Unter 17 Produkten hat das Security-Testlabor AV-Comparatives im Malware Protection Test die ausgemacht, die den besten Schutz und am wenigsten Fehlalarme bieten sowie die Geschäftsunterbrechung minieren.
Zweimal im Jahr führt AV-Comparatives den Malware Protection Test durch und kührt die besten Sicherheitslösungen.
(Bild: Dall-E / KI-generiert)
AV-Comparatives hat die Ergebnisse des Malware Protection Test, der zwei Mal im Jahr durchgeführt wird, veröffentlicht. Getestet wurden 17 Lösungen unter Windows 10 64-Bit. Die Ergebnisse basieren im ersten Halb jahr auf 490 und im zweiten Halbjahr auf 243 Testfällen und bewerten den Schutz vor Malware, die Fehlalarme und die Leistungsauswirkungen von Cybersicherheitslösungen auf Unternehmensebene.
Kaspersky Endpoint Security for Business – Select, with KSC
Microsoft Defender Antivirus with Microsoft Endpoint Manger
NetSecurity ThreatResponder
Rapid7 Insight IDR
SenseOn Platform with EPP
Sophos Intercept X Advanced
Trellix Endpoint Security (ENS)
Vipre Endpoint Detection & Response
VMware Carbon Black Cloud Endpoint Standard
AV-Comparatives ergänzt hierzu, dass Cisco, G Data, Rapid7, SenseOn und Vipre zusätzlich zu ihren eigenen Funktionen die Bitdefender-Engine verwenden. VMware verwendet zusätzlich die Avira-Engine. Die „ENS“-Version von Trellix in diesem Test verwendet die frühere McAfee-Engine, die sich jetzt im Besitz von Trellix befindet, und die „HX“-Version, verwendet die FireEye-Engine.
Alle Anbieter werden vor Testbeginn gebeten, ihre jeweiligen Produkte gemäß ihren Unternehmensrichtlinien zu konfigurieren. Die Schutzraten, Fehlalarme und die Systemauswirkungen können von den jeweiligen Produktkonfigurationen beeinflusst werden. Die vorab von den Systemadministratoren der Anbieter verwendeten Einstellungen, behält AV-Comparatives jeweils für ein Jahr bei allen Enterprise-Test bei.
Die Ergebnisse des Malware Protection Tests im 1. Halbjahr
Der Malware Protection Test wird zwei Mal im Jahr durchgeführt. Die erste Messung erfolgte von März bis Juni. Den Test-Experten zufolge, haben alle Anbieter sehr gut abgeschnitten, ein hohes Maß an Schutz gewährleistet und gleichzeitig die Unterbrechung der Geschäftsproduktivität minimiert. Das sind die Ergebnisse der Tests:
Anbieter
Schutz-Rate
Geblockte Angriffe von 490
Kompromittierungen
Fehlmeldungen
Avast
100 %
490
0
6
Kaspersky
99,8 %
489
1
0
Bitdefender
99,8 %
489
1
1
Elastic
99,6 %
488
2
0
Eset
99,6 %
488
2
1
G Data
99,6 %
488
2
3
Vipre
99,4 %
487
3
1
K7
99,4 %
487
3
5
Trellix
99,0 %
485
5
8
Cisco
98,8 %
484
6
0
CrowdStrike
98,8 %
484
6
21
VMware
98,4 %
482
8
2
Microsoft
98,2 %
481
9
0
Sophos
98,0 %
480
10
2
SenseOn
95,9 %
470
20
0
NetSecurity
95,1 %
466
24
4
Rapid7
94,9 %
465
25
0
Die Ergebnisse des Malware Protection Tests im 2. Halbjahr
Von August bis September führte AV-Comparatives den zweiten Malware Protection Test durch. Das sind die Ergebnisse im Detail:
Anbieter
Schutz-Rate
Geblockte Angriffe von 243
Kompromittierungen
Fehlmeldungen
Bitdefender
100 %
243
0
1
Sophos
99,8 %
242
0
3
Cisco
99,6 %
242
1
1
Eset
99,6 %
242
1
2
Trellix
99,6 %
242
1
9
G Data
99,2 %
241
2
10
Avast
99,2 %
241
2
15
CrowdStrike
99,2 %
241
2
30
Kaspersky
99,2 %
241
2
0
Vipre
99,2 %
241
2
2
Microsoft
98,8 %
240
3
1
VMware
98,8 %
240
3
3
K7
98,4 %
239
4
15
Elastic
98,4 %
239
4
17
NetSecurity
97,1 %
236
7
13
SenseOn
96,7 %
235
8
1
Rapid7
95,5 %
232
11
1
Test-Ablauf von AV-Comparatives
In den offiziellen Testergebnisse findet sich zudem ein Wert, der „user dependent“ heißt. Nachdem die Test-Malware ausgeführt wurde – und sofern sie nicht vorher blockiert wurde –, warten die Test-Experten einige Minuten auf bösartige Reaktionen und auch, um zum Beispiel Verhaltensblockern Zeit zu geben, zu reagieren und von der Malware ausgeführte Aktionen zu beheben. Wenn die Malware nicht erkannt wird und das System tatsächlich infiziert wird, gilt es als kompromittiert.
Falls dies nicht der Fall ist, galt der Schutz der getesteten Lösung als erfolgreich, es sei denn es ist eine Benutzerinteraktion erforderlich. Führte eine Benutzeraktion in einem solchen Fall dazu, dass das System kompromittiert wurde, wird dieser als „user dependent“ vermerkt, schließlich können die Aktionen verschiedener User unterschiedlich gut oder schlecht sein. Erfordert ein Test eine Benutzerinteraktion, lässt AV-Comparatives diese immer zu. In Fällen, in denen die Test-Experten dies tun, das Programm aber trotzdem blockiert wird, gilt das Programm als geschützt.
Im Test des zweiten Halbjahres gab es nur einen Fall beim Sophos, bei dem ein Angriff als benutzerabhängig eingestuft wurde. Im ersten Halbjahr entdeckte AV-Comparatives keinen solchen Fall bei einem der Hersteller.
Welche Produkte werden von AV-Comparatives getestet?
Eigenen Angaben zufolge ist AV-Comparatives bestrebt, so viele Produkte wie möglich in die Bewertungen miteinzubeziehen. Aufgrund von beschränkten Ressourcen, die die Testkapazitäten einschränken, werden in bestimmten Fällen Produkten von Unternehmen mit größerem Marktanteil Vorrang eingeräumt, da diese eine bedeutendere Auswirkung auf die gesamte IT-Sicherheitslandschaft haben. Dies bedeute nicht, dass Produkte kleinerer Anbieter weniger leistungsfähig seien. „Insgesamt verfolgen wir das Ziel, eine unparteiische und objektive Bewertung der verfügbaren IT-Sicherheitslösungen anzubieten. Dies gewährleistet eine breite Informationsbasis für Verbraucher und Unternehmen, die fundierte Entscheidungen über IT-Sicherheit treffen möchten“, fasst Peter Stelzhammer, Co-Founder von AV-Comparatives, zusammen.
Über AV-Comparatives
AV-Comparatives ist eine unabhängige Organisation, die systematische Tests anbietet, um zu prüfen, ob Sicherheitssoftware und mobile Sicherheitslösungen ihre Versprechen einhalten. Mithilfe einer immens großen Bedrohungssammlungen werden reale Umgebungen für die Tests geschaffen.
Wer erhält die AV-Comparatives-Zertifizierung?
Im Dezember 2024 wird AV-Comparatives die Lösungen auszeichnen, die aus den Tests als „Approved Business Product“ hervorgehen und diese mit einem Zertifikat ausstatten. Um dies zu erhalten, müssen die Lösungen eine Schutz-Rate von mindestens 90 Prozent erreichen, dürfen bei gängiger Business Software keine Fehlalarme auslösen und ihre False-Positive-Rate bei nicht geschäftlichen Dateien muss unter dem bemerkenswert hohen Schwellenwert liegen. Darüber hinaus müssen die Produkte im gesamten Real World Protection Test, der über über einen Zeitraum von vier Monaten läuft, mindestens 90 Prozent Schutz-Rate erreichen, dürfen bei sauberer Software nicht mehr als fünfzig Fehlalarme auslösen und dürfen bei gängiger Business Software keine Fehlalarme auslösen. Getestete Produkte müssen außerdem größere Leistungsprobleme vermeiden – die Auswirkungsbewertung muss unter 40 liegen – und alle gemeldeten Fehler behoben haben, um die Zertifizierung zu erhalten.
Stand: 08.12.2025
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