Die Zukunft der mobilen E-Discovery

IT-Forensik für Smartphone, Tablet und Co.

| Autor / Redakteur: Tim Leehealey, AccessData / Stephan Augsten

E-Discovery auf Mobilgeräten muss nicht kompliziert und teuer sein.
E-Discovery auf Mobilgeräten muss nicht kompliziert und teuer sein. (Bild: Pixsooz - Fotolia.com)

In der Geschäftswelt kommen immer mehr Mobilgeräte wie Smartphones, Handys und Tablets zum Einsatz. Für Unternehmensanwälte, deren Arbeitgeber in den USA geschäftlich tätig sind, bedeutet dies in puncto E-Discovery eine enorme Herausforderung.

Moderne Mobilgeräte sind technisch ausgefeilt und erzeugen viele verschiedene Dateitypen. Um vor dem Hintergrund von E-Discovery potenzielle Beweismaterialien für Zivil- und Strafverfahren von den Geräten herauszufiltern, benötigen Justiziare spezielle Forensik-Tools.

E-Discovery scheint erst einmal nur US-amerikanische Unternehmen zu betreffen. Doch auch deutsche Unternehmen müssen unter Umständen entsprechende Anforderungen erfüllen. Dies wäre beispielsweise der Fall, wenn sie Tochterunternehmen eines amerikanischen Konzerns sind oder in den USA Geschäfte machen.

Im Strafrecht werden mobile Endgeräte schon seit vielen Jahren forensisch untersucht, allerdings hat die Historie einige dunkle Flecken. Ein Negativbeispiel in Sachen Privatsphäre fand in den USA statt, genauer lieferte es die Michigan State Police: Die Officer verwenden Forensik-Tools, die Informationen innerhalb weniger Minuten aus Mobilgeräten herauslesen können.

Seit mehreren Jahren nutzt auch die „Amerikanische Bürgerrechtsunion“ (ACLU) Michigan diese Software erfolgreich für Recherchen bei Smartphones, Tablets etc. Im Jahr 2011 kam es zwischen den beiden Institutionen zu einem Streit. Dieser wurde in Form von Pressemitteilungen öffentlich ausgetragen.

Die ACLU warf der State Police vor, die Technologie für „schnelle Daten-Downloads vom Handy ohne Wissen des Besitzers“ zu missbrauchen und dadurch dessen Privatsphäre zu verletzen. In einer eigenen Pressemeldung bestand die Michigan State Police allerdings darauf, diese Devices nur mit Durchsuchungsbefehl sowie Eigentümerzustimmung zu nutzen.

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Bei diesem Hin und Her kann eine wichtige Tatsache in Vergessenheit geraten: Strafverfolgungsbehörden nutzen forensische Software zum Herausfiltern wichtiger Mobilgerät-Daten bereits seit Jahren mit großem Erfolg. Jedoch entsteht in vielen Köpfen durch die Assoziation mit strafrechtlichen Ermittlungen der Eindruck, dass die Software kompliziert anzuwenden sei.

Zudem gibt es vermehrt Bedenken, dass diese Tools nur bedingt für Zivilprozesse brauchbar sind. Die Realität ist, dass die E-Discovery von Mobilgeräten über kurz oder lang nicht mehr vom Zivilrecht ignoriert werden kann, insbesondere angesichts der zunehmenden Verbreitung von Smartphones und Tablets.

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