KI trifft Zero Trust GenAI als Kernstück der Cybersicherheit

Ein Gastbeitrag von Umashankar Lakshmipathy 5 min Lesedauer

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Die Landschaft an digitalen Bedrohungen entwickelt sich weiterhin rasant. Unternehmen müssen daher kontinuierlich innovative Lösungen finden, um sich zu schützen und Cyber-Kriminellen einen Schritt voraus zu sein. Generative KI (GenAI) läutet dabei eine neue Cyber-Security-Ära ein.

Einer der wichtigsten Vorteile der Integration von KI in die Cybersicherheit ist, dass sie in der Lage ist, große Datenmengen schnell und präzise zu verarbeiten.(Bild:  IM Imagery - stock.adobe.com)
Einer der wichtigsten Vorteile der Integration von KI in die Cybersicherheit ist, dass sie in der Lage ist, große Datenmengen schnell und präzise zu verarbeiten.
(Bild: IM Imagery - stock.adobe.com)

KI verändert die Art und Weise, wie Unternehmen ihre Ressourcen schützen. Allerdings sind böswillige Akteure dank dieser Technologie ebenfalls in der Lage, ausgefeilte Angriffsstrategien zu entwickeln. Diese zweischneidige Natur der KI erfordert, dass Unternehmen ihre traditionellen Sicherheitsparadigmen überdenken.

Generative künstliche Intelligenz (GenAI) ist sowohl ein hervorragender Verbündeter als auch ein potenzieller Gegner für Organisationen. Für Unternehmen, die ihre Abwehrkräfte stärken möchten, ist die Integration von GenAI in ihre Cyber-Security-Architektur nicht nur eine Option, sondern eine Notwendigkeit.

Die Einführung hybrider Arbeitsmodelle hat traditionelle Security-Perimeter aufgelöst. Mitarbeiter greifen von unterschiedlichen Standorten und Geräten auf sensible Daten zu. Unternehmen müssen daher ein Security-Modell einführen, dass auf Zero-Trust-Prinzipien basiert. Innerhalb dieses Rahmenwerks kann KI eine entscheidende Rolle spielen, indem sie Bedrohungen in Echtzeit identifiziert und entschärft.

Cyber-Bedrohungen werden immer komplexer

Cyber-Kriminelle setzen KI ein, um immer komplexere Angriffe auszuführen. Diese fortschrittlichen Bedrohungen umgehen herkömmliche Sicherheitsmaßnahmen und richten erheblichen Schaden an, bevor sie entdeckt werden. Eine kürzlich von Darktrace durchgeführte Studie ergab einen Anstieg der Social-Engineering-Angriffe um 135 Prozent aufgrund der weit verbreiteten Verwendung von ChatGPT. Tools wie WormGPT sind in der Lage, überzeugende Phishing-E-Mails in mehreren Sprachen zu generieren. Dies erleichtert es Cyber-Kriminellen, ihre Ziele zu täuschen.

In diesem Zusammenhang müssen Unternehmen proaktiv sein und KI nutzen – nur so lassen sich Bedrohungen antizipieren und bekämpfen. Die Integration von KI in ihre Cyber-Security-Architekturen bietet Unternehmen einen strategischen Vorteil. Zudem schützen sie ihre Daten und Netzwerke effektiver.

Herkömmliche Sicherheitsmodelle, die sich auf definierte Perimeter stützen, reichen nicht mehr aus. Das Zero-Trust-Modell bietet einen robusteren Ansatz. Bei diesem Modell gehen Organisationen davon aus, dass Bedrohungen bereits im Netzwerk vorhanden sein können. KI kann dies noch verbessern, indem sie die Netzwerkaktivitäten kontinuierlich überwacht, Anomalien identifiziert und auf potenzielle Bedrohungen in Echtzeit reagiert.

Mit KI als Kernstück gewährleistet das Zero-Trust-Modell, dass nur autorisierte Benutzer auf sensible Daten zugreifen können. Das reduziert nicht nur die Risiken, sondern bietet auch ein höheres Maß an Sicherheit für verteilte Arbeitsgruppen. KI-gesteuerte Security-Systeme können Falschmeldungen (False Positives) schnell erkennen und verwerfen. Nur die als echt erkannte Bedrohungen werden an das Sicherheitsteam weitergeleitet. Dieser Prozess entlastet die IT- und Security-Teams – und ermöglicht ihnen, sich auf strategische Initiativen zu konzentrieren.

Die Rolle von KI, um Bedrohungen zu identifizieren und einzudämmen

Einer der wichtigsten Vorteile der Integration von KI in die Cybersicherheit: Sie ist in der Lage, große Datenmengen schnell und präzise zu verarbeiten. Diese Fähigkeit ist unerlässlich, um Muster und Anomalien zu erkennen, die auf einen Sicherheitsverstoß hindeuten.

Bedrohungen besser erkennen und darauf reagieren

KI-Algorithmen können Daten aus verschiedenen Quellen wie Netzwerkverkehr, Benutzerverhalten und Systemprotokolle analysieren, um potenzielle Bedrohungen zu erkennen. Diese Algorithmen erkennen ungewöhnliche Muster, die auf einen Cyberangriff hindeuten. Unternehmen können so schnell reagieren.

KI erkennt beispielsweise eine plötzliche Spitze bei den Datenübertragungsraten, die auf einen Versuch der Daten-Exfiltration hinweisen könnte. Da KI solche Anomalien in Echtzeit erkennt, sind Unternehmen in der Lage, direkt Maßnahmen zu ergreifen und potenzielle Sicherheitsverletzungen zu verhindern.

Fehlalarme reduzieren

Falschmeldungen sind ein häufiges Problem im Hinblick auf Cyber-Security. Sie treten auf, wenn legitime Aktivitäten als potenzielle Bedrohungen eingestuft werden. Das führt zu unnötigen Warnungen und verschwendet Ressourcen. KI reduziert solche „False Positives“ erheblich, indem sie aus historischen Daten lernt und ihre Genauigkeit mit der Zeit verbessert.

Durch eine reduzierte Anzahl von Fehlalarmen sorgt künstliche Intelligenz dafür, dass sich Sicherheitsteams auf schwerwiegende Bedrohungen konzentrieren können. Dies steigert nicht nur die Effizienz des Sicherheitsteams, sondern verringert auch deren Alarmmüdigkeit. Damit verhindert die KI auch, dass kritische Bedrohungen möglicherweise übersehen werden.

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Bessere Reaktion auf Vorfälle

Im Falle eines Sicherheitsverstoßes ist eine schnelle und effektive Reaktion extrem wichtig. KI analysiert eine Reihe von Aspekten im Hinblick auf die Reaktion auf einen Vorfall – diese Analyse lässt sich entsprechend automatisieren. Dazu gehört, dass KI die Quelle der Sicherheitsverletzungen identifiziert, die betroffenen Systeme isoliert und Abhilfemaßnahmen einleitet.

Eine automatisierte Reaktion auf einen Vorfall verkürzt die benötigte Zeit, um die Auswirkungen einer Sicherheitsverletzung einzudämmen und abzumildern. Damit lässt sich der Schaden so gering wie möglich halten und Malware zu verhindern.

Erleichterung für IT- und Sicherheitsteams

Die Qualifikationslücke im Bereich der Cybersicherheit stellt für viele Unternehmen eine wachsende Herausforderung dar. Der Mangel an qualifizierten Fachkräften bedeutet, dass die bestehenden IT- und Security-Teams mit der Anzahl an Bedrohungen, die sie bewältigen müssen, oft überfordert sind. KI kann diese Belastung reduzieren, indem sie Routineaufgaben automatisiert und verwertbare Erkenntnisse liefert.

Routineaufgaben automatisieren

Viele Aufgaben im Cyber-Security-Segment sind repetitiv und zeitaufwändig. Dazu gehört es, Netzwerkaktivitäten zu überwachen, Protokolldateien zu analysieren und Sicherheits-Patches zu verwalten. KI automatisieren diese Aufgaben und spart Security-Experten wertvolle Zeit. Diese können sie in andere, komplexere Herausforderungen investieren.

Verwertbare Einblicke liefern

KI analysiert Daten und gewinnt Erkenntnisse, die Sicherheitsteams helfen, fundierte Entscheidungen zu treffen. Zu diesen Erkenntnissen gehören, Schwachstellen im Netzwerk zu identifizieren, potenzielle Angriffe vorherzusehen und Abhilfestrategien zu empfehlen.

Durch die Bereitstellung umsetzbarer Erkenntnisse ermöglicht KI den Sicherheitsteams einen proaktiven Ansatz für die Cyber-Security. Dies optimiert nicht nur die allgemeine Sicherheitslage des Unternehmens, sondern verbessert auch die Wirksamkeit der Sicherheitsmaßnahmen.

Die Einbindung von GenAI in die Cyber-Security ist für Unternehmen enorm wichtig. Sie schützen so ihre Vermögenswerte in einer sich ständig verändernden digitalen Landschaft. KI erkennt Bedrohungen schneller, reduziert Fehlalarme und entlastet die Teams. Das Zero-Trust-Modell – unterstützt von KI – bietet ein starkes Rahmenwerk für den Datenschutz, insbesondere in hybriden Arbeitsumgebungen. Um die Angriffe von Cyber-Kriminellen abzuwehren, müssen Unternehmen innovativ sein und ihre Security-Strategien anpassen. Nur so sind sie effizienter und erzielen Wettbewerbsvorteile.

Über den Autor: Umashankar Lakshmipathy ist Executive Vice President und Co-Head von Infosys für das Cloud-, Infrastruktur- und Sicherheitsgeschäft. Er verfügt über mehr als 30 Jahre Erfahrung in der IT-Branche, davon mehr als 27 Jahre im Segment der Infrastrukturdienste.

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