Vereinheitlichte Sicherheits-Appliances in der Cloud Die passende SaaS-Lösung für physische Sicherheit auswählen

Ein Gastbeitrag von Andreas Flemming 4 min Lesedauer

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Egal ob Zutrittskontrolle oder Anlagensicherung durch Videokameras und automatisierte Alarmsysteme – bei der Wahl der richtigen Software-as-a-Service (SaaS)-Lösung für physische Sicherheit sollten sich Unternehmen nicht nur auf die sinkenden Wartungskosten für Hardware konzentrieren.

Bei SaaS-Anwendungen im Bereich der physischen Sicherheit sollte im Fokus stehen, wie sie ihre Investitionen in die vorhandenen Sicherheitssysteme schützen und sie zukunftssicher machen.(Bild:  Gorodenkoff - stock.adobe.com)
Bei SaaS-Anwendungen im Bereich der physischen Sicherheit sollte im Fokus stehen, wie sie ihre Investitionen in die vorhandenen Sicherheitssysteme schützen und sie zukunftssicher machen.
(Bild: Gorodenkoff - stock.adobe.com)

Im Bereich der physischen Sicherheit bahnt sich eine wichtige Transformation an: der Übergang von On-Premise-Systemen hin zu vollständigen oder hybriden Cloud-Lösungen. Laut der Untersuchung von Genetec zur Lage der physischen Sicherheit 2024 planen 66 Prozent der Unternehmen in den nächsten zwei Jahren vermehrt auf Cloud-basierte Sicherheitslösungen umzusteigen. Diese Entwicklung wird nicht nur durch den Wunsch nach flexibleren und skalierbaren Sicherheitslösungen vorangetrieben. Sondern auch durch die zunehmende Relevanz der Cybersicherheit: Sicherheitsupdates müssen heute, angesichts zunehmender globaler Bedrohungen, schneller und effizienter durchgeführt werden. Doch nicht jede SaaS-Lösung erfüllt die nötigen Kriterien. Unternehmen, die ihre physische Sicherheit in die Cloud verlagern möchten, müssen genau abwägen, welche Lösung aktuell und in Zukunft am besten passt.

Physische Sicherheit aus der Cloud

Zu den drei am häufigsten genutzten SaaS-Anwendungen im Bereich der physischen Sicherheit zählen physische Sicherheit-as-a-Service (Physical Security-as-a-Service(PSaaS), Videoüberwachung-as-a-Service (Video Surveillance-as-a-Service (VSaaS) und Zutrittskontrolle-as-a-Service (Access Control-as-a-Service (ACaaS). PSaaS ist ein vereinheitlichter, umfassender Ansatz, der Zutrittskontrolle, Videoüberwachung, forensische Analysen, Einbrucherkennung und Automatisierung in einer Plattform zusammenführt. VSaaS realisiert die cloudbasierte Videoüberwachung, mit der Unternehmen für mehr Sicherheit in Echtzeit Videoaufnahmen Standort-übergreifend nutzen und Kameras und Speichersysteme effizient verwalten. Mit ACaaS betreiben Operator die Zutrittskontrollsysteme in der Cloud. So können sie von jedem Ort aus auf Zugangsdaten und Aktivitätsprotokolle zugreifen und Zutrittsberechtigungen verwalten.

Alle Konzepte sind insbesondere für Unternehmen interessant, die effektiv und kostenschonend arbeiten wollen, alle Systeme zentral anbinden möchten und eine schnelle Skalierung für ihr lokales oder internationales Geschäft brauchen.

Welche Cloud-Lösung passt am besten?

Wer seine bestehende Sicherheitsinfrastruktur nicht komplett ersetzen möchte, ist mit hybriden Cloud-Lösungen gut beraten, denn diese kombinieren Cloud-basierte und lokale, On-Premise-Systeme. Der Hauptvorteil hybrider Lösungen liegt in ihrer Flexibilität. Unternehmen können bestehende Investitionen schützen, indem sie ältere Systeme schrittweise in die Cloud überführen. Diese Flexibilität kann entscheidend sein, um Ausfallzeiten zu minimieren und bereits vorhandene Systeme optimal zu nutzen.

Vollständige Cloud-Lösungen arbeiten dagegen ausschließlich mit Cloud-fähiger Software und Hardware, die sehr einfach zu managen und remote zu betreiben sind. Diese Lösungen umfassen typischerweise Cloud-basierte Dienste für die Verwaltung, Verarbeitung und Speicherung sowie Cloud-fähige Geräte, die über integrierte Speicher- und Verarbeitungsoptionen verfügen.

Zentrale Sicherheitsplattformen für optimalen Überblick

Auch wenn viele Unternehmen zunächst mit eigenständigen Lösungen wie VSaaS oder ACaaS in die SaaS-Welt eintauchen, bietet eine vollständig integrierte PSaaS-Lösung langfristig großen Mehrwert. Der Vorteil einer vereinheitlichten Plattform liegt in der nahtlosen Integration von verschiedenen Sicherheitsanwendungen. Unternehmen müssen nicht mehr mehrere separate Systeme für Videoüberwachung, Zutrittskontrolle und Einbrucherkennung verwalten, sondern können ihre gesamte Security – auch standortübergreifend – über eine zentrale Plattform steuern.

Zudem lassen sich neue Funktionen wie Gegensprechanlagen oder Einbrucherkennung integrieren, ohne bestehende Systeme ersetzen zu müssen. Im puncto Verwaltung bietet eine zentrale Plattform für die physische Sicherheit weitere Vorteile: Die gesamte Sicherheitsinfrastruktur lässt sich ortunabhängig überwachen, Benutzer können schnell registriert oder Systeme konfiguriert werden. Video-, Zutrittskontroll-, Einbruchs-, Kommunikations- und andere Kernfunktionen in einer einzigen Cloud-Plattform ermöglichen integrierte Analysen, Automatisierungen, die Erstellung von Lageplänen und Berichten – so entsteht aus den Überwachungsdaten erstmals echter Mehrwert.

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Weiter haben Unternehmen über eine Cloud-basierte vereinheitlichte Sicherheitsplattform kontinuierlich Zugang zu Neuentwicklungen und aktuellen Produktversionen, sodass sie ihre PSaaS-Lösung stetig weiterentwickeln können. Dank automatischer Updates und Verbesserungen aus der Cloud profitieren sie gleichzeitig von mehr Cyber- und Ausfallsicherheit. Zusätzlich scannen große Cloudanbieter und PSaaS-Provider ihre Soft- und Hardware mit der neuesten Threat-Erkennung oder bieten regelmäßige Audits an, die die Einhaltung gesetzlicher Vorschriften sicherstellen.

Flexibilität für mehr nachhaltige Sicherheit

Eine zukunftssichere PSaaS-Lösung sollte offen und flexibel sein, um den aktuellen und zukünftigen Anforderungen gerecht zu werden. Empfehlenswert sind hybride Cloud-Modelle, die bestehende Infrastruktur einbinden und gleichzeitig die Vorteile der Cloud nutzen. Eine vereinheitlichte PSaaS-Lösung bietet mehr Schutz vor Einbrechern und anderen physischen Angriffen auf Unternehmen und KRITIS-Einrichtungen, die immer heftiger werden. Mit physischer Sicherheit-as-a-Service in Kombination mit vorhandener Hardware und Software sind Organisationen nicht nur flexibel und remote verwaltbar, sondern auch anpassungsfähig gegenüber neuen Herausforderungen und Entwicklungen.

Die acht wichtigsten Auswahlkriterien für eine SaaS-Lösung:

  • 1. Offene Architektur: Die SaaS-Lösung sollte eine Vielzahl von Geräten und Anbietern einbinden und optimal zur bereits vorhandenen physischen Sicherheitsausstattung passen.
  • 2. Skalierbarkeit: Um zukünftiges Wachstum zu unterstützen, muss das System eine wachsende Anzahl von Geräten an globalen Standorten bei gleichzeitig steigenden Verarbeitungsanforderungen unterstützen.
  • 3. Vereinheitlichte Sicherheitsabläufe: Zu den Anforderungen zählen die Cloud-basierte Verwaltung und der Betrieb mit Funktionen wie Videoüberwachung, Zutrittskontrolle, Gegensprechanlage oder Einbrucherkennung.
  • 4. Wartung und Verwaltung: Unternehmen sollten Wert auf Möglichkeiten legen, die die Systemverwaltung vereinfachen und Wartungsaufgaben automatisieren.
  • 5. Datensicherheit und Datenschutz: Neben notwendigen Datenschutz-Tools und Maßnahmen (z.B. Backup und Disaster Recovery), sollten Erfolgsbilanzen des Systems in Bezug auf Zuverlässigkeit und Betriebszeit geprüft werden.
  • 6. Upgrades und Innovation: Es ist wichtig, dass sich die SaaS-Lösung einfach und schnell aktualisieren lässt, und neueste Funktionen verfügbar sind, sobald sie veröffentlicht werden.
  • 7. Kostenstruktur: Das Preismodell sollte organisatorische Veränderungen flexibel abbilden und den Erwerb neuer Geräte und Sensoren einschließen.
  • 8. Partnerunterstützung und Vertrauen: Für die Zusammenarbeit sollten Erwartungen an den SaaS-Anbieter und die Vertriebspartner klar formuliert werden, z.B. an die Zukunftsfähigkeit der Lösung.

Über den Autor: Andreas Flemming ist Area Sales Director DACH bei Genetec.

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