Malware-Links in Suchmaschinen sind kein Event-Geschäft

Search Engine Poisoning – Entwarnung für Olympia

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Gewöhnliche Suchen sind gefährlicher

Wenn Suchmaschinen aktuell einen Großteil der Einstiegspunkte in Malnets stellen, Verlinkungen auf Großereignisse jedoch wenig gefährdet sind, wie stoßen die Suchenden dann auf Malware? Die Analyse der WebPulse-Logs zeigt hier, dass es oft die ganz gewöhnlichen Suchen sind, die nichtsahnende Internet-Nutzer in Malnets locken.

Blue Coat hat 2.300 verseuchte Suchbegriffe nach Kategorien geordnet.
Blue Coat hat 2.300 verseuchte Suchbegriffe nach Kategorien geordnet.
Die vorangestellte Tabelle zeigt exemplarisch die Kategorien von 2.300 Suchbegriffen, die Nutzer tatsächlich zu Malware geführt haben. Suchen nach Informationen über Prominente machten dabei beispielsweise nur 2,7 Prozent aller Suchbegriffe aus. Der Großteil mit 42 Prozent ist hingegen ganz alltäglichen Suchanfragen zuzuordnen, die sich nicht so einfach kategorisieren lassen.

Genau hier sind die Angreifer am erfolgreichsten. Anfang 2012 entdeckten wir beispielsweise eine erfolgreiche SEP-Attacke bei der Suche nach Beispielen für Lebensläufe ("sample resume letters"). Suchen nach Nischenthemen, die nicht von den großen Nachrichtenlieferanten abgedeckt werden, bieten aktuell also die besten Möglichkeiten, Suchmaschinenergebnisse zu vergiften.

Wie können sich Unternehmen und Endanwender heute effektiv vor manipulierten Suchmaschinenergebnissen schützen? Zum Abschluss fünf Tipps für den sicheren Umgang mit Ergebnissen aus Suchmaschinen:

1. Wachsamkeit: Die meisten Anwender haben inzwischen gelernt, bei Links in E-Mails Vorsicht walten zu lassen – insbesondere dann, wenn sie den Absender der E-Mail nicht persönlich kennen. Dieselbe Vorsicht sollten sie auch bei den Ergebnissen von Suchmaschinen walten lassen.

2. Webfilter einsetzen: Der Einsatz einer Webfilter-Lösung ist eine gute Ergänzung zur lokalen Antivirensoftware. Unternehmen können statt auf lokal installierte Software wie beispielsweise die kostenlose K9 Web Protection von Blue Coat zu setzen ihren Webfilter auch zentral auf dem Internet-Gateway betreiben. Für mobile und stationäre Nutzer kann auch ein Mischbetrieb aus zentralem Gateway, Client-Lösung und Cloud-Dienst sinnvoll sein.

3. Vorschau lesen: Wenn Sie nach einem deutschen Suchbegriff suchen, sollte es Sie zumindest nachdenklich machen, wenn die Vorschau auf eine Trefferseite auf Englisch oder Russisch ist.

4. Domain-Endung beachten: Eine Internetadresse mit der Endung .de, .com oder .net ist natürlich keine Garantie für eine Malware-freie Website. Doch gerade Endungen wie .ru oder .cn sollten zu besonderer Vorsicht führen.

5. Im Zweifelsfall einfach nicht klicken: Kommt Ihnen ein Suchergebnis verdächtig vor, klicken Sie einfach nicht darauf. Google, Bing und Co. liefern zu den meisten Suchanfragen mehrere Millionen Ergebnisse. Es gibt also genügend Alternativen.

Über den Autor

Fernando Tzusch ist Consulting Systems Engineer und CISSP (Computer Information Systems Security Professional) bei Blue Coat Systems in Deutschland.
Fernando Tzusch ist Consulting Systems Engineer und CISSP (Computer Information Systems Security Professional) bei Blue Coat Systems in Deutschland.
(Blue Coat)
Fernando Tzusch ist Consulting Systems Engineer und CISSP (Computer Information Systems Security Professional) bei Blue Coat Systems in Deutschland.

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