„Datenschutzfreundliche Werbe-Messung“ Mozilla trackt heimlich Firefox-Nutzer

Von Thomas Joos 1 min Lesedauer

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Es gibt ein Datenschutzproblem in Mozilla Firefox! Anscheinend kann Mozilla die Benutzer ohne deren Zustimmung überwachen. Die Daten­schutz­organisation Noyb hat jetzt eine offizielle Beschwerde eingereicht.

Obwohl Mozialla als datenschutzfreundliche Alternative zu anderen Browsern gilt, hat Noyb nun Beschwerde bei der österreichischen Datenschutzbehörde eingereicht(Bild:  Dall-E / KI-generiert)
Obwohl Mozialla als datenschutzfreundliche Alternative zu anderen Browsern gilt, hat Noyb nun Beschwerde bei der österreichischen Datenschutzbehörde eingereicht
(Bild: Dall-E / KI-generiert)

Die Datenschutzorganisation Noyb berichtet darüber, dass Mozilla ohne Genehmigung der Nutzer Überwachung in Firefox durchführt. Nachdem Mozilla ohne vorherige Zustimmung der Nutzer eine Funktion im Firefox-Browser aktiviert hat, die als „datenschutzfreundliche Werbe-Messung“ bezeichnet wird, steht die Organisation in der Kritik. Dieser Schritt kompromittiert die Privatsphäre der Nutzer, obwohl Mozilla bisher als datenschutzfreundliche Alternative im Browsermarkt galt.

Hilft Firefox der Werbeindustrie?

Die von Mozilla eingeführte Technologie analysiert das Verhalten der Nutzer ohne den Einsatz traditioneller Cookies. Anstatt dass jede einzelne Website Tracking-Mechanismen wie Cookies verwendet, übernimmt Firefox diese Aufgabe. Die Werbeindustrie kann dadurch auf gesammelte Daten über Interaktionen mit Werbung zugreifen, die über den Browser bereitgestellt werden. Trotz des vermeintlich geringeren Eingriffs in die Privatsphäre verglichen mit Cookie-basiertem Tracking bleibt die Tatsache bestehen, dass die Nutzer nicht über diese Funktion informiert wurden. Mozilla hat diese neue Funktion ohne Zustimmung der Nutzer standardmäßig aktiviert. Dies geschah im Rahmen eines Software-Updates, bei dem keine klare Kommunikation über die neuen Datenschutzpraktiken erfolgte. Nutzer wurden nicht gefragt, ob sie dieser Form des Trackings zustimmen möchten.

Datenschutzexperten wie Felix Mikolasch von der Organisation Noyb kritisieren diesen Schritt scharf. Noyb hat daher eine offizielle Beschwerde bei der österreichischen Datenschutzbehörde (DSB) eingereicht. Die Organisation fordert eine eingehende Untersuchung der Vorgehensweise von Mozilla. Sie verlangt, dass Mozilla die Funktion standardmäßig deaktiviert, die Nutzer transparent über die Datenverarbeitungsprozesse informiert und alle unrechtmäßig gesammelten Daten löscht.

So lässt sich das Mozilla-Tracking abschalten!

Um die neue Funktion zur „datenschutzfreundlichen Werbe-Messung“ wieder auszuschalten, Klickt man in den Firefox-Einstellungen in der linken Spalte auf Datenschutz & Sicherheit“. Dann scrollt man weit nach unten bis zum Punkt „Werbeeinstellungen für Websites“ und entfernt dort den Haken bei „Websites erlauben, datenschutzfreundliche Werbe-Messungen durchzuführen“.

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