sehen sich inzwischen zusätzlich mit einer neuen Art von Bedrohung konfrontiert: Desinformation, also die Verbreitung von falschen oder irreführenden Informationen, um die Integrität von Unternehmen, das Vertrauen der Öffentlichkeit und sogar nationale Sicherheit zu beeinträchtigen, zu manipulieren und zu untergraben. Für IT-Verantwortliche besteht die Herausforderung also darin, Desinformation zu verstehen, zu antizipieren und mit strategischer Präzision zu bekämpfen.
Desinformation, die in böswilliger Absicht verbreitet wird, ist in jüngster Zeit zu einem der bei Cyberangreifern beliebtesten Angriffsvektoren geworden. Ihre rasche Verbreitung wird durch Social-Media-Plattformen, Deepfakes und KI-generierte Inhalte erleichtert. Im Gegensatz zu traditionellen Cybersicherheitsbedrohungen, die auf Systeme abzielen, zielt Desinformation darauf ab, Vertrauen in Institutionen, Marken und das Konzept von Information an sich in Frage zu stellen.
In der Vergangenheit wurde Desinformation oftmals dazu genutzt, demokratische Prozesse zu beeinträchtigen, Wahlen zu beeinflussen und das Vertrauen der Öffentlichkeit in öffentliche Institutionen und Journalismus zu untergraben. Sie spielte eine bedeutende Rolle dabei, gesellschaftliche Spaltungen zu vertiefen und den Ruf von Personen des öffentlichen Lebens zu schädigen, insbesondere von politischen Führungspersonen. Heute hat sich der Einsatzschwerpunkt von Desinformation verlagert: Bedrohungsakteure und kriminelle Gruppen nutzen dabei dieselben Taktiken, Strategien und Verbreitungskanäle, die in der Vergangenheit für politische Desinformationskampagnen verwendet wurden, um Unternehmen zu kompromittieren.
Ein aufsehenerregendes Beispiel für Desinformation stellt der Fall eines gefälschten Memos dar, das angeblich vom US-Verteidigungsministerium verbreitet wurde. In diesem Memo wurde behauptet, dass die geplante Übernahme eines Technologieunternehmens durch ein führendes Halbleiterunternehmen die nationale Sicherheit der Vereinigten Staaten gefährden würde, was zu einem Einbruch der Aktienkurse beider Unternehmen führte.
Auch Pharmaunternehmen wie Pfizer sahen sich beispielsweise während der weltweiten Bereitstellung von Impfstoffen mit Desinformationskampagnen konfrontiert, die die Wirksamkeit und Sicherheit ihrer Impfstoffe in Frage stellten. Diese Kampagnen gefährdeten nicht nur die öffentliche Gesundheit, sondern schädigten auch die Aktienkurse und Glaubwürdigkeit der betroffenen Unternehmen. Als deutlich wurde, dass es für Unternehmen eine Herausforderung darstellt, Falschinformationen in Echtzeit zu widerlegen, wurde offensichtlich, dass solide Sicherheitsmaßnahmen zum Schutz vor Desinformation erforderlich sind.
Risiken und Herausforderungen im Zusammenhang mit Desinformation
Desinformation stellt eine komplexe Bedrohung dar, die über einfache Unwahrheiten hinausgeht. Sie manipuliert Wahrnehmung und beeinflusst Entscheidungen, was nicht nur einzelne Organisationen, sondern auch ganze Wirtschafts- und Sozialsysteme destabilisieren kann. Um diesen Herausforderungen zu begegnen, ist ein umfassendes Verständnis der Taktiken und Technologien erforderlich, die bei der Verbreitung von Desinformation zum Einsatz kommen.
Vertrauensverlust: Desinformation untergräbt das Vertrauen in Organisation, beispielsweise durch falsche Kundenbewertungen, Fake News über Geschäftspraktiken oder manipulierte Aussagen von Führungskräften. Einmal verlorenes Vertrauen lässt sich nur schwer wiederherstellen, was die Markentreue und das Verhältnis zu wichtigen Stakeholdern beeinträchtigt.
Störung der Betriebsabläufe: Desinformation kann Betriebsabläufe teilweise erheblich stören, beispielsweise wenn Falschmeldungen über Datenschutzverletzungen oder Produktmängel zu unnötigen Rückrufaktionen, behördlichen Untersuchungen oder finanziellen Verlusten führen.
Rechtliche und regulatorische Folgen: Wenn Unternehmen den Eindruck erwecken, dass sie unzureichende Maßnahmen zur Eindämmung von Desinformation getroffen haben, kann dies rechtliche und regulatorische Folgen nach sich ziehen, insbesondere wenn Verbraucher oder Märkte davon betroffen sind. Gleichzeitig wird die Einhaltung aller relevanten regulatorischen und Compliance-Standards im Hinblick auf digitale Inhalte und Falschinformationen zunehmend komplexer.
Reputationsverlust: Desinformationskampagnen können den Ruf eines Unternehmens ernsthaft und langfristig schädigen. Wenn Falschinformationen sich zu schnell verbreiten, kann dies die Fähigkeit von Unternehmen übersteigen, darauf angemessen zu reagieren, und sowohl bei der Öffentlichkeit als auch bei Investoren einen bleibenden, negativen Eindruck hinterlassen.
Neue Technologien werden zum zweischneidigen Schwert
Neue Technologien wie generative KI haben die Bedrohungslage durch Desinformation noch einmal verschärft, denn sie ermöglichen die schnelle Erstellung von Deepfakes, hyperrealistischen, irreführenden Bildern, Videos und Audiodateien. Wie überzeugend und manipulativ KI tatsächlich sein kann, zeigen beispielsweise Deepfake-Videos von Personen des öffentlichen Lebens, wie das berüchtigte Video des ehemaligen US-Präsidenten Barack Obama, das von BuzzFeed gemeinsam mit dem Schauspieler Jordan Peele erstellt wurde. Solche Tools sind auch für Bedrohungsakteure zugänglich, die sie zur Erstellung von Fake News und Propaganda nutzen, um die Reichweite und Wirkung ihrer Desinformationskampagnen noch einmal zu verstärken.
Gleichzeitig können diese Technologien jedoch auch zur Bekämpfung von Desinformation eingesetzt werden. KI-gestützte Tools wie die Deepfake Detection Challenge, die von Meta in Zusammenarbeit mit anderen großen Technologieanbietern entwickelt wurde, zielen darauf ab, Desinformation und Manipulation in Medien effektiver zu erkennen. Darüber hinaus nutzen KI-gestützte Plattformen wie Full Fact die Möglichkeiten von Machine Learning, um Prozesse zur Überprüfung von Fakten zu automatisieren, wodurch Falschinformationen schneller identifiziert und korrigiert werden können. Diese Anwendungsfälle verdeutlichen noch einmal, dass KI auch ein leistungsstarkes Werkzeug bei der Bekämpfung von Desinformation sein kann.
Stand: 08.12.2025
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Und auch Blockchain-Technologie bietet dafür einen vielversprechenden Ansatz, indem sie eine dezentrale und manipulationssichere Möglichkeit schafft, um die Authentizität von Informationen zu überprüfen. Durch den Einsatz von Distributed-Ledger-Technologie stellt die Blockchain die Integrität von Daten sicher und erschwert es Bedrohungsakteuren, Informationen zu verändern oder zu fälschen.
So zielen Projekte wie das News Provenance Project der New York Times beispielsweise darauf ab, Falschinformationen zu bekämpfen, indem sie mithilfe von Blockchain-Technologie die Quelle und Authentizität von Nachrichtenartikeln erfassen und überprüfen. Unternehmen wie Civic Ledger untersuchen zudem, wie sich mit der Blockchain Dokumente und digitale Identitäten authentifizieren lassen, um die Verbreitung von Falschinformationen zu verhindern.
Die Blockchain kann auch genutzt werden, um die Verbreitung von Informationen über Social-Media-Plattformen zu verfolgen. Dabei wird mithilfe von Blockchain-Technologie eine transparente und unveränderliche Dokumentation der Quellen von und Änderungen an digitalen Inhalten erstellt, um Desinformation und die für ihre Verbreitung Verantwortlichen zu identifizieren. Diese Rückverfolgbarkeit kann dazu beitragen, die Verbreitung von Fake News und manipulierten Inhalten erheblich zu reduzieren und so ein verlässlicheres digitales Ökosystem zu ermöglichen.
Mit Blick auf die wachsende Bedrohung durch Desinformation müssen Organisationen eine proaktive und mehrschichtige Strategie anwenden, um ihre eigene Integrität und das Vertrauen in sie zu schützen. Denn die Bekämpfung dieser Bedrohung erfordert eine Kombination aus moderner Technologie, sorgfältigem Monitoring und umfassender Kommunikation:
Proaktives Monitoring und Reaktion auf Vorfälle: Unternehmen müssen moderne, KI- und Machine-Learning-gestützte Monitoring-Lösungen nutzen, um Desinformationstrends und -quellen frühzeitig zu erkennen. Echtzeit-Warnmeldungen unterstützen die Verantwortlichen dabei ideal, da sie so noch schneller auf Bedrohungen reagieren können.
Verbesserung der Medienkompetenz: Organisationen sollten in die Aufklärung ihrer Mitarbeitenden, Stakeholder und Zielgruppen investieren, um diese dabei zu unterstützen, Desinformation zu erkennen. Kampagnen zur Sensibilisierung der Öffentlichkeit stellen eine effektive erste Verteidigungslinie gegen Desinformation dar.
Solide Kommunikationsstrategien: Eine solide Kommunikationsstrategie, die klare, transparente und zeitnahe Kommunikation priorisiert, ist ein wirksames Werkzeug zur Bekämpfung von Desinformation. Deshalb sollte jede Organisation einen oder mehrere entsprechende Kommunikationspläne entwickeln und bereithalten.
Faktenprüfungen durch Dritte: Eine neutrale, verlässliche Stimme sorgt für mehr Glaubwürdigkeit bei der Widerlegung von Falschinformationen. Mit unabhängigen Organisationen zur Faktenprüfung zusammenzuarbeiten lohnt sich deshalb für jedes Unternehmen, das sich mit Desinformation konfrontiert sieht.
Die zunehmende Verbreitung von Desinformation stellt für die Cybersicherheitslandschaft einen Paradigmenwechsel dar. IT-Verantwortliche müssen sich darüber im Klaren sein, dass der Kampf gegen Desinformation nicht nur eine technische Herausforderung, sondern auch eine strategische Notwendigkeit darstellt, die einen ganzheitlichen Ansatz erfordert. Dieser muss sowohl technologische Lösungen als auch Kollaboration und Aufklärung umfassen. Organisationen, die in einen solchen Ansatz investieren, schützen nicht nur ihre eigenen Interessen, sondern tragen auch dazu bei, Wahrheit und Vertrauen im digitalen Zeitalter zu bewahren.
Über die Autorin: Priyanka Roy ist Senior Enterprise Evangelist bei ManageEngine.