Die größten Hackerskandale der vergangenen zehn Jahre

Risiken und Schäden durch Internetkriminalität

| Autor / Redakteur: Katharina Denkler / Stephan Augsten

Kaum ein Datensatz ist vor Hacker-Zugriffen sicher.
Kaum ein Datensatz ist vor Hacker-Zugriffen sicher. (Bild: Robert Mizerek - Fotolia.com)

Cyberkriminalität kann Privatpersonen, kleine und mittelständische Unternehmen sowie Großkonzerne gleichermaßen treffen. Der Security-Spezialist Faronics hat die größten Hackerskandale der vergangenen zehn Jahre zusammengefasst und deckt die versteckten Folgen auf, die diese Cyberangriffe mit sich brachten.

134 Millionen Kundendaten konnten Cyberkriminelle 2009 mithilfe einer Spionagesoftware entwenden. Sie hatten die Kreditkartendaten des amerikanischen Unternehmens Heartland Payment Systems ausgelesen. Dabei wurden auch die digitalen Informationen entwendet, die auf dem Magnetstreifen einer Kredit- oder EC-Karte gespeichert sind.

Mit diesen Daten lassen sich Dubletten der originalen Karten herstellen. Robert Baldwin von Heartland gab damals gegenüber USA Today zu, die Eindringlinge hätten mehr als nur ein paar Wochen Zugriff auf die sensiblen Daten gehabt. Der Hack wurde erst entdeckt, als Visa und Mastercard eine außergewöhnliche Menge an verdächtigen Transaktionen registrierten.

Die daraufhin eingesetzten Ermittler entdeckten das Datenklau-Programm bei Heartland. Dieser Vorfall passt zu dem aktuellen Trend: Die Security-Firma CardCops beobachtet einen jährlichen Zuwachs an Internet-Chatroom-Aktivitäten, in denen Hacker die Nummern der Karten testen, um sicherzustellen, dass sie aktiv sind.

Der größte Medienskandal unserer Zeit

12.800 Menschen wurden 2011 während des Abhörskandals der „News of the World“ in Großbritannien vorsätzlich abgehört. Dazu gehörten auch tausende Prominente und Politiker wie Sienna Miller, Jude Law oder Mitglieder des Königshauses. Ziel war es, auf diesem Weg an Stories aus ihrem Privatleben zu kommen.

Besonders brisant: Angeblich konnte die zum Murdoch-Konzern „News International“ gehörende Sonntagszeitung Telefongespräche von Angehörigen der Opfer der Terroranschläge in der Londoner U-Bahn 2005 mithören. Um dem Skandal die moralisch verwerfliche Krone aufzusetzen, wurde im Auftrag der Zeitung 2002 das Handy der 13-jährigen Milly geknackt – einem Mädchen, das verschwunden war und später ermordet aufgefunden wurde.

Die Journalisten hörten die Mailbox ab, auf der sich immer mehr verzweifelte Nachrichten von Familie und Freunden befanden. Als sie einige der Nachrichten löschten, um Platz für neue zu schaffen, werteten Familie und Polizei dies als Zeichen, das Mädchen sei noch am Leben. Die Leiche der 13-Jährigen wurde ein halbes Jahr später in einem Wald gefunden.

Peinlich, peinlich

Während eines Angriffs auf die Sicherheitsberater von Strategic Forecasting Inc. (Startfor) haben Hacker 860.000 Benutzernamen und E-Mail gestohlen und anschließend im Netz veröffentlicht. Stratfor ist ein führender US-amerikanisches Unternehmen, das Analysen und Zukunftsprognosen zu Sicherheitsfragen anbietet.

Ergänzendes zum Thema
 
Sicherheit auf mehreren Ebenen

Ein Link enthielt 75.000 Namen, E-Mail-Adressen, Kreditkartennummern sowie Passwörter von Stratfor-Kunden. Zusätzliche 860.000 Daten waren Benutzernamen und E-Mail-Adressen von registrierten Nutzern auf der Stratfor-Seite. In einem Statement sagten die Hacker, Stratfor sei absolut planlos, wenn es um Datensicherheit geht – die Passwörter seien in Klartext gespeichert gewesen und hätten oft einfach nur aus dem Namen des Unternehmens bestanden.

Die gestohlenen Kreditkartendaten wurden verwendet, um Spenden an diverse wohltätige Einrichtungen zu überweisen. Das Geld wurde aber zurückgerufen, bevor es seine Empfänger erreichen konnte.

Inhalt des Artikels:

Kommentare werden geladen....

Kommentar zu diesem Artikel

Anonym mitdiskutieren oder einloggen Anmelden

Avatar
  1. Avatar
    Avatar
    Bearbeitet von am
    Bearbeitet von am
    1. Avatar
      Avatar
      Bearbeitet von am
      Bearbeitet von am

Kommentare werden geladen....

Kommentar melden

Melden Sie diesen Kommentar, wenn dieser nicht den Richtlinien entspricht.

Kommentar Freigeben

Der untenstehende Text wird an den Kommentator gesendet, falls dieser eine Email-hinterlegt hat.

Freigabe entfernen

Der untenstehende Text wird an den Kommentator gesendet, falls dieser eine Email-hinterlegt hat.

copyright

Dieser Beitrag ist urheberrechtlich geschützt. Sie wollen ihn für Ihre Zwecke verwenden? Infos finden Sie unter www.mycontentfactory.de (ID: 42229453 / Security-Testing)