KI-Betrug im Ethereum-Netzwerk Gefälschte Trading-Bots stehlen Millionen

Quelle: Pressemitteilung 2 min Lesedauer

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Cyberkriminelle locken Krypto-Anleger mit angeblichen Arbitrage-Bots, die in Wahrheit manipulierte Smart Contracts enthalten. Verbreitet über YouTube und KI-generierte Videos flossen fast eine Million US-Dollar in die Wallets der Täter. SentinelLabs hat die Masche aufgedeckt.

Manipulierte Smart Contracts: Gefälschte Trading-Bots im Ethereum-Netzwerk leiten Anlegergelder direkt in die Wallets der Täter.(Bild: ©  immimagery - stock.adobe.com)
Manipulierte Smart Contracts: Gefälschte Trading-Bots im Ethereum-Netzwerk leiten Anlegergelder direkt in die Wallets der Täter.
(Bild: © immimagery - stock.adobe.com)

Eine aktuelle Untersuchung von SentinelLabs enthüllt eine besonders raffinierte Betrugsmasche im Ethereum-Ökosystem: Cyberkriminelle tarnen manipulierte Smart Contracts als angebliche „Trading-Bots“ und verbreiten diese über vermeintlich vertrauenswürdige YouTube-Tutorials. Das Ergebnis: Nahezu eine Million US-Dollar wanderte in die Wallets der Täter.

Der Köder: Arbitrage-Bots mit vermeintlich schnellen Gewinnen

Die Angreifer nutzen die Hoffnung vieler Krypto-Trader aus: automatisierte Bots, die Preisunterschiede zwischen Börsen ausnutzen und damit Gewinne erzielen sollen. In professionell aufbereiteten, teils KI-generierten YouTube-Videos erklären die Betrüger Schritt für Schritt, wie der angebliche Bot über die Ethereum-Entwicklungsumgebung „Remix“ eingerichtet wird. Dazu liefern sie direkt ein fertiges Code-Snippet, angeblich optimiert für maximale Rendite. In Wahrheit verbirgt sich darin jedoch ein manipuliertes Smart Contract, das nicht Gewinne erwirtschaftet, sondern sämtliche Einzahlungen an eine versteckte Wallet-Adresse der Täter überträgt. Um den Bot nutzen zu können, müssen die Opfer mindestens 0,5 ETH (rund 2.000 Euro) einzahlen – angeblich für Startkapital und Handelsgebühren.

Die Falle im Code: Verschleierte Smart Contracts

Smart Contracts sollen eigentlich Transaktionen automatisch, transparent und ohne Zwischeninstanzen ausführen. Die Täter bedienen sich jedoch ausgeklügelter Verschleierungs­techniken, um ihre Wallet-Adressen im Code zu tarnen: von der Aufteilung in Teilstrings über mathematische Umrechnungen bis hin zu komplexen XOR-Operationen. Selbst technisch versierte Nutzer können so den wahren Zweck des Codes kaum erkennen.

Besonders erfolgreich war eine Variante, bei der allein eine Wallet fast 245 ETH – über 570.000 Euro – einstrich. Zudem zeigte die Analyse, dass einzelne Wallet-Adressen in verschiedenen Versionen der Masche erneut eingesetzt wurden – ein deutlicher Hinweis auf organisierte Strukturen.

YouTube als Schaufenster des Betrugs

Für die Verbreitung setzen die Täter auf eine durchdachte Social-Media-Strategie: alte YouTube-Konten mit Historie, scheinbar authentische Kommentare und KI-generierte Videos, in denen mit ruhiger Stimme und seriösem Erscheinungsbild der vermeintliche Nutzen erklärt wird. Kritische Kommentare werden konsequent entfernt, während fingierte Erfolgsgeschichten im Kommentarbereich die Glaubwürdigkeit untermauern. Einige der Kanäle wurden mutmaßlich über Schwarzmärkte erworben, wo „fertige“ YouTube-Accounts mit langer Historie bereits für wenige Dollar gehandelt werden.

Gefährliche Mischung aus Technik und Täuschung

Die Kombination aus technischer Raffinesse, Social-Engineering-Taktiken und KI-Unterstützung macht diese Betrugsmasche besonders gefährlich. Wer genau hinter den Angriffen steckt, ist bislang unklar – die Analyse legt jedoch nahe, dass bestimmte Wallet-Adressen wiederholt in unterschiedlichen Smart Contracts auftauchen.

Die Empfehlung der SentinelLabs-Analysten ist eindeutig: Keine Smart Contracts aus unbekannten Quellen oder Social-Media-Videos nutzen – insbesondere dann nicht, wenn mit schnellen Gewinnen geworben wird. In der Welt der Kryptowährungen gilt mehr denn je: Wenn ein Angebot zu gut klingt, um wahr zu sein, ist es das höchstwahrscheinlich auch.

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