Generation Mobile

Mitarbeiter nicht zu sehr reglementieren

| Redakteur: Stephan Augsten

Die Generation Mobile wächst und bringt ganz eigene Herausforderungen für Unternehmen mit sich.
Die Generation Mobile wächst und bringt ganz eigene Herausforderungen für Unternehmen mit sich. (Bild: MobileIron)

Mobilgeräte haben dazu beigetragen, dass Arbeits- und Privatleben zunehmend verschwimmen. In die „Generation Mobile“ fallen all jene, bei denen Smartphone und Tablet den Alltag bestimmen. MobileIron hat eben diese Nutzer dazu befragt, wie sie der Durchmischung von geschäftlicher und privater Welt gegenüberstehen.

Unter dem Schlagwort „Generation Mobile“ (Gen M) fasst der Sicherheitsanbieter MobileIron all jene zusammen, für die Smartphone und Tablet zentrale Geräte sind. Den Kern dieser Gruppe bilden offenbar Männer zwischen 18 und 34 Jahren sowie Personen, die mit Kindern unter 18 Jahren im selben Haushalt leben.

Zumindest legt das eine Studie nahe, die bei den Marktforschern von Harris Poll in Auftrag gegeben wurde. Für die „MobileIron Gen M Survey“ wurden weltweit 3.500 Voll- und Teilzeitfachkräfte befragt, die mobile Geräte für ihre Arbeit verwenden. Im Schnitt erledigt die Gen M gut ein Viertel der Arbeit auf Smartphones oder Tablets, andere Arbeitnehmer kommen im Schnitt auf 17 Prozent.

Mobilfunkgeräte spielen naturgemäß auch die Hauptrolle beim „Shadow Tasking“. Dieser Begriff steht dafür, dass persönliche Angelegenheiten während der Arbeitszeit und im Gegenzug auch berufliche Aufgaben in der Freizeit erfüllt werden.

Vier Fünftel der Studienteilnehmer aus der Gen M führen während der Arbeitszeit mindestens eine private Tätigkeit auf mobilen Geräten durch. Bei den nicht Zugehörigen sind es immerhin zehn Prozentpunkte weniger. Das gleiche Bild ergibt sich bei den Arbeitnehmern, die in der arbeitsfreien Zeit ihr Mobilgerät mindestens einmal geschäftlich nutzen. Hier stehen 64 Prozent der Gen-M-Mitglieder genau 54 Prozent der übrigen Arbeitnehmer gegenüber.

Immerhin 58 Prozent der „Gen M“-Arbeitnehmer gaben zumindest an, dass sie bei dieser (bewussten) Vermischung von Beruflichem und Privatem ein schlechtes Gewissen haben. Trotzdem lehnen viele aus dieser Gruppe eine Regulation ab: 59 Prozent der deutschen Gen-M-Fachkräfte würden ihren Arbeitsplatz wechseln, wenn ihr Arbeitgeber Telearbeit oder das Erledigen privater Aufgaben am Arbeitsplatz verbieten würde.

Generationswechsel

Der Sinneswandel, der einst mit dem Internet Einzug gehalten hat, wird in der Gen M konsequent fortgesetzt, sagt Stratos Komotoglou, EMEA Product Manager bei MobileIron: „Angesichts der Möglichkeiten, die mobile Geräte bieten, fühlt man sich natürlich auch etwas genötigt, Aufgaben zeitnah zu erledigen.“ Hier seien auch Unternehmen gefordert, dafür zu sorgen, dass der Mitarbeiter nicht überfordert wird oder sich gar selbst überlastet.

Vielmehr sollten die Firmen dafür sorgen, dass sich die „Gen M“-Zugehörigen, die künftig zweifelsohne mehr werden dürften, frei entfalten könnten. „Immer mehr Arbeitnehmer erwarten, dass sie dann arbeiten können, wenn es ihnen am besten passt“, meint Komotoglou mit Blick auf die Generation Mobile. Dann sei auch der Druck, sich zwischen Karriere und Privatleben entscheiden zu müssen, nicht mehr gegeben.

Komotoglou spricht auch von einer „Demokratisierung der Arbeitswelt“, in denen die mobilen Mitarbeiter in ihrer Arbeitsweise unterstützt werden. Um den Bedürfnissen der „Gen M“ gerecht zu werden, sollten Unternehmen diese neue Philosophie verstehen und nach Möglichkeit akzeptieren. MobileIron hat einige Handlungsempfehlungen formuliert.

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