Botnetze bringen Bares

Geschäftsmodell Botnet – über die Entwicklung der Schattenwirtschaft

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Security-Insider.de: Welche Faktoren wirken sich eigentlich auf die Preisgestaltung der Botnetz-Betreiber aus? Können Sie einschätzen, wie viel die Miete für ein Botnet kostet?

Bar-Yosef: Da Zombie-Netzwerke für viele Zwecke genutzt werden, lässt sich der Preis für Botnet-gestützte Angriffe nur schwer beziffern. Zwei wichtige Faktoren bei der Preisgestaltung sind die Größe des Botnetzes und die Art der Attacke – also beispielsweise DDoS oder E-Mail-Spam.

Natürlich spielt es auch eine Rolle, ob ich eine militärische Einrichtung oder ein Privatunternehmen angreifen will und in welchem Land sich das Ziel befindet. Und letztlich wird natürlich auch darauf geachtet, wie lange das Botnet für die gewünschte Attacke zur Verfügung stehen soll.

Um nur ein paar Zahlen zu nennen: Der Versand von Spam-Mails an eine vorgegebene Liste von E-Mail-Empfängern kostet derzeit zwischen 100 und 200 US-Dollar. Eine 24-stündige DDoS-Attacke kann je nach Größe und Komplexität des Netzwerks bzw. der Website zwischen 50 und mehreren tausend Dollar kosten.

Konkret kann man aber sagen, dass die Preise fallen – denn wie Unternehmen der freien Wirtschaft konkurrieren auch Cyber-Kriminelle miteinander.

Security-Insider.de: Viele meinen, große Botnetze seien einfacher zu identifizieren als kleine, da letztere eher für zielgerichtete Angriffe genutzt werden. Welche Erfahrungen haben Sie diesbezüglich gesammelt?

Bar-Yosef: Im Grunde macht es keinen Unterschied, ob man es mit einem großen oder einem kleinen Botnetz zu tun hat. Denn die Botnetz-Betreiber vermieten letztlich nicht ihre Bots, sondern jedem Kunden einen Teil der verfügbaren Rechenleistung – die ist wiederum abhängig von den jeweiligen Kundenwünschen und Anforderungen einer Attacke.

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