Trump gefährdet deutsche Wirtschaft Startups distanzieren sich von den USA

Quelle: Pressemitteilung 3 min Lesedauer

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Wie der Bitkom in einer Befragung feststellte, seien deutsche Tech-Startups kritischer gegenüber Investoren aus den USA geworden. Grund hierfür sei die Trump-Regierung. Folglich werden die Rufe nach digitaler Souveränität lauter.

70 Prozent der Tech-Startups sehen in der Trump-Regierung eine Gefahr für die deutsche Wirtschaft.(Bild:  Flickr: Gage Skidmore)
70 Prozent der Tech-Startups sehen in der Trump-Regierung eine Gefahr für die deutsche Wirtschaft.
(Bild: Flickr: Gage Skidmore)

Die USA galten lange Zeit dank ihrer Innovationskraft als Vorbild und wichtigster Partner für die deutsche Startup-Szene. Doch seit dem dortigen Regierungswechsel herrscht hierzulande dem Bitkom zufolge Skepsis. Sieben von zehn Gründerinnen und Gründern würden die USA unter Präsident Donald Trump für ein Risiko für die deutsche Wirtschaft halten. Weitere 35 Prozent würden derzeit zögern, mit Startups oder Unternehmen aus den USA zusammenzuarbeiten.

Tech-Startups sind gespalten

Aktuell würden drei von zehn Startups prüfen, ob eine mögliche Finanzierung durch US-Investoren für sie weiterhin in Frage komme. 13 Prozent würden aufgrund des Regier­ungs­wechsels EU-Investoren bevorzugen. Weitere elf Prozent seien zumindest zurückhaltender gegenüber Investoren aus Amerika geworden und für sieben Prozent würde eine solche Ko­ope­ration gar nicht mehr in Frage kommen. Auf der anderen Seite stehen 30 Prozent der Befragten, für die US-Investitionen trotz Trumps Präsidentschaft attraktiv seien. Für 26 spiele Kapital aus den USA grundsätzlich keine Rolle. Diese Ergebnisse erhielt der Digitalverband Bitkom im Rahmen einer Befragung von 152 Tech-Startups.

Deutschland als Standort für Startups

„Wenn sich Startups bewusst für Deutschland und Europa als Standort entscheiden, ist das eine riesige Chance für uns. Tech-Startups können und werden einen wichtigen Beitrag für das di­gi­tal souveräne Deutschland leisten“, sagt Bitkom-Präsident Dr. Ralf Wintergerst. „Ganz oben auf die Prioritätenliste gehören der Abbau bürokratischer Hürden für Startups und ein leich­terer Zugang zu öffentlichen Aufträgen. Behörden und Verwaltungen sollten Ankerkunden für Startups werden. Und wir müssen mehr Wagniskapital für Start­ups mobilisieren, ins­be­son­dere von institutionellen Anlegern.“ Dahingehend würden 87 Prozent fordern, dass Deutschland seine digitale Souveränität stärkt, um weniger abhängig von den USA zu sein.

Auch die Schweiz sucht in Europa

Auch im Nachbarland der Schweiz ist die Herkunft von IT-Sicherheitslösungen ein zunehmend wichtiges Thema. Angesichts der aktuellen geopolitischen Lage und wachsenden Unsicherheiten rund um den Datenschutz setzen Eset zufolge immer mehr Schweizer Unternehmen auf europäische Anbieter. Einer Umfrage des Sicherheitsanbieters zufolge setzen heute bereits 44 Prozent der befragten Schweizer Unternehmen auf IT-Sicherheitslösungen aus der EU oder der Schweiz. Und mehr als 72 Prozent der Unternehmen würden sich bei einer Neuanschaffung für Anbieter aus der EU oder der Schweiz entscheiden. Dabei wurden insgesamt 437 Entscheider und IT-Entscheider aus Unternehmen aller Branchen und Größenklassen befragt, davon 217 aus Österreich und 220 aus der Schweiz.

„Die Herkunft des IT-Sicherheitsanbieters entwickelt sich zunehmend zu einem zentralen strategischen Faktor“, kommentiert Rainer Schwegler, Senior Territory Manager Switzerland bei Eset. „Insbesondere europäische Anbieter bieten Schweizer Unternehmen oft eine höhere Rechtssicherheit, mehr Transparenz und einen starken Datenschutz im Vergleich zu außereuropäischen Anbietern. Zudem sind europäische Hersteller weniger von außereuropäischen geopolitischen Einflüssen betroffen.“

22 Prozent der Unternehmen würden jedoch nach wie vor auf US-amerikanische IT-Sicherheitslösungensetzen. Anbieter aus anderen Regionen wie China, Russland oder Israel würden dagegen kaum eine Rolle spielen. Dazu beitragen könnten Sorgen um die Vertraulichkeit der Daten. Derzeit kursieren Berichte über die Weitergabe vertraulicher Informationen durch den Schweizer Geheimdienstes an einen russischen IT-Sicherheitsanbieter. Sicherheitspolitiker befürchten, dass russische Geheimdienste dadurch Zugriff auf wertvollen Daten erhalten haben könnten. Da die Eset-Umfrage vor Bekanntwerden der Geheimdienstaffäre durchgeführt wurde, ist es nicht auszuschließen, dass nach den Medienberichten noch mehr Unternehmen zu Lösungen aus der Schweiz und EU tendieren würden.

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