Künstliche Intelligenz im Kampf gegen Cyber-Bedrohungen Wie man KI-gestützte Cyber-Bedrohungen mit KI bekämpft

Ein Gastbeitrag von Markus Cserna 4 min Lesedauer

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Die digitale Revolution bringt nicht nur Fortschritt, sondern auch neue Gefahren mit sich. Erfahren Sie, wie künstliche Intelligenz als mächtiges Werkzeug eingesetzt werden kann, um hochentwickelte Cyber-Bedrohungen zu erkennen und zu neutralisieren. Entdecken Sie die Strategien der Zukunft im Kampf gegen digitale Kriminalität.

Künstliche Intelligenz im Einsatz: Moderne Cyber-Abwehrmechanismen schützen digitale Infrastrukturen vor hochentwickelten Bedrohungen.(Bild:  Dall-E / KI-generiert)
Künstliche Intelligenz im Einsatz: Moderne Cyber-Abwehrmechanismen schützen digitale Infrastrukturen vor hochentwickelten Bedrohungen.
(Bild: Dall-E / KI-generiert)

Mit der zunehmenden Digitalisierung unseres Alltags und der sich schnell fortschreitenden Entwicklung der digitalen Landschaft wird der Schutz digitaler Werte zu einer immer größeren Herausforderung. So haben die jüngsten Fortschritte im Bereich der künstlichen Intelligenz (KI) die bisherigen Einsatzmöglichkeiten von KI-Anwendungen zwar erheblich erweitert, gleichzeitig aber auch böswillige Akteure in die Lage versetzt, hochentwickelte Phishing-E-Mails, Webseiten und andere Formen von Cyber-Bedrohungen zu erstellen, die legitime Organisationen mit erschreckender Genauigkeit imitieren können.

Obwohl die Diskussion hinsichtlich der Chancen und Risiken von KI-Anwendungen in jüngerer Zeit wieder an Fahrt gewonnen hat und hier vor allem die Schattenseiten in den Mittelpunkt der öffentlichen Aufmerksamkeit gerückt werden, möchten wir als Softwareunternehmen, das sich auf Lösungen im Bereich Cyber-Sicherheit für Privatpersonen spezialisiert hat, aufzeigen, wie die neu gewonnene Macht der KI dazu eingesetzt werden kann, um KI verstärkte Bedrohungen nicht nur abzuwehren, sondern vielmehr zu übertreffen:

Das neue Zeitalter der Cyber-Bedrohungen

Der Kern des Problems liegt in der doppelten Nutzung der KI-Technologie. Einerseits kann KI unser Alltag erleichtern und unsere Geschäftsabläufe erheblich verbessern, andererseits gibt sie aber auch böswilligen Akteuren Werkzeuge an die Hand, mit denen sie überzeugende und anpassungsfähige Cyber-Bedrohungen erstellen können. Phishing-E-Mails und gefälschte Webseiten, mit denen Anmeldedaten gestohlen werden sollen, sind inzwischen so raffiniert gestaltet, dass selbst die wachsamsten Personen getäuscht werden können. Diese KI-generierten Bedrohungen können riesige Mengen an gestohlenen Daten analysieren, um die effektivsten Angriffsvektoren zu identifizieren, Betrugsversuche zu personalisieren und ihren Einsatz in großem Umfang zu automatisieren.

KI als Schutzschild: Neue Maßstäbe der Cybersecurity

Um KI für die Gefahrenabwehr bei digitalen Anwendungen überhaupt einsetzen zu können, bedarf es allerdings unserer Erfahrung nach einem vielschichtigen Ansatz, der für uns aus fünf Ebenen besteht:

1. Verbesserte Erkennung und Reaktion

Zunächst sollten KI-gesteuerte Sicherheitslösungen darauf ausgelegt sein, subtile Anomalien zu erkennen, um bösartige Inhalte von legitimer Kommunikation zu unterscheiden. Indem wir unsere Modelle auf einem umfangreichen und vielfältigen Datensatz mit echten und betrügerischen Inhalten trainieren, sind sie in der Lage, zu lernen und die von der KI generierten Bedrohungen in ihren Nuancen zu erkennen. Dies ermöglicht die Echtzeit-Erkennung von Phishing-Versuchen, Malware, Ransomware und Versuchen des Identitätsdiebstahls, wodurch sich das Zeitfenster für Angreifer deutlich verringert.

2. Prädiktive Bedrohungsanalyse

Über reaktive Maßnahmen hinaus sollten KI-Systeme zudem Muster und Trends bei Cyber-Bedrohungen auf der ganzen Welt analysieren. Indem wir verstehen, wie böswillige Akteure ihre Strategien weiterentwickeln, können wir potenzielle künftige Angriffe vorhersagen und proaktiv Abwehrmaßnahmen vorbereiten. Diese prädiktive Bedrohungsintelligenz ist von entscheidender Bedeutung, um kriminellen Akteuren immer einen Schritt voraus zu sein, insbesondere jenen, die KI einsetzen, um dynamisch neue Bedrohungen zu generieren.

3. Automatisierte Sicherheitsupdates und Patches

Als Reaktion auf die Schnelllebigkeit von KI-gestützten Bedrohungen sollten KI-gesteuerte Sicherheitslösungen außerdem mit der Fähigkeit ausgestattet sein, Sicherheitsmaßnahmen automatisch und in Echtzeit zu aktualisieren. Anders als bei klassischen Endpoint-Lösungen reicht dabei die Aktualisierung der intelligenten Zentralplattform völlig aus, um alle angeschlossenen Clients mit den neuesten verfügbaren Bedrohungsdaten zu versorgen. Parallel dazu analysieren KI-Algorithmen aufkommende Bedrohungen und stellen Updates bereit, um neuen Schwachstellen entgegenzuwirken. So wird sichergestellt, dass sich der Schutz genauso schnell weiterentwickelt wie die Bedrohungen selbst.

4. Analyse des Benutzerverhaltens für verbesserten Schutz

Darüber hinaus sollte KI auch dazu eingesetzt werden, um die Verhaltensmuster der Benutzer zu überwachen und Abweichungen zu erkennen, die auf einen Verstoß oder einen Versuch des unbefugten Zugriffs hindeuten könnten. Diese Ebene der Verhaltensanalyse verleiht den Sicherheitsmaßnahmen eine entscheidende Tiefe und schützt Benutzer vor ausgeklügelten Angriffen, die bei herkömmlichen Methoden möglicherweise übersehen werden.

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5. Zusammenarbeit und gemeinsame Nutzung von Bedrohungsdaten

Da wir uns der Bedeutung der kollektiven Sicherheit in der digitalen Welt bewusst sind, nutzen wir offene Cybersicherheitsplattformen, um den Austausch von Bedrohungsdaten zwischen vertrauenswürdigen Partnern zu erleichtern. Denn durch die Bündelung von Ressourcen und den Austausch von Informationen ist es möglich ein umfassenderes Verständnis von Cyber-Bedrohungen zu entwickeln und Verteidigungsstrategien effektiver zu koordinieren.

Der zunehmende Einsatz von KI durch Cyberkriminelle stellt eine bedeutende Veränderung für die Sicherheitslage von digitalen Anwendungen dar. Aus diesem Grund kann der Einsatz von KI im Sinne der Sicherheitsbemühungen auf dem Spielfeld nicht nur für die nötigen Ausgleich sorgen, sondern es eröffnet auch die Chance im stetigen Kampf gegen die Cyberkriminalität die Oberhand zu gewinnen. In der festen Überzeugung, dass die beste Verteidigung gegen KI-gestützte Bedrohungen die KI selbst ist, die zusätzlich noch durch menschliches Fachwissen und ein Engagement für kontinuierliche Innovation ergänzt wird, sind wir im Stande Bedrohungen noch effizienter zu erkennen und zu neutralisieren. Auf diese Weise schützen wir unsere Kunden vor den sich ständig weiterentwickelnden Risiken, die mit der Nutzung von Smartphones, Laptops, PCs und IoT-Geräten verbunden sind, und sorgen dafür, dass ihre digitalen Erlebnisse sicher und geschützt bleiben.

Über den Autor: Markus Cserna ist Leiter der IT-Abteilung von cyan. Er begann seine Karriere als Softwarespezialist für hochleistungsfähige Sicherheitsnetzwerkkomponenten, bevor er im Jahr 2006 cyan gründete, mit der ultimativen Vision, Internetnutzer auf der ganzen Welt zu schützen. Seitdem leitet er cyan als CTO mit einer rastlosen Leidenschaft für Cybersicherheitstechnologie, die sich immer wieder als der entscheidende Schritt nach vorne in dynamischen Märkten erweist.

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