Nachfolge unklar Microsoft macht Ann Johnson zum CISO für Europa – vorübergehend

Von Melanie Staudacher 2 min Lesedauer

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Microsoft kündigte an, einen stellvertretenden CISO einzustellen, der für die Einhaltung der Cybersicherheits­vorschriften in Europa verantwortlich sein soll. Bisher ist die Stelle leider nur vorläufig besetzt.

Wer die Nachfolge von Ann Johnson, die die Stelle als Deputy CISO für Europa dezeit vorübergehend innehat, antreten wird, ist nicht bekannt. Microsoft hat die Position allerdings schon groß angekündigt.(Bild:  Dall-E / KI-generiert)
Wer die Nachfolge von Ann Johnson, die die Stelle als Deputy CISO für Europa dezeit vorübergehend innehat, antreten wird, ist nicht bekannt. Microsoft hat die Position allerdings schon groß angekündigt.
(Bild: Dall-E / KI-generiert)

Ende April kündigte Microsoft neue „digitale Verpflichtungen“ gegenüber Europa an. Neben dem Ausbau der Cloud- und KI-Infrastruktur von Microsoft gehört dazu auch die Ernennung eines stellvertretenden CISOs für Europa. Wer dies final sein wird, ist allerdings noch unklar. Igor Tsyganskiy, Global Chief Information Security Officer bei Microsoft, erläuterte via LinkedIn, dass Ann Johnson, derzeit Corporate Vice President, die vakante Position vorübergehend besetzen wird.

„Die Ernennung eines stellvertretenden CISOs für Europa spiegelt die Bedeutung und den globalen Einfluss der EU-Cybersicherheitsvorschriften sowie das Engagement des Unternehmens wider, diese Erwartungen zu erfüllen und zu übertreffen, um der Cybersicherheit in der gesamten Region Priorität einzuräumen“, heißt es in der Erklärung.

Zeit wird's

Das Timing der Ankündigung ist interessant: Microsoft schreibt darin, sich in Zeiten „geopolitischer Volatilität“ für digitale Stabilität einsetzen zu wollen. Europas digitale Widerstandsfähigkeit solle ungeachtet handelspolitischer Schwankungen gewahrt werden. Oder anders gesagt: Trotz des Hin und Hers der Zollvorgaben des US-Präsidenten Donald Trump, die für Unternehmen sowohl in den USA wie auch in Europa große Auswirkungen mit sich bringen – sogar für einen milliardenschweren Konzern wie Microsoft.

Der Deputy CISO wird laut Microsoft für die Einhaltung der aktuellen und künftigen Cybersicherheitsvorschriften in Europa verantwortlich sein. Dazu gehören zum Beispiel der Digital Operational Resilience Act (DORA), die NIS-2-Richtlinie und der Cyber Resilience Act (CRA). Da diese Gesetze nicht nur die EU-Märkte, sondern Märkte weltweit „transformativ gestalten“ würden, wolle sich Microsoft so aktiv auf die Zukunft vorbereiten. Doch neben den erwähnten Gesetzen besteht seit 2018 bereits eines der umfangreichsten und wirkungsvollsten Gesetze, das die Europäischen Union jemals verabschiedet hat: die Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO). Es stellt sich die Frage, warum nicht bereits damals ein dedizierter Europa-CISO eingestellt wurde. Schließlich ist Europa kein unwichtiger Markt für den Software-Anbieter.

Zur Erinnerung: Ein Team an stellvertretenden Chief Information Security Officers, die Tsyganskiy unterstützen, wurde schon vergangenes Jahr gegründet. Zum „Cybersecurity Governance Council“ von Microsoft gehören seitdem Yonatan Zunger, Igor Sakhnov und Mark Russinovich – alle drei leben in den USA. Es trennen die Deputy CISOs als nur knappe 8.000 Kilometer von Deutschland. Ob Ann Johnson für ihre vorübergehende Position nach Europa umziehen wird, ist nicht bekannt. Auch ist nicht klar, wie lange sie dieses Amt bekleiden wird und wer sie ablösen wird. Will Microsoft wirklich ein Zeichen setzen, sollte dies schnell geschehen. Denn mit der Trump-Administration steh der sichere Datentransfer zwischen Europa und den USA auf wackeligen Beinen.

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