Auf der Sharp Inspire Expo 2026 präsentiert Sharp sein erweitertes Serviceangebot, das nun auch Cybersicherheitslösungen umfasst. Mit der Einführung von Sharp DX bietet der Hersteller unter anderem SOC- und XDR-Services sowie Unterstützung für NIS-2-Compliance. Auch das Cloud-Portfolio wurde ausgeweitet.
Vom 13. bis 16 Januar 2026 fand in Lissabon die Sharp Inspire Expo statt.
(Bild: Vogel IT-Medien GmbH)
Fernseher, Kühlschränke und Drucker: Dafür ist Sharp bekannt. Seit 1912 fertigt der japanischer Hersteller Elektronikprodukte für seine Kunden auf der ganzen Welt und ist mittlerweile auch stark im Bereich der Display-Technologie tätig. Auf der Sharp Inspire Expo 2026 stellte der Hersteller Produktneuheiten vor sowie den Umfang, in dem er IT-Dienstleistungen, darunter auch Cybersicherheitsservices, anbieten wird. Dazu gehören SOC- und XDR-Services sowie ein NIS-2-Compliance-Paket.
Diese Dienstleistungen werden ab sofort im Rahmen der neuen Marke Sharp Digitale Experience (DX) in Europa angeboten. Dafür will Sharp die Kapazitäten seines europäischen Technologie-Support-Centers in Warschau in dem kommenden zwei Jahren verdoppeln. Sharp DX umfasst folgende Dienstleistungen, wobei der Fokus jeweils auf der Beratung liegen soll:
Managed IT Services: Umfasst die kontinuierliche Überwachung und Wartung von IT-Systemen.
Cybersicherheit: Services wie Security Operations Center (SOC) und Extended Detection and Response (XDR), die auf Bedrohungserkennung und -reaktion abzielen.
Compliance-Services: Unterstützung für die Einhaltung von Vorschriften wie dem NIS-2-Rahmenwerk.
Daten- und KI-Services: Beratung und Unterstützung bei der Implementierung von Datenlösungen und KI-Technologien.
Bürolösungen: Unterstützung bei der Integration von Arbeitsplatztechnologien.
Infrastruktur: Bereitstellung und Wartung von Netzwerkinfrastrukturen sowie Cloud-Lösungen.
Kai Scott, Geschäftsführer (li.), und Thorsten Bechler, Manager Product Marketing DACH, beide von Sharp Business Systems Deutschland
(Bild: Vogel IT-Medien GmbH)
Um diese Services anbieten zu können, hat Sharp in den vergangenen Jahren mehrere Unternehmen übernommen. Darunter ITpoint Systems aus der Schweiz, Complete IT aus Großbritannien und Apsia aus Frankreich. Im Interview haben Kai Scott, Geschäftsführer von Sharp Business Systems Deutschland, und Thorsten Bechler, Manager Product Marketing DACH bei Sharp, erläutert, warum es genau die richtige Entscheidung für den Hersteller ist, die Services in Europa anzubieten. „Wir waren Pioniere, was das Thema Security bei Kopierer anbelangt. Irgendwann haben wir festgestellt, das ist natürlich nett, wenn die Kopierer sicher sind, aber wenn der Rest drum herum offen ist wie ein Scheunentor, bringt das Ganze nichts“, beginnt Scott. „Um unsere Kunden so sicher wie möglich zu machen, bieten wir jetzt einen 360-Grad-Ansatz an.“
Besser spät als nie, besser langsam als unprofessionell
Was Security Services angeht, gibt es mittlerweile viele Angebote. Scott und Bechler sind sich jedoch sicher, dass Sharp mit seinem neuen Angebot, das Produkte wie Services aus einer Hand bietet, eine Lücke beim Kunden füllen kann. „Aufgrund der Vielfalt der Produkte und Angebote, die es heute gibt, tun sich Kunden sehr schwer, eine Entscheidung zu treffen.“ Je mehr verschiedene Dienstleister und Zulieferer beteiligt seien, desto schwieriger sei es, eine hohe Cyberresilienz zu gewährleisten. Auch die Verantwortlichkeiten seien dann nicht eindeutig. „Da verzweifelst du als Kunde“, sagt Scott.
Auf die Frage, ob es bei den vielen Security-Anbietern und -Lösungen nicht schon zu spät sei, mit neuen Services in den Markt zu kommen, antwortete Bechler mit einem klaren „nein. Es ist genau der richtige Zeitpunkt.“ Scott ergänzt: „Es ist immer die Frage, welchen Kunden ich erreichen will.“ Die Zielgruppe von Sharp DX seien keine großen Unternehmen oder Konzerne. Im Bereich der kleinen und mittelständigen Unternehmen gebe es jedoch noch jede Menge möglicher Kunden. „Ich weiß nicht, ob das nur ein deutsches Phänomen ist, aber oft macht bei den KMU die IT-Sicherheit nicht ein dedizierter Spezialist, sondern ein Bekannter. Bruder, Schwester, Schwager oder der Geschäftsführer macht die IT nebenher mit. Wenn wir diese Unternehmen dann aber fragen, wie sicher sie sind, können sie nur mit einem Bauchgefühl antworten. Aber nicht mit Fakten. Alle Analysen, die wir in solchen Unternehmen bisher durchgeführt haben, haben gezeigt, dass noch Änderungsbedarf besteht.“
Ein großer Teil des Beratungsgeschäft sei nicht nur das Pen-Testing, sondern auch das Security-Awareness-Angebot von Sharp DX sowie die Unterstützung hinsichtlich des Krisenmanagements. Denn für die Bewältigung eines Cyberangriffs seien nicht nur technische Fähigkeiten vonnöten, sondern auch organisatorische, wie zum Beispiel Incident-Response-Pläne und eine erprobte Krisenkommunikation. „Ich glaube, dass die Richtung in die wir gehen, genau die richtige ist“, sagt Bechler. „Wir wollen an die KMU-Kunden nicht als High-End-Tech-Konzern treten, sondern als Beratungspartner. Das gilt auch für die Beratung zu NIS 2. Innerhalb unseres NIS-2-Compliance-Paket wollen wir den Kunden helfen, die bürokratischen Texte in eine verständliche Sprache zu übersetzen, gemeinsam einen Projektplan anlegen und diesen dann gemeinsam umsetzen.“ Hier sei man gerade noch in der Vorbereitungsphase. Denn für Scott und Bechler sei entscheidend, selbst gut vorbereitet zu sein, bevor der Service dem Kunden angeboten werde. Ein langsamer und gut durchdachter und vorbereiteter Launch, anstelle eines überstürzten und möglicherweise unprofessionellem Start. „Dieses Wagnis wollen wir nicht eingehen“, erklärt Scott. „Wenn wir komplett, und das tun wir jetzt, in den Security-Markt reingehen, dann sind wir uns sicher, dass auch funktioniert.“
Auch im Bereich Cloud Computing wird sich bei Sharp einiges tun. Im Frühjahr 2026 soll der Kubernetes Service gelauncht werden, digitale Dienste durch Automatisierung und Skalierung von Container-Workloads unterstützen soll. Der Service wird einfache Cluster für interne Expertenteams bis hin zu vollständig verwalteten Lösungen und dedizierter Hardware für anspruchsvolle Anwendungsszenarien umfassen.
Stand: 08.12.2025
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Daneben erweitert Sharp sein Synappx-Angebot. Synappx ist das cloudbasierte Portfolio des Herstellers, das verschiedene Apps und Services für modernes Arbeiten bündelt. Neu hinzu kommen werden
Synappx Cloud Print V1.7 mit integrierter Scan-Funktion und der Möglichkeit, die MFPs von Sharp mit allen marktgängigen Cloud-Speicherdiensten zu verbinden,
Synappx Cloud Capture, eine KI-gestützte Softwarelösung und
Synappx Manage, eine cloudbasierte Plattform für die Fernwartung und -verwaltung von Druckerflotten.
Zudem verfüge die Synappx-Webanwendung nun über weitere Sicherheitsmaßnahmen, wie Single Sign-On (SSO) für die Authentifizierung und Tenant-Validierung. Zoonou, ein CREST-akkreditierter (Council for Registered Ethical Security Testers), unabhängiger Anbieter von Sicherheitstests, habe die Synappx-Cloud-Print-Anwendung sowie die dazugehörigen iOS- und Android-Mobilanwendungen kürzlich mithilfe von Penetrationstests auf ihre Sicherheit hin überprüft. Die Ergebnisse hätten gezeigt, dass die Dateien, die über den Druck-Workflow verarbeitet werden, nur vorübergehend gespeichert würden und somit nicht abrufbar seien. Dadurch sei eine sichere Übertragung von Dokumenten gewährleistet.
Sharp ist zertifizierter Microsoft-AI-Cloud-Partner
In Portugal kündigte Sharp zudem an, im Rahmen des Partnerprogramms von Microsoft AI Cloud, alle sechs Microsoft-Solutions-Partner-Zertifizierungen erhalten zu haben. Diese umfassen:
Sicherheit: Lösungen zum Schutz von digitalen Identitäten, Daten, Anwendungen und Endgeräten im gesamten Unternehmen.
Modernes Arbeiten: Tools und Dienste für effiziente Zusammenarbeit, höhere Produktivität und ein verbessertes Mitarbeitererlebnis.
Geschäftsanwendungen: Implementierung und Optimierung von Microsoft-Dynamics-365- und Power-Plattform-Lösungen.
Digitale Innovation & App-Innovation (Microsoft Azure): Entwicklung, Bereitstellung und Verwaltung von Cloud-nativen Anwendungen in Microsoft Azure.
Daten & KI (Microsoft Azure): Datenmanagement, Analysen und KI-Lösungen in Microsoft Azure.
Infrastruktur (Microsoft Azure): Skalierbare Cloud-Infrastrukturlösungen inklusive Compute, Netzwerk und Storage in Microsoft Azure.
Somit profitieren Kunden von einem einheitlichen Portfolio, welches den gesamten Microsoft-Stack abdeckt, von Cloud-Infrastruktur und Anwendungsmodernisierung bis hin zu Datenplattformen sowie fortschrittlichen Sicherheits- und KI-gestützten Unternehmenslösungen – und das von einem einzigen Anbieter.