Deepfakes gelten in der modernen Geschäftswelt zunehmend als ernsthafte Gefahr. Mithilfe von KI-Technologien lassen sich täuschend echte Bild-, Video- oder Audiomanipulationen erstellen, die erhebliche Risiken für Unternehmen mit sich bringen. Eine fundierte Auseinandersetzung mit den Gefahrenpotenzialen und möglichen Schutzmaßnahmen ist deshalb unerlässlich.
Der Autor: Bernd Korz ist CEO von Alugha
(Bild: Alugha)
Deepfakes bezeichnen digital manipulierte Medieninhalte, die das Aussehen, die Stimme oder die Gestik von Personen sehr überzeugend imitieren. Ursprünglich im Unterhaltungssektor entstanden, finden sie mittlerweile auch in kriminellen Kontexten Anwendung. Betrug, Desinformationskampagnen oder Identitätsdiebstahl können hier die Folge sein. Unternehmen sind insbesondere deshalb gefährdet, weil entsprechende Fälschungen zunehmend leichter herzustellen sind. So könnte beispielsweise die Identität von Führungskräften kopiert werden, um Mitarbeiter oder Partnerunternehmen zu täuschen und sensible Daten zu erlangen.
Ebenso besteht das Risiko, dass gefälschte Videobotschaften mit Anweisungen zu Geldtransfers im Umlauf sind, die finanziellen Schaden verursachen und das Vertrauen in zentrale Strukturen beeinträchtigen. Zusätzlich stehen Reputationsverluste im Raum, wenn Falschinformationen oder kompromittierende Aussagen verbreitet werden, die scheinbar aus glaubwürdiger Quelle stammen.
Angesichts wachsender geopolitischer Spannungen und einer sich dynamisch entwickelnden Bedrohungslage sollten Organisationen frühzeitig Maßnahmen zur Deepfake-Sicherheit ergreifen. Doch welche Schutzmechanismen sind sinnvoll und wie kann Künstliche Intelligenz Deepfakes erkennen?
Schutzmechanismen vor Deepfake-Angriffen
Ein wesentlicher Baustein der Sicherheitsarchitektur in Unternehmen ist die Sensibilisierung der Belegschaft. Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die manipulierte Inhalte erkennen oder hinterfragen können, sind für Organisationen von unschätzbarem Wert. Schulungen zu typischen Anzeichen von Deepfakes, wie Unstimmigkeiten bei Mimik, Lippenbewegungen oder Hintergrundgeräuschen, sollten daher regelmäßig durchgeführt werden.
Gleichzeitig ist es ratsam, starke Authentifizierungsverfahren für sensible Prozesse zu etablieren. Multi-Faktor-Authentifizierung (MFA) kann verhindern, dass allein durch eine gefälschte Stimme oder ein nachgestelltes Gesicht Zugriff auf vertrauliche Daten erlangt wird. Neben Passwörtern und PINs erhöhen biometrische Verfahren die Sicherheit von Identitätsprüfungen.
Auch Verifikationsprotokolle für besonders kritische Kommunikationswege sind von Bedeutung. Wenn beispielsweise Videonachrichten von Führungskräften mit relevanten Anweisungen im Unternehmen kursieren, sollte deren Inhalt über einen zweiten Kanal (z. B. E-Mail, Telefon oder Intranet) bestätigt werden. Dadurch wird verhindert, dass eine Entscheidung allein aufgrund einer möglicherweise gefälschten Videobotschaft getroffen wird.
Einsatz Künstlicher Intelligenz zur Deepfake-Erkennung
Künstliche Intelligenz ist ein wichtiger Bestandteil bei der Abwehr von Deepfakes. Dieselben Technologien, die gefälschte Inhalte erzeugen, können auch zur Erkennung von Manipulationen eingesetzt werden. Moderne Erkennungssysteme sind in der Lage, subtile Abweichungen in Lichtreflexion, Mimik oder Audioklängen aufzuspüren, die auf eine nachträgliche Bearbeitung hindeuten. Um mit dem rasanten Fortschritt Schritt zu halten, empfiehlt sich ein regelmäßiges Training der Erkennungsmodelle sowie deren kontinuierliche Weiterentwicklung.
Ergänzend dazu lässt sich mit digitalen Fingerabdrücken arbeiten, um etwa die Echtheit von Videobotschaften zu verifizieren. Wenn für eine bestimmte Person ein eindeutiges Profil angelegt ist, können neue Medieninhalte automatisch geprüft und mit dem bestehenden Referenzdatensatz abgeglichen werden. Stimmt dieser Abgleich nicht überein, wird eine Warnung generiert.
Beispiele für Tools und Technologien zur Deepfake-Erkennung
Für den praktischen Einsatz in Organisationen existiert eine Reihe spezialisierter Lösungen, die bei der Identifizierung potenziell gefälschter Inhalte helfen. Zu den gängigen Beispielen gehören:
Sensity: Bietet KI-basierte Erkennung gefälschter Bild-, Video- und Audioinhalte. Die Plattform durchsucht Dateien nach Anomalien, die auf Manipulationen hindeuten könnten.
AmberFlux: Laut Herstellerangaben soll dieses Tool digitale Forensik-Funktionen bereitstellen. Metadaten werden untersucht und Berichte zur Echtheit von Videoinhalten generiert.
Truepic: Truepic ist darauf spezialisiert, die Echtheit von Bildern und Videos zu überprüfen. Dabei wird ein digitales Echtheitszertifikat erstellt, das Manipulationen weitestgehend ausschließen soll. Truepic ist in diesem Bereich einer der bekanntesten Anbieter.
Deepfake Detection Dataset (DFDC) von Meta: Zwar handelt es sich hierbei nicht um ein Tool im engeren Sinne, sondern um einen umfassenden Datensatz, der Entwicklern und IT-Abteilungen hilft, eigene Algorithmen für die Deepfake-Erkennung zu trainieren und zu testen.
All diese Werkzeuge und Ressourcen sollten jedoch immer nur Bestandteil eines umfassenden Sicherheitskonzepts sein. Zwar lässt sich das Risiko, auf Deepfakes hereinzufallen, dadurch deutlich verringern, doch einen hundertprozentigen Schutz kann keine einzelne Lösung garantieren. Die Kombination aus technischen Kontrollen, organisatorischen Maßnahmen und einer gewissenhaften Überprüfung verdächtiger Inhalte bildet daher den effektivsten Schutzschild gegen Deepfake-Angriffe.
Stand: 08.12.2025
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Deepfakes entwickeln sich in rasantem Tempo. Daher ist eine proaktive Beschäftigung mit diesem Themenfeld unverzichtbar, um Schäden zu vermeiden. Organisationen profitieren davon, wenn sie bereits frühzeitig Maßnahmen einleiten und klare Prozesse etablieren, die im Ernstfall greifen. Dazu gehören:
Regelmäßige Schulungen zur Deepfake-Erkennung und -Meldung
Implementierung von Multi-Faktor-Authentifizierung in sensiblen Bereichen
Etablierung verbindlicher Verifikationsmechanismen für kritische Entscheidungswege
Einsatz von KI-gestützten Erkennungstools und digitalen Fingerabdrücken
Kontinuierliche Anpassung und Aktualisierung der Sicherheitsinfrastruktur
Letztendlich sollte nicht nur die eigene IT-Infrastruktur gestärkt, sondern auch die Zusammenarbeit mit Spezialisten sowie der Austausch in Netzwerken und Verbänden gefördert werden. Da Deepfakes von immer mehr Akteuren genutzt werden, ist gemeinschaftliches Handeln sinnvoll, um Kommunikationskanäle vor Manipulationen zu schützen.
Deepfakes sind längst Teil der Realität
Die steigende Verfügbarkeit entsprechender Werkzeuge verdeutlicht, dass Unternehmen vorsorglich handeln müssen, um sich und ihre Partner zu schützen. Das Fundament bildet eine Kombination aus technischen Lösungen – wie KI-gestützter Erkennung und mehrstufigen Authentifizierungsprozessen – sowie organisatorischen Maßnahmen, etwa Schulungs- und Meldekonzepte.
Wer frühzeitig auf diese Bedrohung reagiert, kann sowohl Reputations- als auch finanzielle Schäden vermeiden. Allerdings kann nur ein ganzheitlicher Ansatz langfristig das Vertrauen in unternehmenskritische Daten und Prozesse sichern. Da sich Deepfakes und ihre Erkennungsmethoden stetig weiterentwickeln, ist eine regelmäßige Überprüfung aller Sicherheitsmaßnahmen unerlässlich, um stets auf dem neuesten Stand zu bleiben.