Memory Corruption NetWeaver-Schwachstelle führt zu Speicherbeschädigung und schlimmer

Von Melanie Staudacher 2 min Lesedauer

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SAP behebt drei kritische Schwachstellen in NetWeaver, Approuter und Commerce Cloud. Die Folgen reichen von Speicherbeschädigung und Datenzugriff bis zur Anmeldung mit bekannten Standardzugangsdaten.

Angreifer könnten eine Memory Corruption verursachen und so sensible Nutzerdaten auslesen und Ausfälle betroffener SAP-Systeme herbeiführen.(Bild:  Gemini / Vogel IT-Medien GmbH / KI-generiert)
Angreifer könnten eine Memory Corruption verursachen und so sensible Nutzerdaten auslesen und Ausfälle betroffener SAP-Systeme herbeiführen.
(Bild: Gemini / Vogel IT-Medien GmbH / KI-generiert)

Im Rahmen seines Juli-Patchdays hat SAP Sicherheitsupdates veröffentlicht, die auch eine kritische Schwachstelle im SAP NetWeaver Application Server ABAP behebt. Bei der Schwachstelle handelt es sich um EUVD-2026-43586 / CVE-2026-44747 (CVSS-Score 9.9, EPSS-Score* 0.44), einen Fehler vom Typ „Out-of-Bounds Write“. Dieser ermöglicht es einem authentifizierten Angreifer, Fehler in der Speicherverwaltung auszunutzen und eine Speicherbeschädigung zu verursachen, die zu unbefugtem Datenzugriff, Datenänderungen oder Systemausfällen führen kann.

SAP-Spezialist Onapsis erklärt, dass der Hersteller als kurzfristige Übergangslösung empfiehlt, alle ICF-Knoten mit einer bestimmten Eigenschaft in der Transaktion SICF zu deaktivieren. „Da diese Maßnahme das Öffnen von Transaktionen in SAP GUI for HTML verhindert, ist sie nicht für alle Kunden geeignet. Daher empfiehlt es sich dringend, die entsprechende ABAP-Kernel-Version einzuspielen“, heißt es im Onapsis-Blog.

Approuter und Commerce Cloud anfällig

Daneben hat SAP zwei weitere kritisch Schwachstellen gemeldet und behoben:

  • EUVD-2026-43584 / CVE-2026-27690 (CVSS-Score 9.1, EPSS-Score 0.54) ist eine Schwachstelle im SAP Approuter, genauer eine HTTP-Request-Smuggling-Schwachstelle. Sie ermöglicht es einem unauthentifizierten Angreifer, eine speziell präparierte HTTP-Anfrage zu senden. Dies führt zu einer Request-Response-Desynchronisation. Das bedeutet, dass Anfragen und Antworten zwischen Client und Server nicht mehr korrekt zugeordnet werden, was die Offenlegung sensibler Daten ermöglichen kann. Approuter-Versionen 20.10.0 und jünger sind abgesichert.
  • EUVD-2026-43591 / CVE-2026-44761 (CVSS-Score 9.1, EPSS-Score 0.35) betrifft die Commerce Cloud, die einen hardcodierten OAuth2-Beispiel-Client mit öffentlich dokumentierten, bekannten Zugangsdaten enthalten kann. Diese Sample-Credentials stammen aus Beispiel-Konfigurationsskripten im SAP Help Portal, die eigentlich nur für Entwicklungs- und Testzwecke gedacht sind. Werden diese Skripte in Produktivsystemen ausgeführt und die Standard-Credentials nicht geändert, bleiben die dokumentierten Zugangsdaten aktiv im System bestehen. Somit können sich Angreifer mit den Standard-Credentials einloggen und Daten kompromittieren. Betroffen sind COM_CLOUD 2211, 2211-JDK21 und HY_COM 2205. Als Schutzmaßnahme müssen Kunden ihre Commerce-Cloud-Produktivumgebung manuell auf das Vorhandensein des dokumentierten Sample-OAuth2-Clients prüfen und diesen entweder entfernen oder dessen Secret durch einen starken, individuellen Wert ersetzen.

* Hinweis zum EPSS-Score: Das Exploit Prediction Scoring System zeigt die Wahrscheinlichkeit in Prozent an, mit der eine Schwachstelle innerhalb der nächsten 30 Tage ausgenutzt wird. Der ent­sprechende Score kann sich im Laufe der Zeit verändern. Sofern nicht anders angegeben, beziehen wir uns auf den Stand des EPSS-Scores zum Zeitpunkt der Veröffentlichung des Artikels.

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