Vishing mit künstlicher Intelligenz Steigende Gefahr durch Voice-Phishing mit KI

Von Thomas Joos 2 min Lesedauer

Anbieter zum Thema

Sicherheitsexperten bei KnowBe4 haben im Rahmen einer Studie untersucht, wie stark Mitarbeiter in Unternehmen anfällig für Phishing-Angriffe per Telefon sind. Unternehmen sollten sich auf diese Art von Vishing-Angriffen vorbereiten.

Die KI-Bots sind in der Lage, scheinbar natürliche Unterhaltungen zu führen und können dadurch rund um die Uhr, unzählige Opfer gleichzeitig ins Visier nehmen.(Bild:  phonlamaiphoto - stock.adobe.com)
Die KI-Bots sind in der Lage, scheinbar natürliche Unterhaltungen zu führen und können dadurch rund um die Uhr, unzählige Opfer gleichzeitig ins Visier nehmen.
(Bild: phonlamaiphoto - stock.adobe.com)

Im Rahmen einer Studie, die für den DEFCON Social Engineering Village Capture the Flag (CTF)-Wettbewerb durchgeführt wurde hat Martin J. Krämer, Security Awareness Advocate bei KnowBe4, das Thema Vishing genauer unter die Lupe genommen.

Die Gefahr von Phishing-Anrufen wächst weiter

KI-gestützte Vishing-Angriffe zielen darauf ab, Menschen am Telefon durch täuschend echte Nachahmung zu manipulieren und vertrauliche Informationen zu erlangen. Dabei nutzen Angreifer fortschrittliche KI-Systeme, die in der Lage sind, flüssige Gespräche zu führen und flexibel auf unvorhersehbare Situationen zu reagieren. Der Einsatz solcher Systeme ist besonders besorgniserregend, da die benötigten Technologien einfach und kostengünstig verfügbar sind.

Ein Blick auf die Ergebnisse des DEFCON Social Engineering Village Capture the Flag (CTF)-Wettbewerbs offenbart die Leistungsfähigkeit von KI in diesem Kontext. Während des Wettbewerbs traten menschliche Teams gegen KI-Bots an, um herauszufinden, wer besser in der Lage ist, durch Vishing an sensible Informationen zu gelangen. Die KI-Bots sammelten in kurzer Zeit eine beträchtliche Anzahl von Zielen und überzeugten dabei durch ihre Fähigkeit, scheinbar natürliche Unterhaltungen zu führen.

Besonders alarmierend an dieser Entwicklung ist, dass die eingesetzten Technologien, die im Wettbewerb genutzt wurden, auf allgemein zugänglichen Softwarelösungen basieren. Diese Technologien sind für jedermann verfügbar und erfordern keine hochkomplexe Konfiguration, um effektiv zu funktionieren. Ein weiteres Ergebnis des Wettbewerbs ist, dass nicht nur das Vertrauen in die Stimme am Telefon entscheidend ist, sondern die gewählte Strategie hinter dem Angriff. Die menschlichen Teams konnten den Wettbewerb nur durch den Einsatz einer besonders durchdachten Taktik gewinnen. Dies unterstreicht, wie wichtig es ist, nicht nur technische Abwehrmaßnahmen gegen KI-basierte Bedrohungen zu entwickeln, sondern auch das Sicherheitsbewusstsein der Menschen zu stärken, um ihnen ein besseres Verständnis für die Risiken moderner Täuschungsmethoden zu vermitteln.

Die Gefahr durch KI-gestützte Angriffe geht jedoch weit über individuelle Vorfälle hinaus. Solche Systeme können ohne Unterbrechung arbeiten, ohne Ermüdung oder Nervosität. Sie sind in der Lage, unzählige Opfer gleichzeitig ins Visier zu nehmen, was das potenzielle Schadensausmaß erheblich vergrößert. Klassische Sicherheitsmaßnahmen wie Firewalls oder Antivirensoftware reichen nicht mehr aus, um gegen diese neuen Angriffsvektoren gewappnet zu sein.

(ID:50174580)

Jetzt Newsletter abonnieren

Täglich die wichtigsten Infos zur IT-Sicherheit

Mit Klick auf „Newsletter abonnieren“ erkläre ich mich mit der Verarbeitung und Nutzung meiner Daten gemäß Einwilligungserklärung (bitte aufklappen für Details) einverstanden und akzeptiere die Nutzungsbedingungen. Weitere Informationen finde ich in unserer Datenschutzerklärung. Die Einwilligungserklärung bezieht sich u. a. auf die Zusendung von redaktionellen Newslettern per E-Mail und auf den Datenabgleich zu Marketingzwecken mit ausgewählten Werbepartnern (z. B. LinkedIn, Google, Meta).

Aufklappen für Details zu Ihrer Einwilligung