Einsatz von KI in IT- und Security-Teams So ergänzen sich Mensch und Maschine in der Cybersicherheit

Ein Gastbeitrag von Dieter Kehl 3 min Lesedauer

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Ein standhafter Schutz gegen aggressive Cyber-Bedrohungen ist eines der größten Versprechen von Künstlicher Intelligenz (KI). Perspektivisch soll die Technologie dafür eingesetzt werden, Bedrohungen nahezu in Echtzeit zu identifizieren und abzuwehren. Allerdings darf das Informations­manage­ment nicht fehlen, wenn KI ein erfolgreicher Teil der Sicherheitsstrategie werden soll.

KI bringt im Kampf gegen Cyberkriminelle den entscheidenden Vorteil. Statt die Suche nach Bedrohungen manuell durchzuführen, kann man diese Aufgaben der Maschine übertragen, die effizienter und präziser vorgeht.(Bild:  Dall-E / KI-generiert)
KI bringt im Kampf gegen Cyberkriminelle den entscheidenden Vorteil. Statt die Suche nach Bedrohungen manuell durchzuführen, kann man diese Aufgaben der Maschine übertragen, die effizienter und präziser vorgeht.
(Bild: Dall-E / KI-generiert)

Hierzulande sind laut Bitkom fast drei Viertel der Unternehmen (72 Prozent) von den deutlich zunehmenden Cyber-Angriffen und den daraus resultierenden Schäden betroffen. Kein Wunder, dass die Investitionsbereitschaft steigt, um sich mithilfe einer breiten Palette an Sicherheitslösungen für die anhaltenden Gefahren zu rüsten. Dabei sollten Unternehmen unbedingt berücksichtigen, dass sich die Bedrohungslandschaft im ständigen Wandel befindet und schwer vorauszusagen ist. Daher ist es zwingend notwendig, einen statischen Security-Ansatz zu vermeiden und ebenfalls in Bewegung zu bleiben, denn die Folgen können verheerend sein.

Cyber-Kriminelle scheuen weder Kosten noch Mühen, um ihren Zielen gleich mehrere Schritte voraus zu sein. Teil dieser Strategie ist die Entwicklung von neuartige Schad-Codes, die es Sicherheitslösungen erschweren diese sofort zuerkennen und abzuwehren. So fand das BSI während des Berichtszeitraums 2023 täglich im Schnitt 250.000 neue Schadprogramm-Variationen. Unmengen an Daten zu analysieren und darin auch unbekannte Bedrohungen ausfindig zu machen, kommt der Suche nach der Nadel im Heuhaufen schon sehr nahe. Diese Arbeit ist ziemlich zeitaufwändig und anfällig für Fehler, insbesondere wenn sie auf manuellen Methoden basiert. Hinzu kommt, dass Sicherheitslösungen regelmäßige Updates benötigen, um auf neue Angriffsmuster gewachsen zu sein. Auch ist eine schnelle Reaktionsfähigkeit von essenzieller Bedeutung.

Nutzung von KI für einen besseren Überblick

Das Aufkommen neuer Technologien und Arbeitsmodelle, wie beispielsweise Remote-Arbeit, die eine Verteilung von Daten und Systemen zur Folge haben, macht die Unternehmens-IT immer undurchsichtiger. Diese Komplexität spielt so den Angreifern in die Karten, da diese Schwachstelle zu ihren Gunsten ausnutzen können und Auffälligkeiten länger unentdeckt bleiben.

Künstliche Intelligenz (KI) bringt im Kampf gegen Cyber-Kriminelle den entscheidenden Vorteil. Anstatt die Suche nach Anomalien, potenziellen Bedrohungen und auffälligem Verhalten nach wie vor manuell durchzuführen, kann man diese Aufgaben auch der Maschine übertragen, die effizienter und präziser vorgeht. So analysiert eine KI-Lösung automatisch und rund um die Uhr sämtliche Daten aus verschiedenen, unter Umständen global verteilten Quellen. Darin sucht sie nach auffälligen Mustern sowie missbräuchlichem (Nutzer-) Verhalten – alles, was auf einen bevorstehenden Angriff hinweisen könnte. IT- und Security-Teams werden dann in nahezu Echtzeit auf Gefahren aufmerksam gemacht, wodurch sie schneller reagieren und den Schaden eingrenzen können. Im Zuge dessen identifiziert das System zusätzlich ähnliche Vorgänge, die sich möglicherweise an anderen Stellen im Netzwerk abspielen. Gleichzeitig liefert sie eine vollständige Sicht auf erfolgreiche Angriffe.

Informationsmanagement ist ein absolutes Muss

Ein weiterer Vorteil eines durch KI- und Machine-Learning unterstützten Sicherheitsansatzes ist, dass das System ständig lernt, sich anpasst und die Erkennung von Bedrohungen verfeinert. Aufgrund dieses Zusammenspiels verschiedener Funktionen und Vorteile wird es für neue Bedrohungsarten und Malware-Variationen zunehmend schwieriger, sich den Weg in das System zu bahnen, da die KI sie einfacher als Gefahren einstufen kann.

Allerdings gibt es beim Einsatz von KI einen entscheidenden Haken. Ohne eine gute Datengrundlage nützt auch die beste KI-Lösung nichts. Denn wie es so schön heißt: „Garbage in, garbage out“. Je qualitativ hochwertiger die Trainings- und (historischen) Betriebsdaten sind, mit denen das KI-System gespeist wird, desto besser fallen die Ergebnisse aus. Dafür muss der Datenbestand unter anderem bereinigt und von redundanten und veralteten Daten befreit werden. Dieser Prozess ist sehr aufwendig und kann eine Menge Zeit beanspruchen. Eine Cloud-basierte, KI-getriebene Informationsmanagement-Lösung ist eine geeignete Unterstützung in der Bewältigung dieser Herausforderungen. Sie identifiziert, sammelt, analysiert und bereitet alle relevanten Daten auf. Gleichzeitig werden veraltete und doppelte Datensätze aussortiert. Im Anschluss stellt sie die Informationen für das KI-Modell bereit. Auf diese Weise erhalten IT- und Security-Teams eine hochwertige Datengrundlage, mit der die KI ihren Dienst in Sachen Cyber-Sicherheit leisten kann.

Fazit

Bei allem Nutzen, den KI für Unternehmen hat, profitieren auch Cyberkriminelle von dieser Technologie. Es gibt zwar keine Patentlösung zum Schutz vor diesen, Unternehmen können sich aber mit einer agil ausgerichteten Sicherheitsstrategie für die Tücken der Zukunft wappnen. Dazu gehören Schritte zur Vereinheitlichung der Datenerfassung und dem Schutz von diesen. Der Einsatz von KI in IT- und Security-Teams ist eine ideale Ergänzung, da sie Daten wesentlich effizienter durchsucht und analysiert sowie Bedrohungsmuster schneller erkennt. Auf diese Weise können sich auf eine zunehmend komplexer werdenden KI-Umgebung einstellen.

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Über den Autor: Dieter Kehl ist Director Sales DACH/CEE/MEA bei OpenText Cybersecurity.

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