Mobile Sicherheit, KI-basierte Bedrohungen und Cloud-Sicherheit IT-Sicherheit und Bedrohungen im Jahr 2024

Ein Gastbeitrag von Sascha Spangenberg 4 min Lesedauer

Anbieter zum Thema

In diesem Jahr wurde viel darüber gesprochen, bestimmte Anwendungen zu verbieten, um das Abfließen von Daten zu unterbinden. Im neuen Jahr sollten Unternehmen jedoch lieber die Ursache bekämpfen, dass Apps Daten an Orte senden, an die sie nicht gelangen sollten, meint Sascha Spangenberg, Security Expert in Mobile and SASE bei Lookout.

Das neue Jahr bringt bekannte und unbekannte Herausforderungen für die IT-Sicherheit von deustschen Unternehmen.(Bild:  Parradee - stock.adobe.com)
Das neue Jahr bringt bekannte und unbekannte Herausforderungen für die IT-Sicherheit von deustschen Unternehmen.
(Bild: Parradee - stock.adobe.com)

Generative KI ist vorteilhaft für die Steigerung der Produktivität, aber es ist davon auszugehen, dass Unternehmen zunehmend besorgt darüber sein werden, dass ihr geistiges Eigentum und sensible Geschäftsdaten in diesen Plattformen landen. Da Cyberangriffe immer raffinierter und häufiger werden, werden immer mehr Unternehmen eine Cybersicherheitsversicherung abschließen. Entsprechende Policen immer spezifischer werden, was die Zeichnungsanforderungen für mobile Sicherheit angeht, und mobile Sicherheitsmaßnahmen zu einer Voraussetzung machen, damit Unternehmen die angemessenen Schritte einleiten, um sich zu schützen.

Sobald selbst einfache Quantencomputer in größerem Umfang zur Verfügung stehen werden, besteht die Gefahr, dass riesige Mengen gestohlener verschlüsselter Daten offengelegt werden. Die heute üblichen Verschlüsselungsmethoden müssen grundlegend überarbeitet werden, um sicherzustellen, dass sie quantensicher sind und die Informationen auf der Datenebene geschützt werden. Dies wird entscheidend sein, um Schwachstellen in der Verschlüsselung am Ort des Zugriffs zu reduzieren.

Auch Angreifer werden auf KI setzen

Die gleichen KI-Tools, die Unternehmen nutzen, um beispielsweise Fehler und andere Schwachstellen zu identifizieren und zu beheben, können auch von Angreifern ausgenutzt werden. Es ist davon auszugehen, dass sie moderne Kill-Chain-Techniken wie Lapsus$, Oktapus und Scattered Spider einsetzen werden, um Schwachstellen zu identifizieren und ihre Social-Engineering-Bemühungen zu verbessern, um Zugang zur Infrastruktur zu erhalten. Im Jahr 2024 wird es für Unternehmen daher wichtig sein, KI-gestützte Sicherheitslösungen zu implementieren, die schnell und präzise auf potenzielle Sicherheitsvorfälle reagieren können.

Die Zunahme ausgefeilter Social-Engineering-Angriffe bedeutet, dass sich die Unternehmenssicherheit verstärkt auf Einzelpersonen – und ihr Mobiltelefon als Einstiegspunkt für Angreifer – konzentrieren muss. Dies bedeutet, sich der Verflechtung von Privat- und Arbeitsleben bewusstwerden zu müssen, da Kriminelle zunehmend versuchen, diese Verbindungen auszunutzen. Da Unternehmen arbeiten daran, die Sicherheit auf der Ebene der einzelnen mobilen Geräte zu verbessern, wird der wachsende Fokus auf Mobile Device Management (MDM)- und Mobile Threat Defense-Technologien als Schutzmaßnahmen zu einer noch schnelleren Verbreitung führen.

ZTNA wird das VPN ablösen – Cloud-Sicherheit erfordert Fachwissen

Unternehmen werden im neuen Jahr ihre Sicherheitsinfrastruktur an die Fernarbeit anpassen und sich vom VPN abwenden. Für den Schutz sensibler Unternehmensdaten bietet Zero Trust Network Access (ZTNA) im Vergleich zu herkömmlichen VPNs einen weitaus sichereren Ansatz, da eine granulare Zugangskontrolle die Benutzer auf bestimmte Anwendungen beschränkt. Dadurch wird die gesamte Angriffsfläche reduziert und die seitliche Bewegung von Bedrohungen verhindert, wodurch das Risiko, dass kompromittierte Konten oder Geräte die gesamte Infrastruktur gefährden, minimiert wird.

Für viele Unternehmen haben die Bemühungen um die digitale Transformation und die Verlagerung ihrer Daten in die Cloud in den letzten Jahren ihren Höhepunkt erreicht. Viele Unternehmen haben erfolgreich auf Cloud-basierte Architekturen umgestellt, einschließlich Hybrid- und Multi-Cloud-Modelle. Die Datensicherheit in diesen Cloud-Umgebungen erfordert oft Fachwissen, über das sie einfach nicht verfügen. Dadurch sind Unternehmen anfällig für Sicherheitslücken und Bedrohungen, die sich aus Konfigurationsfehlern in der Cloud und Netzwerkschwachstellen ergeben. Im Jahr 2024 wird die Schließung der Cloud-Sicherheitslücke eine Priorität für diese Unternehmen sein, da sie sonst Gefahr laufen, das beschleunigte Tempo der Cloud-getriebenen Innovation zu bremsen.

Vor allem Cloud-basierten Systeme, die leistungsfähig und skalierbar genug sind, um generative KI zu unterstützen, erfordern einen neuen Sicherheitsansatz, der in gleichem Maße skalieren kann. Um die Einführung innovativer, Cloud-basierter Technologien zu beschleunigen, muss es IT-Organisationen gelingen, die Daten zu schützen und gleichzeitig von der Leistungsfähigkeit und Skalierbarkeit der Cloud zu profitieren.

Öffentlicher Sektor weiterhin im Visier

2024 wird auch der öffentliche Sektor weiterhin durch immer raffiniertere Angriffe von Hackergruppen und Nationalstaaten bedroht sein. Berüchtigte Hackergruppen werden sich nicht nur immer besser organisieren, sondern es ist auch mit einer Zunahme von Ransomware as a Service (RaaS) zu rechnen. Auch die Zusammenarbeit mit Nationalstaaten wird zunehmen, die jeweils ihre eigenen destruktiven Ziele verfolgen, z. B. den Zugriff auf Regierungsdaten oder das Ausspionieren der Infrastruktur. Mit der Zunahme der Telearbeit erkennen Behörden, dass mobile Geräte eine wachsende Angriffsfläche darstellen. Sicherheitsstrategien, die auf Zero Trust und der Ausweitung von Endpoint Detection and Response (EDR) auf mobile Endgeräte beruhen, werden daher von entscheidender Bedeutung sein. Ein starker Fokus wird zudem auf Sicherheitslösungen liegen, die Daten schützen können, egal wo sie sich befinden – ob in der Cloud oder On-Premises.

Jetzt Newsletter abonnieren

Täglich die wichtigsten Infos zur IT-Sicherheit

Mit Klick auf „Newsletter abonnieren“ erkläre ich mich mit der Verarbeitung und Nutzung meiner Daten gemäß Einwilligungserklärung (bitte aufklappen für Details) einverstanden und akzeptiere die Nutzungsbedingungen. Weitere Informationen finde ich in unserer Datenschutzerklärung. Die Einwilligungserklärung bezieht sich u. a. auf die Zusendung von redaktionellen Newslettern per E-Mail und auf den Datenabgleich zu Marketingzwecken mit ausgewählten Werbepartnern (z. B. LinkedIn, Google, Meta).

Aufklappen für Details zu Ihrer Einwilligung

Über den Autor: Sascha Spangenberg ist Security Expert in Mobile and SASE bei Lookout.

(ID:49845084)