Security-Trends 2025 Widerstandsfähigkeit von Unternehmensnetzwerken stärken

Ein Gastbeitrag von Michael Martens 4 min Lesedauer

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Cyberkriminalität bedeutet für jedes Unternehmen ein Risiko, das zu Datenverlust, Betriebsunterbrechungen sowie finanziellen Schäden führen kann. Daher wird Netzwerksicherheit im Jahr 2025 noch stärker in den Fokus rücken und die Optimierung von Unternehmensnetzwerken wird nicht nur eine Frage der Effizienz, sondern auch der Sicherheit sein.

Unternehmen sind durch die rapide Digitalisierung und Vernetzung von Geschäftsprozessen zunehmend neuen Cyber-Bedrohungen ausgesetzt, wodurch traditionelle Sicherheitslösungen an ihre Grenzen stoßen.(Bild:  Supatman - stock.adobe.com)
Unternehmen sind durch die rapide Digitalisierung und Vernetzung von Geschäftsprozessen zunehmend neuen Cyber-Bedrohungen ausgesetzt, wodurch traditionelle Sicherheitslösungen an ihre Grenzen stoßen.
(Bild: Supatman - stock.adobe.com)

Optimierung von Unternehmensnetzwerken mithilfe von KI und ML

Im Jahr 2025 werden Künstliche Intelligenz (KI) und Machine Learning (ML) insbesondere im Hinblick auf die Erkennung und Abwehr von Cyberangriffen eine entscheidende Rolle bei der Optimierung von Unternehmensnetzwerken spielen. Während Ransomware-Angriffe häufig durch eine offensichtliche Lösegeldforderung gekennzeichnet sind, gibt es zahlreiche, subtilere Angriffe, die unbemerkt bleiben – wie etwa Datendiebstahl durch Industriespionage, wobei sensible Informationen gestohlen werden. KI und ML werden zunehmend in Tools zur Aufdeckung solcher Angriffe integriert, die durch maschinelles Lernen kontinuierlich aus großen Datenmengen lernen und immer präziser werden.

Ein Beispiel hierfür ist die User & Entity Behavior Analytics (UEBA), die durch den Einsatz von KI in Zukunft noch effektiver sein wird. Durch ML können Anomalien und Bedrohungen in Echtzeit erkannt und Verhaltensmuster von Nutzern und Geräten schneller identifiziert werden. Man kann von einem digitalen Security Operations Center (SOC)-Analysten sprechen, der in der Lage ist, Auffälligkeiten zu erkennen, die über das menschliche Auge hinausgehen. Die Automatisie­rung von Prozessen durch KI wird zudem menschliche Fehler reduzieren und die Effizienz der Sicherheitsüberwachung erhöhen.

Auseinandersetzung mit Bedrohungspotenzialen

Neben der weiterhin präsenten Bedrohung durch Erpressung – überwiegend durch Ransom­ware-Angriffe – müssen sich Unternehmen im kommenden Jahr verstärkt mit weiteren Schadensfeldern wie dem Diebstahl von geistigem Eigentum auseinandersetzen. Cyber­krimi­nelle zielen zunehmend auf wertvolle Firmengeheimnisse, Innovationen oder technisches Know-how ab, was nicht nur finanzielle Verluste, sondern auch einen erheblichen Schaden für die Wettbewerbsfähigkeit und den Ruf eines Unternehmens bedeuten kann.

Ein weiteres ernstzunehmendes Risiko ist der Identitätsdiebstahl von Mitarbeitenden. Durch gezielte Angriffe auf persönliche Informationen können Cyberkriminelle gefälschte Identitäten erstellen und damit unbefugten Zugriff auf vertrauliche Systeme und Daten erlangen.

Tools zur Bekämpfung von Cyber-Bedrohungen

Managed XDR (Extended Detection and Response) in Verbindung mit UEBA wird 2025 entscheidend sein, um modernen Bedrohungen entgegenzuwirken. Während EDR (Endpoint Detection and Response) auf Agenten-basierte Überwachung von Endgeräten beschränkt bleibt, wird es immer wichtiger, alle im Netzwerk verbundenen Geräte einzubeziehen. Hier gewinnt NDR (Network Detection and Response) an Bedeutung, um eine umfassende Sicherheitsabdeckung zu gewährleisten.

Im Bereich der Cybersicherheit wird es nicht mehr nur darum gehen, Unternehmen vor Angriffen zu schützen, sondern auch die bestehenden Schutzmaßnahmen kontinuierlich zu überwachen. Managed SIEM (Security Incident & Event Management) Lösungen, die in Verbindung mit einem SOC als Dienstleistung von spezialisierten Anbietern bereitgestellt werden, können vor allem für mittelständische Unternehmen entscheidend werden. Diese Services ermöglichen es, mit den sich ständig ändernden Bedrohungen Schritt zu halten und zugleich die wachsende Anzahl von Vorschriften und Compliance-Anforderungen zu erfüllen.

Gezielte und regelmäßige Cybersecurity-Trainings spielen zudem eine entscheidende Rolle dabei, Mitarbeitende über die aktuelle Bedrohungslandschaft zu informieren und ihr Bewusstsein zu schärfen.

Tailormade Ansatz für eine optimale Netzwerk-Security-Infrastruktur

Die zunehmende Komplexität moderner IT-Landschaften erfordert es, bei der Netzwerk-Security-Infrastruktur auf maßgeschneiderte Ansätze zu setzen, anstatt auf Standardlösungen zurückzugreifen: Unternehmen nutzen eine Vielzahl an Software- und Hardwarelösungen, die individuell auf deren Bedürfnisse eingehen. Eine standardisierte Sicherheitsinfrastruktur kann in der Regel nur bis zu 60 Prozent dieser spezifischen Anforderungen abdecken. Maß­ge­schnei­derte Lösungen bieten hingegen die Flexibilität, gezielt auf die individuellen Anforderungen eines Unternehmens einzugehen und somit einen deutlich höheren Schutz zu gewährleisten. Oftmals erweisen sich Standardlösungen mit begrenztem Funktionsumfang langfristig als teurer, da Unternehmen zusätzliche Maßnahmen ergreifen müssen, um die dadurch entstandenen Sicherheitslücken zu schließen. Eine maßgeschneiderte Lösung ist daher nicht nur effektiver, sondern kann auch wirtschaftlich vorteilhafter sein.

Um sich in einem zunehmend standardisierten Umfeld von der Konkurrenz abheben zu können, werden Unternehmen eine Tailormade-Lösung anstreben, die genau auf ihre spezifischen Anforderungen und Geschäftsmodelle abgestimmt ist. Darüber hinaus wird ein maßgeschneiderter Ansatz auch für die Einhaltung gesetzlicher und branchenspezifischer Vorgaben von Bedeutung sein. Unternehmen müssen in der Lage sein, Richtlinien zu erfüllen und deren Einhaltung umfassend nachzuweisen.

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Auswirkungen der NIS-2-Richtlinie

Ein Großteil der von der NIS-2-Richtlinie betroffenen Unternehmen unterschätzen deren Tragweite und sehen sie oft nur als eine reine Compliance-Anforderung. Häufig wird dabei der präventive Charakter der Richtlinie übersehen, der dazu beiträgt, Sicherheitsvorfälle durch frühzeitige Abwehrmaßnahmen deutlich zu reduzieren. Ein weiteres Problem liegt im mangelnden technischen Verständnis vieler Sektoren, insbesondere in Branchen mit geringem IT-Bezug, deren Führungskräfte das Thema Cybersicherheit oft unterschätzen. Zusätzlich liegt die Entscheidungskompetenz für IT-Sicherheitsmaßnahmen häufig beim CFO, dessen Fokus eher auf Kostenoptimierung liegt, statt auf der Priorisierung der IT-Sicherheit. Effektiver wäre es, IT-Verantwortliche direkt dem CEO oder COO zuzuordnen, da diese die IT-Sicherheit stärker aus der Perspektive des Risikomanagements betrachten und bereit sind, die notwendigen Ressourcen bereitzustellen, um langfristige Risiken zu minimieren und einen strategischen Wettbewerbsvorteil zu erlangen.

Um in diesem komplexen Umfeld den Überblick zu behalten und Sicherheitslücken zu schließen, benötigen Unternehmen maßgeschneiderte Lösungen, die auf ihre spezifischen Bedürfnisse zugeschnitten sind. Die Kombination aus fortschrittlichen Tools zur Bedrohungs­analyse, intelligenter Automatisierung und einem individualisierten Sicherheitsansatz wird entscheidend sein, um proaktiv gegen potenzielle Gefahren vorzugehen.

Über den Autor: Michael Martens wurde im Mai 2012 zum Vorsitzenden der Geschäftsführung (CEO) der RIEDEL Networks ernannt. Vor seinem Eintritt bei RIEDEL Networks war er fünf Jahre in der der Geschäftsleitung der Colt Technology Services, zuständig für die Bereiche Wholesale und Mittelstand in Deutschland, Österreich, Schweiz und Osteuropa. Davor war Michael Martens Mitglied der Geschäftsleitung der Verizon Business Deutschland.

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