Nviso hat eine chinesischsprachigen Gruppen zugeordnete Spionagekampagne entdeckt, bei der die Backdoor VShell weltweit über 1.500 Server infiltrierte, um langfristigen Zugang zu Behörden, Militär-, Gesundheits- und Forschungsnetzwerken – auch in Europa – zu erlangen.
Angreifer setzten die Backdoor VShell ein, um vollumfängliche Fernsteuerung auf kompromittierten Systemen zu erhalten und so langfristig kritische Netzwerke auszuspionieren.
(Bild: Dall-E / KI-generiert)
Der belgische Sicherheitsanbieter Nviso berichtet, eine groß angelegte Cyberspionagekampagne aufgedeckt zu haben, bei der die Backdoor „VShell“ auf mehr als 1.500 Servern installiert war. Die Forschenden bringen die Malware mit chinesischsprachigen Akteuren in Verbindung. Sie sei für die Infiltration von Regierungsbehörden, Gesundheitsdienstleistern, militärischen Einrichtungen und Forschungsorganisationen genutzt worden. Auch Regierungsbehörden und -einrichtungen in Europa seien betroffen.
Laut dem Nviso-Report „Decoding VShell” hat sich die Cyberspionage durch mit China verbundene Gruppen in den letzten zehn Jahren von offenem und opportunistischem Datendiebstahl zu stillen, langfristigen Infiltrationsstrategien entwickelt. Das Ziel der Kampagnen sei es nicht nur, Daten zu stehlen, sondern einen strategischen Zugang zu kritischen Infrastrukturen in Sektoren wie Energie, Gesundheit, Kommunikation und Transport zu erhalten. Ein solcher Zugang könne in Zeiten geopolitischer Spannungen zur Überwachung, Einflussnahme oder für Störungen genutzt werden. Teil einer solchen Spionagekampagne sei auch die VShell-Infrastruktur.
VShell sei ursprünglich als legitimes Open-Source-Sicherheitsprojekt entwickelt worden, habe sich jedoch zu einem leistungsstarken Remote Access Trojaner (RAT) entwickelt. Die Backdoor unterstütz Nviso zufolge verschlüsselte Kommunikation, Dateiübertragung, Bildschirmaufzeichnung und Befehlsausführung. Nach der Installation ermögliche sie es Angreifern, sich lateral über Systeme hinweg zu bewegen und dabei nur minimale forensische Spuren zu hinterlassen. Die Analysten von Nviso hätten während Forensik-Arbeiten eine Spur von VShell auf einem kompromittierten Server entdeckt. Infolge weiterer Untersuchungen stießen die Analysten darauf, dass nicht nur ein Server kompromittiert gewesen sei, sondern es eine globale Infrastruktur kompromittierter Systeme gebe.
Laut dem Nviso-Report zeigt die Analyse, dass kompromittierte Systeme nach der Infektion mit VShell vollständig unter der Kontrolle der Angreifer stehen. Die Malware ermögliche nicht nur das Ausführen beliebiger Befehle, sondern auch das Live-Ausspähen des Systems inklusive Screenshots, Dateizugriff, Upload und Download von Dateien sowie interaktiver Terminal-Sitzungen. Darüber hinaus würden die Angreifer häufig „One-Click“-Persistenzmechanismen einsetzen und zusätzliche Tools wie „Mimikatz“ oder „fscan“ direkt über die Backdoor nachladen, was Privilegienausweitung und weitere Kompromittierungen im Netzwerk erleichtere. Nviso berichtet zudem, dass die VShell-Betreiber kompromittierte Systeme oft in Proxys umwandeln, um darüber weiteren Datenverkehr zu tunneln und zusätzliche Angriffe im Netzwerk oder darüber hinaus durchzuführen. Insgesamt seien VShell-basierte Operationen in der Regel langfristig angelegt und dienten der unbemerkten Spionage, Vorpositionierung und dem Zugangsbörsenhandel, teilweise über Monate hinweg.
Zwar wurden Aktionen mit VShell bisher der Hackergruppe „UNC5174“, einem mutmaßlichen Initial Access Broker, der mit dem chinesischen Ministerium für Staatssicherheit in Verbindung steht, zugeschrieben, doch Nviso weist darauf hin, dass das Tool öffentlich verfügbar ist und somit auch von anderen chinesischsprachigen oder anderen staatsunabhängigen Akteure eingesetzt werde. Nviso bezeichnet VShell als Teil eines wachsenden und vielfältigen Ökosystems von Angreifern.
Da VShell überwiegend über die Ausnutzung bekannter Schwachstellen in öffentlich erreichbaren Systemen eingeschleust wird, empfiehlt Nviso ein mehrstufiges Sicherheitsmodell. Dazu gehöre vor allem ein konsequentes Vulnerability Management, insbesondere für internetexponierte Systeme, sowie die Absicherung von Appliances, die häufig Ziel initialer Exploitation seien. Unternehmen sollten darüber hinaus ihre Netzwerksegmentierung verbessern, um die laterale Bewegung von Angreifern einzuschränken, und Outbound-Traffic strikt regulieren, um unautorisierte Command-and-Control-Verbindungen zu unterbinden. Nviso rät außerdem zur Nutzung von Network Detection and Intrusion Detection Systemen wie „Suricata“, um spezifische Erkennungsregeln für VShell zu entwickeln. Ergänzend empfiehlt der Report proaktives Threat Hunting und eine schnelle forensische Analyse bei Verdachtsfällen. Ein strukturierter Incident-Response-Plan sollte zudem Containment, Bereinigung, Passwort-Resets und die Entfernung aller Persistenzmechanismen umfassen.
Stand: 08.12.2025
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