SolarWinds IT-Trends-Report 2025 So erkennen IT-Teams ihre wahren Resilienz-Lücken

Ein Gastbeitrag von Peter Schmitz 3 min Lesedauer

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Rund 86 Prozent der deutschen IT-Experten bezeichnen ihre Unternehmen als resilient, gleichzeitig erfassen zwei Drittel (67 Prozent) der deutschen Unternehmen keine Resilienz-Kennzahlen wie Mean Time To Detect, Acknowledge oder Resolve (MTTx). Der IT-Trends-Report 2025 von SolarWinds zeigt wie Unternehmen ihre Resilienz überschätzen.

Eine SolarWinds-Studie zeigt, dass nicht ein Mangel an Technologie die Hauptursache für fehlende Resilienz ist, sondern vielmehr Schwächen in Workflows und in der Personalstruktur.(Bild: ©  Blue Planet Studio - stock.adobe.com)
Eine SolarWinds-Studie zeigt, dass nicht ein Mangel an Technologie die Hauptursache für fehlende Resilienz ist, sondern vielmehr Schwächen in Workflows und in der Personalstruktur.
(Bild: © Blue Planet Studio - stock.adobe.com)

In einer zunehmend komplexen und unvorhersehbaren IT-Landschaft wird betriebliche Resilienz zum entscheidenden Faktor für Wettbewerbsfähigkeit. Dennoch zeigt der aktuelle IT Trends Report 2025 von SolarWinds, dass viele Unternehmen ihre Widerstandsfähigkeit deutlich überschätzen – und dabei zentrale Schwachstellen übersehen. Unter dem Titel „Fragile to Agile: The State of Operational Resilience“ legt die Studie offen, wo deutsche IT-Teams heute stehen – und wo sie handeln müssen.

SolarWinds befragte gemeinsam mit UserEvidence über 600 IT-Führungskräfte aus neun Ländern. Die zentralen Ergebnisse der Studie verdeutlichen: Auch wenn rund 86 Prozent der deutschen IT-Experten ihre Unternehmen als resilient bezeichnen, herrscht große Unsicherheit bei zentralen Herausforderungen: Nur 24 Prozent fühlen sich in Bezug auf Bring-Your-Own-Device-Richtlinien gut aufgestellt, lediglich 18 Prozent trauen sich zu, wachsende Nutzererwartungen zu erfüllen, 23 Prozent sehen sich auf den Umgang mit Künstlicher Intelligenz vorbereitet – und nur 30 Prozent glauben, Cyberbedrohungen effektiv begegnen zu können. Einzig beim Management verteilter und remote arbeitender Teams sehen 56 Prozent keine nennenswerten Hürden mehr.

Technologie ist nicht genug. Es braucht Strategie und Menschen

Oft reagieren Unternehmen auf IT-Probleme oder Betriebsunterbrechungen mit technischer Taktik: Neue Tools oder Innovationen werden eingeführt, um kurzfristig Abhilfe zu schaffen. Doch die Studie zeigt, dass nicht ein Mangel an Technologie die Hauptursache für fehlende Resilienz ist, sondern vielmehr Schwächen in Workflows und in der Personalstruktur. 47 Prozent der deutschen Befragten geben an, dass ineffiziente Prozesse ihre Reaktionsgeschwindigkeit im Ernstfall bremsen. Weitere 47 Prozent nennen einen Mangel an qualifiziertem Personal als kritischen Engpass. Gerade einmal 6 Prozent sehen fehlende Tools als echtes Problem an.

Resilienz braucht Messbarkeit – doch MTTx-Kennzahlen fehlen oft

Ein weiteres zentrales Defizit zeigt sich bei der systematischen Messung von Resilienz. Zwei Drittel (67 Prozent) der deutschen Unternehmen verfolgen keine Kennzahlen wie Mean Time To Detect, Acknowledge oder Resolve (MTTx). Dabei sind es gerade diese Metriken, die helfen könnten, operative Schwachstellen frühzeitig zu erkennen. Unter denjenigen, die MTTx messen, gelten Tool-Ausstattung (71 Prozent), Workflow-Strukturen (67 Prozent) und Teamorganisation (43 Prozent) als entscheidende Einflussfaktoren für Performance und Problemlösungsfähigkeit.

Kundenzufriedenheit leidet, wenn die Resilienz fehlt

Fehlende betriebliche Resilienz bleibt nicht ohne Folgen – besonders für die Kundenseite. Wenn IT-Systeme ausfallen oder Services nicht wie erwartet funktionieren, leidet unmittelbar die Kundenzufriedenheit. 45 Prozent der Befragten benennen ein beeinträchtigtes Kundenerlebnis als größte Sorge. 23 Prozent berichten von Umsatzverlusten infolge von Ausfällen und kritischen Störungen. Und 18 Prozent sehen sogar ihr Markenimage beschädigt als direkte Folge der Wahrnehmung, unzuverlässig zu sein. Demgegenüber geben nur 27 Prozent an, dass ihre Kunden vollends zufrieden sind.

Resilienz wird zur strategischen Kernkompetenz

In einer Wirtschaftswelt, die zunehmend von Wettbewerb, Geschwindigkeit und Erwartungen getrieben ist, reicht es nicht mehr, lediglich reaktiv zu handeln. Unternehmen müssen standardmäßig proaktiv dafür sorgen, dass ihre IT-Abteilungen nicht nur funktionieren, sondern im Fall der Fälle auch flexibel, schnell und zielgerichtet reagieren können. Die Notwendigkeit dieser proaktiven Haltung spiegelt sich auch in der Einschätzung der Fachleute wider: 33 Prozent halten die Vorbereitung auf zukünftige Herausforderungen für äußerst wichtig, weitere 45 Prozent für sehr wichtig. Unternehmen, die heute handeln, schaffen damit das Fundament für nachhaltige operative Agilität – unabhängig davon, welche Herausforderungen morgen warten.

Resilienz ist kein Endzustand – sondern ein kontinuierlicher, strategischer Prozess. Wer diesen Wandel jetzt einleitet, kann aus Unsicherheit Stärke machen – und aus Komplexität einen Wettbewerbsvorteil.

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