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Der widersinnige Hang zum Leichtsinn

E-Mail-Verschlüsselung ist weiterhin kein Standard

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E-Mail-Kommunikation als wunder Punkt

Dabei entpuppte sich der Versand und Empfang von E-Mails als wunder Punkt. Internetsicherheit, Datensicherung und -entsorgung bereiten kaum noch Schwierigkeiten, fast alle Firmen (93 bis 98 Prozent) überzeugten in diesen Bereichen. Virenscanner und andere herkömmliche Schutzmechanismen sind mittlerweile nicht mehr wegzudenken, der Zugang zum Internet wird überwacht.

Die Kommunikation via E-Mail kann dagegen nur bei 43 Prozent der befragten Unternehmen als sicher angesehen werden – ein Rückgang um sieben Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Über die Hälfte der Unternehmen versenden ihre Mails im Umkehrschluss ohne jegliche Sicherheitsmaßnahmen – ein erschreckend hoher Wert, vor allem wenn man bedenkt, dass der E-Mail-Verkehr im gleichen Zeitraum um zehn Prozent zugenommen hat.

Da könnte man schnell auf die Idee kommen, die Zahlen dadurch zu erklären, dass schlicht weniger sensible und unternehmenskritische Daten versendet werden, doch das Gegenteil ist der Fall. Egal ob Geschäftsbriefe, Verträge, Verfahrensdokumentationen oder Präsentationen – in allen Bereichen ist ein deutlicher Zuwachs zu verzeichnen.

Integrierte Lösungen und Cloud-Ansätze

Warum der Sicherheitsaspekt im Mail-Bereich derart vernachlässigt wird, ist nicht bekannt. Möglicherweise scheuen kleinere Unternehmen die Kosten und den Aufwand spezieller Verschlüsselungssoftware. Dabei gibt es mittlerweile Lösungen, die im Gegensatz zu PGP und S/Mime einfach zu handhaben sind, an die Bedürfnisse der jeweiligen Firmen angepasst werden können und gleichzeitig eine Ende-zu-Ende-Verschlüsselung bieten.

Der Trend in diesem Bereich geht zu Lösungen, die sich in bestehende E-Mail-Programme wie Outlook integrieren lassen und dadurch leicht zu bedienen sind. Ein weiterer Trend bei mittelständischen Firmen ist die Nutzung von Cloud Computing, beinahe jedes vierte der befragten Unternehmen (23 Prozent) nutzt Cloud-Anwendungen.

Alarmierend hierbei: Siebzig Prozent der Cloud-Nutzer sind mit den Sicherheitsanforderungen und rechtlichen Rahmenbedingungen nur teilweise oder gar nicht vertraut. Insgesamt bleibt die Erkenntnis, dass im Bereich Internetsicherheit eine große Diskrepanz zwischen Denken und Handeln besteht, denn dem Großteil der Entscheider dürfte das hohe Gefahrenpotential durchaus bewusst sein.

Über den Autor

Max Sperber ist freier Journalist mit Artikeln für Printmedien wie die Süddeutsche Zeitung. Außerdem arbeitet er beim Münchner Software-Hersteller FTAPI im PR-Bereich und betreut die Social Media Accounts des Unternehmens.

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