Wie trägt KI zum Schutz von Unternehmen bei? Studie zu künstlicher Intelligenz in der Cybersicherheit

Von Bernhard Lück 2 min Lesedauer

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KI-gestützte Angriffe sind für deutsche Unternehmen derzeit die größte Cyberbedrohung. Die Software-Bewertungsplattform Capterra hat untersucht, in welchen Bereichen Firmen KI-gestützte Sicherheitssysteme nutzen und welche Vorteile und Herausforderungen ihnen begegnen.

Capterra hat neue Studiendaten über den Einsatz von KI zum Schutz vor Bedrohungen eingeholt.(Bild:  © – Parradee – stock.adobe.com)
Capterra hat neue Studiendaten über den Einsatz von KI zum Schutz vor Bedrohungen eingeholt.
(Bild: © – Parradee – stock.adobe.com)

Wie trägt künstliche Intelligenz zum Schutz von Unternehmen bei? Diese Frage stellte Capterra 670 Personen, die an den Cybersicherheitsmaßnahmen ihres Unternehmens beteiligt sind und einen Teil des IT-Budgets im Unternehmen für die KI-gestützte Cybersicherheit einplanen.

Mitarbeiter sind ein nicht zu unterschätzendes Risiko

Phishing und Social-Engineering-Angriffe (41 Prozent), interne Bedrohungen durch unbeabsichtigte oder böswillige Handlungen von Mitarbeitern (32 Prozent) sowie Ransomware-Angriffe (29 Prozent) werden als Hauptgründe genannt, warum sich Unternehmen für eine Investition in KI-gestützte Cybersicherheit entschieden haben.

Um Risiken, die durch Phishing oder unbeabsichtigtes Handeln von Mitarbeitern entstehen, entgegenzuwirken, haben KI-Investitionen in diesen Bereichen Priorität:

  • Cloud-Sicherheit (56 Prozent)
  • E-Mail-Sicherheit (55 Prozent)
  • Netzwerksicherheit (47 Prozent)

Vorteile der KI-gestützten Cybersicherheit

Während ein herkömmliches Tool auf einem „statischen“ Schutz basiert, bei dem es nur auf eine bekannte Bedrohung des Systems reagiert, basieren die KI-Tools auf einem „dynamischen“ Erkennungsansatz. Da sie beispielsweise Muster oder anomale Aktivitäten erkennen, die mit Bedrohungen im Zusammenhang stehen, kann eine höhere Schutzfunktion gewährleistet werden. Die wichtigsten drei Vorteile für die Studienteilnehmer sind:

  • Verhaltensanalyse: Identifizierung von Anomalien und Mustern, die auf Bedrohungen hinweisen (49 Prozent)
  • Echtzeit-Monitoring: Erkennung von Bedrohungen, sobald sie auftreten (48 Prozent)
  • Automatisierung von routinemäßigen Sicherheitsaufgaben wie Warnungspriorisierung, Vorfallsreaktion und Patch-Management (40 Prozent)

Die größten Herausforderungen von KI in der Cybersicherheit

Eine der größten Herausforderungen von KI in der Cybersicherheit ist die mangelnde Analysegenauigkeit und die Menge an generierten Informationen (43 Prozent). Während KI-Algorithmen große Datenmengen verarbeiten und Muster erkennen können, hängen ihre Analysefähigkeiten von den Informationen ab, auf die sie zuvor trainiert wurden.

Als weiterer Nachteil wurde genannt, dass das System nicht unabhängig sei und daher überwacht werden müsse (40 Prozent). KI-basierte Systeme erfordern qualifizierte Fachkräfte, die effektiv mit ihnen arbeiten können. Darüber hinaus ist eine manuelle Überprüfung erforderlich, um genaue Schlussfolgerungen zu ziehen.

Die dritt- und viertgrößte Herausforderung sind „falsch negative“ (32 Prozent) und „falsch positive“ (28 Prozent) Ergebnisse. KI kann dann harmlose Aktivitäten in einem Unternehmen als verdächtig melden (False Positives) oder umgekehrt echte Bedrohungen ignorieren (False Positives).

KI-Erfolg beruht auf einem Zusammenspiel mit menschlichem Fachwissen

Laut den Studienteilnehmern wird menschliches Fachwissen besonders bei Schulungen benötigt. Auch ist eine menschliche Aufsicht über Entscheidungen der KI und das kontextbezogene Verständnis von Outputs ebenfalls sehr wichtig.

„Während KI-gestützte Cybersicherheit Automatisierung, Geschwindigkeit und Skalierbarkeit mit sich bringt, sorgen Mitarbeiter für kritisches Denken, ein kontextbezogenes Verständnis und ethische Überlegungen für eine effektive Cybersicherheitsabwehr“, kommentiert Ines Bahr, Senior Content Analystin bei Capterra.

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