Sichere Authentifizierung im Internet

Single-Sign-on mit dem elektronischen Personalausweis

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Funktionsweise des elektronischen Personalausweises

Technisch wird die Identifizierung mit dem neuen Personalausweis möglich, weil die persönlichen Daten des Nutzers elektronisch auf einem kontaktlosen Chip gespeichert werden können. So lassen sich beispielsweise der Name oder das Alter über einen Kartenleser auslesen.

Erst nach Eingabe einer persönlichen PIN werden diese Daten zum Auslesen an den Diensteanbieter übertragen. Dabei entscheidet der Nutzer selbst, welche Daten an den Diensteanbieter gesendet werden sollen. Auf diese Weise wird das Prinzip der Datensparsamkeit umgesetzt und dem Datenschutz Rechnung getragen.

Das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik hat technische Richtlinien und Schutzprofile für die IT-Sicherheit des neuen Personalausweises erstellt. Mit dem PIN-authentisierten Verbindungsaufbau wird verhindert, dass Unbefugte unbemerkt Personalausweisdaten vom kontaktlosen Chip auslesen können. Ferner erfolgt die Kommunikation zwischen dem Kartenleser und dem neuen Personalausweis verschlüsselt.

Der Diensteanbieter überprüft, ob die gesendeten Daten von einem neuen Personalausweis stammen und ob dieser eventuell gesperrt ist. Umgekehrt authentisiert sich der Diensteanbieter mit einem Berechtigungszertifikat, das unter staatlicher Aufsicht von kommerziellen Trust Centern ausgestellt wird. Somit kann der Nutzer sicher sein, dass er nicht mit einem Angreifer verbunden ist.

Für den Einsatz des neuen Personalausweises müssen jedoch zunächst folgende Voraussetzungen geschaffen werden:

  • „ePerso-Befähigung“ des Webauftritts: Der Diensteanbieter benötigt einen sogenannten eID-Server, der die Kommunikation mit dem elektronischen Personalausweis übernimmt und die IT-Sicherheitsfunktionen für den sicheren Kanal zum neuen Personalausweis bereitstellt.
  • Key Management: Zur Authentifizierung gegenüber dem neuen Personalausweis benötigt der Diensteanbieter kryptografische Schlüssel. Dafür beantragt er ein Berechtigungszertifikat, das von einem vertrauenswürdigen Trust Center ausgestellt wird. So kann über Sperrlisten geprüft werden, ob ein neuer Personalausweis als verloren, gestohlen oder missbraucht gemeldet wurden.
  • Optimierung der Geschäftsprozesse: Wenn Geschäftsprozesse zur Identifizierung und Authentifizierung von Nutzern für den neuen Personalausweis angepasst werden, dann lassen sich Medienbrüche vermeiden.

Auch wenn die ersten beiden Punkte Investitionen bedeuten, lassen sich durch die Vorteile des neuen Personalausweises dauerhaft Prozesskosten reduzieren. Eine Abwägung von Kosten und Nutzen sollte dennoch in einem Business-Case individuell durchleuchtet werden.

Seite 3: Anwender-seitige Voraussetzungen für ePerso-Nutzung

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