Cybersicherheit Mit neuen Abwehrmaßnahmen gegen Cyberattacken in Europa

Von Serina Sonsalla 3 min Lesedauer

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Digitale Angriffe auf Krankenhäuser oder Flughäfen kommen immer öfter vor und sind eine Gefahr für die Demokratie und die Gesellschaft. Häufig geht es dabei um Gelderpressung oder Staatseinmischung. Nun will sich die EU besser schützen.

Die EU will mithilfe eines Warnsystems gegen Cyberattacken vorgehen – KI und Datenanalyse sollen dabei helfen, Einrichtungen wie Krankenhäuser oder Flughäfen besser zu schützen. (© Murrstock – stock.adobe.com)
Die EU will mithilfe eines Warnsystems gegen Cyberattacken vorgehen – KI und Datenanalyse sollen dabei helfen, Einrichtungen wie Krankenhäuser oder Flughäfen besser zu schützen.
(© Murrstock – stock.adobe.com)

Cyberattacken stellen in der Gesellschaft eine Bedrohung für die Sicherheit dar. Schon Ende des letzten Jahres hatte die Nato sich während der Cyberkonferenz für einen Ausbau in digitaler Sicherheit mithilfe moderner Technologie ausgesprochen. Nun will auch die EU-Kommission sich besser ausrüsten und Europa in der digitalen Welt widerstandsfähiger machen. Öffentliche Einrichtungen sind häufig Ziel solcher Angriffe. Hier nutzen Hacker Sicherheitslücken in der IT-Infrastruktur aus, um in die Systeme einzudringen. Wie leicht das Spiel für Cyberkriminelle eigentlich ist, zeigt sich schon im eigenen E-Mail-Postfach: Dabei werden Mails an Bürgerinnen und Bürger oder gar an Mitarbeiter öffentlicher Einrichtungen gesendet, die mit einem Link oder einem Anhang versehen sind und einen Virus enthalten. Ist der Hacker erst im System, findet er auch Sicherheitslecks – dann noch einen Programmcode installieren, und schon kann über die Fernsteuerung auf fremde Systeme zugegriffen werden.

Mit neuen Regeln und einer ausgebesserten Technologie sollen besonders Krankenhäuser, Kraftwerke, Flughäfen oder etwa Stromnetze in Europa sicherer vor digitalen Bedrohungen sein. Gerade wichtige Einrichtungen sind oft im Fokus vor Angreifern. Bei einem Ausfall in Kliniken zum Beispiel ist der Druck enorm, wieder normal arbeiten zu können. Wenn lebensnotwendige Geräte ausfallen, dann stellt das ein hohes Risiko dar. Das machen sich Erpresser wiederum zunutze, um mit der Forderung von Lösegeld erfolgreicher zu sein. In der Einigung des Europaparlaments und EU-Staaten will man deshalb stärker dagegen vorgehen, Einrichtungen auf Schwachstellen untersuchen und künftig auch mit einem Warnsystem für Cybersecurity arbeiten. Das geschieht v.a. mithilfe von künstlicher Intelligenz und mithilfe von Datenanalyse. Das System soll Cyber-Bedrohungen erkennen, darauf reagieren und Informationen austauschen können. Außerdem soll ein europäisches Zertifizierungssystem für Sicherheitsdienste dabei helfen mehr Vertrauen in Anbieter von Cybersicherheitsdiensten zu gewinnen.

Die Einigung auf die Verordnung geht auf einen Vorschlag der EU-Kommission zurück: „Wir zeigen mit dem heute vorgelegten Cyberpaket, wie wir durch solidarisches Handeln die Infrastrukturen, Kompetenzen und Kapazitäten aufbauen können, die wir brauchen, um uns gegen die zunehmenden gemeinsamen Bedrohungen für die Cybersicherheit zu wappnen“, sagte Margrethe Vestager, Exekutiv-Vizepräsidentin und zuständig für das Ressort „Ein Europa für das digitale Zeitalter“.

Die Cyberattacke auf mehr als 100 Krankenhäuser in Rumänien vor wenigen Tagen zeigte die Folgen solcher Bedrohungen. Darauf wies auch CSU-Europaabgeordnete Angelika Niebler hin, die auf die Gefahr von grenzübergreifende Digitalattacken aufmerksam machte. Im Bericht über die Lage in der IT-Sicherheit in Deutschland 2023 des Bundesamts für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) hieß es, dass die Bedrohung im Cyberraum noch nie so hoch sei wie jetzt. Und das stelle eine Gefahr für den europäischen Binnenmarkt dar, so die Kommission. „Die militärische Aggression Russlands gegen die Ukraine hat diese Bedrohung weiter verschärft“, teilte die Behörde bei der Vorstellung des Vorhabens vor knapp einem Jahr mit. Dies gehe mit einer Vielzahl „staatlicher, krimineller und hacktivistischer Akteure“ einher, die an den aktuellen geopolitischen Spannungen beteiligt seien.

Mit einer neue Akademie für Cybersicherheitskompetenzen will die Kommission die Fachkräfte-Lücke im Bereich der Cybersicherheit schließen. Das Gesamtbudget für alle Maßnahmen des EU-Cybersolidaritätsgesetzes beläuft sich auf 1,1 Milliarden Euro.

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