Verantwortungsbewusst handeln und Missbrauch verhindern KI im Unternehmen braucht klare Zielsetzung

Von Sascha Giese 4 min Lesedauer

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„Mit großer Macht kommt große Verantwortung“. Dieses Sprichwort passt immer dann, wenn man hört, wie Führungskräfte Künstliche Intelligenz (KI) einsetzen wollen. KI hat das Potenzial, Unternehmen zu verändern, aber wie viele Führungskräfte machen sich Gedanken über die Verantwortung, die mit dem Einsatz von KI verbunden ist?

Individuell definierte Ziele und Visionen sorgen dafür, dass KI ihre volle Leistungsfähigkeit entfalten und Missbrauch verhindert werden kann.(Bild:  © Gorodenkoff - stock.adobe.com)
Individuell definierte Ziele und Visionen sorgen dafür, dass KI ihre volle Leistungsfähigkeit entfalten und Missbrauch verhindert werden kann.
(Bild: © Gorodenkoff - stock.adobe.com)

Welcher Stellenwert wird der KI in einem Unternehmen zugeschrieben und welches Ziel wird verfolgt? Wie kann verhindert werden, dass sie auf eine Weise missbraucht wird, die Mitarbeitern, Kunden und der Zukunft des Unternehmens schaden könnte?

Mit diesen Fragen müssen sich Unternehmen im Hinblick auf die ethische Anwendung von KI auseinandersetzen. Angesichts der zwiespältigen öffentlichen Wahrnehmung bezüglich des Einsatzes von KI sollten sich Führungskräfte Gedanken über dessen Stellenwert im Unternehmen machen. Der Fokus liegt darauf, die vielfältigen Möglichkeiten der KI harmonisch mit den Bedürfnissen von Mitarbeitern, Kunden und Geschäftspartnern zu verbinden. Nur dann kann KI sinnvoll, ethisch vertretbar und fair eingesetzt werden.

Im Folgenden finden sich einige praktische Überlegungen für Führungskräfte, die den Einsatz von KI in ihrem Unternehmen ermöglichen.

Eine gezielte Vision für KI entwickeln

Ein Ziel ist nichts ohne eine Vision. Damit KI-Implementierungen erfolgreich ihr Ziel erreichen, müssen Führungskräfte ein Endziel, einen Idealzustand, festlegen. Die strategische Vision muss mit dem Blick auf die Menschen entwickelt werden – auf welche Weise wird KI realistisch die Mitarbeiter, Kunden und Partner unterstützen? Auch die relevanten Stakeholder müssen einbezogen werden, um einen realistischen Plan für die Erreichung dieser Ziele zu entwickeln. Dies sendet eine klare Botschaft aus: Wir sind entschlossen, KI zielgerichtet, kontrolliert und verantwortungsbewusst einzusetzen.

Der gesamte Prozess muss so transparent und öffentlich wie möglich sein, um das Vertrauen von Mitarbeitern, Partnern und Kunden zu gewinnen. Für Mitarbeiter dient ein solcher Plan dazu, die Rolle der KI im Unternehmen zu klären. Nicht, um sie und ihre Kollegen zu ersetzen, sondern als ein Werkzeug, welches ergänzt und unterstützt. Für Partner und Kunden dient er als Fahrplan, der beschreibt, wie die KI eingesetzt wird. Das Ziel ist, neue Chancen zu nutzen und gleichzeitig die Interessen aller Beteiligten zu schützen.

Aufbau einer soliden KI-Governance

Um sicherzustellen, dass die KI-Implementierung auf dem richtigen Weg bleibt, ist eine zielgerichtete Führung erforderlich. Diese Rolle wird am besten durch die Prinzipien einer KI-Governance erfüllt. Sie zielt darauf ab, die mit der KI-Nutzung verbundenen Risiken durch den Einsatz von Richtlinien und Best Practices proaktiv zu steuern. Mit einem besonderen Augenmerk auf Empathie, Transparenz und Rechenschaftspflicht entsteht eine robuste KI-Governance. Auf ihr fundiert die Möglichkeit, Unternehmen auf dem richtigen Weg zu halten und KI im Interesse der Allgemeinheit zu nutzen.

Wer ist für die KI-Governance zuständig? In der Regel kann von jedem, der in irgendeiner Form beteiligt ist, erwartet werden, dass er die Grundsätze der KI-Governance einhält. Besonders rechenschaftspflichtig ist neben der Unternehmensleitung auch der Vorstand, da beide Gremien die Unternehmensvision für KI verantworten. Eine ordnungsgemäß ausgeführte KI-Governance verhindert die falsche Ausrichtung von KI-Implementierungen und ‑Zielen. Zusätzlich trägt sie dazu bei, dass Unternehmen im Fall von negativen Auswirkungen bestimmen können, wie sich Situationen verbessern lassen.

Ein zweiter Blick auf die Datenschutzrichtlinien

Es ist kein Geheimnis, dass KI und Daten eng miteinander verknüpft sind. KI-Algorithmen benötigen eine beträchtliche Menge an Daten, um zu lernen, sich zu verbessern und weitere Daten zu erzeugen. In diesem geschlossenen Kreislauf sind die Auswirkungen bestimmter Entscheidungen tiefgreifend – wird die KI mit soliden Daten gefüttert kann sie Ergebnisse liefern, die präzise und ausgewogen sind. Wird sie allerdings mit schlechten Daten beliefert, ist das Ergebnis Ungenauigkeit, Voreingenommenheit und ergebnislose Meinungen.

Die Datenschutzrichtlinie muss an dieses neue Paradigma angepasst werden. Der Schwerpunkt liegt auf der Frage, warum bestimmte Datensätze mit einer KI-Lösung verknüpft werden. Welcher geschäftliche Nutzen und welche Ergebnisse werden von den Bemühungen erwartet? Wer entscheidet außerdem, welche Daten verwendet werden und wer Zugriff auf die von der KI erstellten Daten erhält? Dieses Maß an Kontrolle und Transparenz ist notwendig, damit jeder das in der Unternehmensvision für KI festgelegte Ziel einhalten kann – und um den langfristigen Schaden zu minimieren, den schlechte Datenentscheidungen bei zukünftigen KI-Implementierungen verursachen können.

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Wie wirksam ist die KI?

Die Implementierung ist nur der Anfang. Die KI-Initiativen müssen auf die erklärten Ziele ausgerichtet werden, indem die Prozesse im Laufe der Zeit konsequent evaluiert und optimiert werden. Dies ist auch eine ausgezeichnete Gelegenheit, um mit den Benutzern ehrliche Gespräche über die Wirksamkeit von KI zu führen. Verantwortliche gehen beispielsweise der Frage nach, ob Lösungen wie AIOps IT-Teams wirklich von wichtigen, sich aber wiederholenden Überwachungsarbeiten entlasten. Verringern KI Tools außerdem effektiv den Verwaltungsaufwand oder die Rekrutierung von Talenten?

Sascha Giese.(Bild:  SolarWinds)
Sascha Giese.
(Bild: SolarWinds)

Wenn Führungskräfte ein klares Ziel definieren, sind die Einsatzmöglichkeiten von KI enorm. Erfolgreiche Akteure erkennen zunehmend, dass KI ein entscheidendes Werkzeug ist, ihren Mitarbeitern, Kunden und Partner dabei zu helfen, ihre Ziele zu verwirklichen.

Über den Autor

Sascha Giese ist Global Tech Evangelist und Head Geek bei SolarWinds.

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