Pfiffige Hacker knacken auch optische Datenleitungen

Optische Täuschung – Glasfaserkabel sind nicht abhörsicher

Seite: 2/4

Anbieter zum Thema

Fiber Hacking ist kaum zu entdecken

Der erste und oft auch der einfachste Schritt eines so genannten „Fiber Hacks“ ist, sich Zugang zu der gewünschten optischen Verbindung zu verschaffen. Mehrere Hundert Millionen Kilometer Glasfaserkabel sind über den gesamten Globus verteilt; alleine die USA verfügen über 170 Millionen Kilometer Glasfaserkabel.

Auch wenn viele dieser Kabel schwer zugänglich sind, weil sie unterirdisch, am Meeresboden oder in Beton verlegt sind und durch Wände und Aufzugschächte führen, so gibt es doch etliche Kabel, die für denjenigen, der es sich vorgenommen hat, schnell und einfach zu knacken sind. So haben zum Beispiel einige Städte detaillierte Pläne ihrer Glasfaserkabelnetze ins Internet gestellt, um lokale Firmen für den Anschluss an ihr Glasfasernetz zu gewinnen.

Die Hacker-Methoden

Nachdem man nun das Kabel geortet und sich Zugang zum betreffenden Kabel verschafft hat, extrahiert man im nächsten Schritt Licht und damit die Daten. Die Ablenkung des Lichtstrahls ist die einfachste Methode (siehe auch Kasten „Fiber Hack“). Ein derartiger Datendiebstahl ist fast unmöglich aufzudecken, da das Lichtsignal nicht unterbrochen wird. Im Handel erhältliche Klammerkoppler sind schon für weniger als tausend Euro zu haben; diese Geräte platzieren einen Mini-Ablenker in das Kabel und führen so nur einen winzigen Teil des Lichtstrahls durch den Polymermantel ab.

Hat man Zugang zum Lichtsignal, werden die Daten mit Hilfe eines Photodetektors, also einem Wandler, der in der Lage ist, ein optisches Signal in ein elektrisches umzuwandeln, abgeschöpft. Bei eBay sind diese Geräte für ca. 400 Euro erhältlich. Ein weiteres Gerät, dass zum Abschöpfen von Daten aus optischen Datenleitungen gebraucht wird, ist bei eBay zum gleichen Preis erhältlich: ein Konverter, der ebenfalls optische Signale in elektrische umwandelt.

Mit diesem wird eine Verbindung zu einer Ethernet-Schnittstellenkarte hergestellt. Ist ein aktiver Anzapfpunkt installiert, so kann man mit überall erhältlicher Sniffer-Software Datenpakete abfangen und Informationen wie IP- und Mac-Adressen, DNS-Daten und Passwörter unverschlüsselt herausfiltern.

Eine andere Methode, das Splicing, ist nicht praktikabel; viele Hackerangriffe wurden entdeckt, da hierbei das Lichtsignal für einen kurzen Moment unterbrochen wird. Laut Wayne Siddall, Ingenieur für Glasfasertechnik bei Corning Fiber, würde ein Operator diese Art der Unterbrechung des Systems sofort bemerken, auch wenn diese nur eine tausendstel Sekunde dauern würde, denn Kabel, die in der Lage sind, 100 Millionen Verbindungen gleichzeitig herzustellen, müssen auch in der Lage sein, Signale unterbrechungsfrei zurückzusenden, um den Betrieb des Netzwerks nicht zu beeinträchtigen. Darüber hinaus sind im Handel erhältliche Splicer sehr kostspielig, sie kosten zwischen 5.000 und 7.000 Euro.

Seite 3: Verteidigung setzt auf physikalischer Ebene an

Artikelfiles und Artikellinks

Link: Compudyne

Link: Opterna

Link: Oyster Optics

(ID:2003192)