Locked Shields 2026 Platz zwei bei NATO-Cyber­abwehr­übung für DACHL-Team!

Von Marvin Djondo-Pacham 2 min Lesedauer

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Das DACHL-Team aus Deutschland, Österreich, der Schweiz und Luxemburg hat bei der NATO-Cyberabwehrübung „Locked Shields 2026“ den zweiten Platz unter 16 Teams erreicht. Zwei IT-Sicherheitsfachleute von Orange Cyberdefense Germany waren Teil des Blue Teams und unterstützten die Verteidigung simulierter kritischer Infrastrukturen gegen Echtzeitangriffe.

Bei „Locked Shields 2026“ verteidigte das DACHL-Team simulierte IT-Systeme kritischer Infrastrukturen gegen koordinierte Echtzeitangriffe.(Bild:  KI-generiert)
Bei „Locked Shields 2026“ verteidigte das DACHL-Team simulierte IT-Systeme kritischer Infrastrukturen gegen koordinierte Echtzeitangriffe.
(Bild: KI-generiert)

Bei der NATO-Cyberabwehrübung Locked Shields 2026 hat das DACHL-Team ein starkes Ergebnis erzielt. Das Bündnis aus Bundeswehr, österreichischem Bundesheer, Schweizer Armee und luxemburgischen Streitkräften belegte den zweiten Platz unter 16 Teams. Zusätzlich erreichte das Team jeweils Rang eins in den Kategorien Technische Cyberabwehr und Strategische Kommunikation.

Orange Cyberdefense unterstützte im Blue Team

Kerstin Hörmann und Jörn Tillmanns von Orange Cyberdefense Germany unterstützten das DACHL-Team bei der NATO-Cyberübung Locked Shields 2026 in Kalkar.(Bild:  Orange Cyberdefense Germany)
Kerstin Hörmann und Jörn Tillmanns von Orange Cyberdefense Germany unterstützten das DACHL-Team bei der NATO-Cyberübung Locked Shields 2026 in Kalkar.
(Bild: Orange Cyberdefense Germany)

Zum Blue Team gehörten mehr als 190 Fachleute aus Streitkräften, Behörden und Wirtschaft. Auch Kerstin Hörmann und Jörn Tillmanns von Orange Cyberdefense Germany waren beteiligt. Hörmann ist Managed-SIEM-Expertin, Tillmanns CyberSOC Tech Lead und Senior Security Analyst.

Beide arbeiteten in den Sub-Teams für Windows und Web-Applikationen. Ihre Aufgaben umfassten unter anderem das Anbinden von Logquellen, die Härtung der zu verteidigenden Systeme sowie die Erkennung und Abwehr laufender Angriffe.

„Innerhalb kürzester Zeit mussten Logquellen angebunden und Security-Tools ausgerollt werden, damit Analysten die Angriffe frühzeitig erkennen und wirksam darauf reagieren können. Hier zählt jede Sekunde“, sagt Kerstin Hörmann.

Realistische Angriffe auf kritische Infrastrukturen

Vom 20. bis 24. April verteidigten die Blue Teams im Übungshauptquartier in Kalkar simulierte IT-Systeme kritischer Infrastrukturen gegen koordinierte Angriffe spezialisierter Red Teams. Die Szenarien zielten auf Systeme aus verschiedenen Industriesektoren und umfassten realistische Multi-Vektor-Angriffe.

Die Angreifer hatten über ein Jahr Vorbereitungszeit. Neben bekannten Schwachstellen kamen auch eigens entwickelte Werkzeuge und Angriffsmuster zum Einsatz, die nicht zuverlässig über bekannte Signaturen oder Indicators of Compromise erkannt werden konnten.

Erkennung über Verhalten statt nur über IoCs

Während der Übung kamen die drei Kerntechnologien der SOC-Triade zum Einsatz: SIEM, EDR und NDR. SIEM-Systeme korrelierten sicherheitsrelevante Logdaten, EDR überwachte Endgeräte und NDR analysierte den Netzwerkverkehr in Echtzeit. Da die Angreifer teilweise eigene Tools einsetzten, musste das Team über klassische IoC-basierte Erkennung hinausgehen. Entscheidend war eine verhaltensbasierte taktische Erkennung anhand von Taktiken, Techniken und Prozeduren.

„Seit sechs Jahren arbeite ich im Bereich Detection und Response, aber Locked Shields ist eine andere Liga. Die Angriffe sind hochdynamisch, präzise orchestriert und erzeugen permanenten Entscheidungsdruck“, sagt Jörn Tillmanns.

Erkenntnisse fließen in operative Arbeit ein

Für Orange Cyberdefense war es die zweite Teilnahme in Folge. Bereits 2025 hatten Mitarbeitende des Unternehmens an „Locked Shields“ teilgenommen und gehörten damals zum Siegerteam von Deutschland und Singapur. Darunter Markus Neumaier, der seine Erfahrung über die Teilnahme bei Locked Shields in Folge 117 des Security-Insider Podcast teilte. In diesem Jahr sicherte sich ein Team aus Singapur und Lettland knapp den Gesamtsieg.

Weltweit größte Live-Fire-Cyberübung

Locked Shields gilt als weltweit größte und komplexeste multinationale Cyberabwehrübung. An der Übung nahmen dieses Jahr mehr als 4.000 Fachleute aus 41 Nationen teil. Organisiert wird Locked Shields vom NATO Cooperative Cyber Defence Centre of Excellence in Tallinn.

Bei der Live-Fire Cyber Defence Exercise verteidigen internationale Blue Teams simulierte Netzwerke und IT-Systeme kritischer Infrastrukturen gegen realistische Angriffe eines Red Teams. Neben technischen Fähigkeiten werden auch rechtliche Bewertungen, strategische Kommunikation und Entscheidungen unter Zeitdruck getestet.

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