Anbieter zum Thema
Lektionen und unmittelbare Folgen der Banken- und Finanzkrise
Die bisherigen Regularien wie der Sarbanes-Oxley-Act in den USA oder Basel II bzw. KontraG in Deutschland und Europa waren offenbar ebenfalls nicht in der Lage, diesen negativen Prozess zu beeinflussen. Wie könnten wir also eine derart ausufernde Krise wie die jetzige künftig besser vermeiden?
Eine der wichtigsten Lektionen, die die Unternehmen nun lernen müssen, lautet: Das zentrale Thema „Governance“ ist ganz oben anzusiedeln. Es gilt nun, das komplette Rahmenwerk zum Risikomanagement neu zu justieren.
Wir beobachten, dass viele Unternehmen noch immer über kein unternehmensweites Risikomanagement (Enterprise Risk Management) verfügen. Das setzt natürlich zwingend die Verpflichtung des Top-Managements zu diesem Prozess voraus.
Es geht nicht nur um die Erfüllung von gesetzlichen Auflagen, sondern um die Frage, worauf das Risikomanagement sich konkret ausrichtet und wie viel Risiko das Unternehmen überhaupt verträgt. Die damit verbundene interne Kontrolle ist der zentrale Mechanismus und Hebel.
Wir haben doch aber Governance schon längst auf die Agenda gesetzt, und es gibt neben der allgemeinen Governance eine für die IT, eine weitere für SOA und sogar eine für die Security. All dies scheint aber nur an der Oberfläche wirksam zu sein. Wie kann man das Thema jenseits eines reinen Papiertigers dauerhaft etablieren?
In den USA wird es seitens der Unternehmen einen noch stärker formalisierten Prozess geben. Das scheint sich jedenfalls derzeit schon abzuzeichnen. Die größeren Firmen haben nämlich bereits damit begonnen, entsprechende personelle Konsequenzen zu ziehen.
Beispielsweise festigen sie den Bereich „Risikomanagement“ durch eine gestärkte innerbetriebliche Funktion eines Chief Operating Officers oder Chief Security Officers. Und hier sind die Verantwortlichkeiten rund um den jeweiligen Verantwortungsbereich der Prozesse viel deutlicher geregelt als früher. Es müssen aber alle Teile bei einem Compliant-System aus einem Guss sein.
Die global operierenden Unternehmen könnten jetzt doch auf die Idee kommen, auch ihren Banken mehr auf die Finger zu sehen und diese herauszufordern. Bis jetzt hat die Finanzbranche mehr oder minder die Bedingungen diktiert. Schlägt jetzt die „Real Economy“ zurück?
Derzeit ist es noch schwer einzuschätzen, welche signifikanten Auswirkungen sich aus der Finanzkrise ergeben. Hätten Sie mich aber vor sechs Monaten nach dem Klima und der Bereitschaft gefragt, notwendige Regularien zu akzeptieren – dann wäre meine Antowrt gewesen, wir hätten noch ein paar Kilometer vor uns.
Jetzt aber hat sich die Situation fundamental geändert. Nicht nur die Unternehmen fordern diese Regularien, sondern auch die Konsumenten sehen in diesem Punkt eine grundlegende Notwendigkeit.
Seite 3: Empfehlungen für das unternehmensweite Risk Management
(ID:2017989)