Erpressung nach Smishing bei Analytics-Dienstleister Pornhub meldet Diebstahl von Kunden­daten – Hacker drohen mit Leak

Von Paula Breukel 2 min Lesedauer

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Nach einem Smishing-Angriff bei Mixpanel wird Pornhub mit Aktivitätsdaten ausgewählter Premium-Konten erpresst. Laut Betreiber bleiben Passwörter und Zahlungsdaten außen vor. Welche Daten konkret abgeflossen sind.

Nach einem Smishing-Angriff bei Mixpanel drohen „ShinyHunters“ mit der Veröffentlichung historischer Pornhub-Premium-Analysedaten.(Bild:  frei lizenziert / Unsplash)
Nach einem Smishing-Angriff bei Mixpanel drohen „ShinyHunters“ mit der Veröffentlichung historischer Pornhub-Premium-Analysedaten.
(Bild: frei lizenziert / Unsplash)

Pornhub bestätigt in einem Sicherheitshinweis, dass ein Cybersicherheitsvorfall beim Analyse­anbieter Mixpanel ausgewählte Premium-Nutzer betrifft. Der Betreiber betont, dass es keinen Einbruch in die Systeme von Pornhub Premium gibt und dass keine Passwörter, Zahlungsdaten oder Ausweisdaten abgeflossen sind.

Als Urspung nennt Mixpanel eine Smishing-Kampagne, also SMS-basiertes Phishing, die am 8. November 2025 entdeckt wurde. Mixpanel verweist auf Maßnahmen wie das Absichern betroffener Konten und das Zurücksetzen von Sessions.

Einfallstor Mixpanel und Erpressung durch „ShinyHunters“

Die Gruppe „ShinyHunters“ verschickt Erpressungs-E-Mails an Mixpanel-Kunden. Im Fall Pornhub behaupten die Täter, 94 GByte und mehr als 200 Millionen Datensätze erbeutet zu haben, einschließlich Such-, Watch- und Download-Aktivitäten von Premium-Mitgliedern. Diese Angaben stammen von den Angreifern und lassen sich bislang nicht verifizieren.

Mixpanel widerspricht der Einordnung teilweise: Gegenüber BleepingComputer erklärt das Unternehmen, es gebe keinen Hinweis, dass die Daten während des November-Vorfalls entwendet wurden. Der letzte Zugriff auf den betreffenden Datensatz sei 2023 über ein legitimes Mitarbeiterkonto bei der Muttergesellschaft von Pornhub erfolgt.

Welche Daten sind konkret betroffen?

Betroffen sein sollen E-Mail-Adresse, Aktivitätstyp, ungefähre Standortdaten, Video-URL, Videoname, zugeordnete Keywords sowie Zeitstempel von Pornhub-Premium-Kunden. Laut Angreiferangaben sollen auch Suchverläufe enthalten sein.

Pornhub verweist darauf, seit 2021 nicht mehr mit Mixpanel zu arbeiten. Daher handele es sich nach aktuellem Stand um historische Daten, aus dem Jahr 2021 oder früher.

Was bedeutet das für Betroffene?

Auch ohne Zugangsdaten gelten Aktivitäts- und Metadaten als sensibel, weil sie sich für zielgerichtetes Social Engineering, Erpressungsversuche und Deanonymisierung eignen, besonders wenn E-Mail-Adresse und Ortsbezug gemeinsam auftauchen.

Pornhub rät zu Wachsamkeit gegenüber verdächtigen E-Mails und ungewöhnlichen Kontoaktivitäten.

Nach einem Datenleak sollte auf folgende Dinge beachtet werden:

  • Phishing- und Erpressungs-Mails können vermehrt auftreten. Es sollten keine Links und auch keine Anhänge geöffnet werden.
  • Das Passwort des E-Mail-Kontos sollte geändert werden, sofern es wiederverwendet wurde. Multi-Faktor-Authentisierung schafft zusätzliche Sicherheit und sollte überall, wo möglich, aktiviert sein.
  • Kontobenachrichtigungen prüfen, etwa Login-Hinweise, und kompromittierte Sessions beenden, sofern die Plattform das anbietet.

Aktueller Stand der Untersuchungen

Mixpanel spricht von einem begrenzten Kundenkreis und eigener Incident Response. Pornhub spricht von einer internen Untersuchung mit Unterstützung von externen Experten.

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