Interview mit Helmut Duschinger zum Psylock Windows Login

Tipp-Biometrie erkennt Benutzer am Tastenanschlag

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Security-Insider: Wie sieht die biometrische Lösung von Psylock Windows Login aus?

Duschinger: Psylock ist es gelungen, Ergebnisse universitärer Forschung in ein weltweit einzigartiges Biometrie-Produkt umzusetzen. Ausgehend von der Erkenntnis, dass es bereits beim Morsen und Telegrafieren möglich war, den Absender am typischen Klang zu erkennen, hat ein Team von Wissenschaftlern unter der Leitung von Prof. Dr. Bartmann die Psylock Tippverhaltensbiometrie entwickelt.

Damit werden Personen an ihrer individuellen Art erkannt, wie sie einen vorgegebenen Satz auf einer Standardtastatur tippen. Ganz konkret: Bei der Anmeldung an das Windows Betriebssystem geben Sie weiterhin ihren Benutzernamen ein. Das persönliche Passwort wird ersetzt durch ein Eingabefeld, in dem jeder Anwender denselben Satz tippt, z.B. „Mein Tippverhalten: So individuell wie ich selbst!“.

Security-Insider: Wie zuverlässig ist dieses Verfahren?

Duschinger: Man kann das Tippverhalten eines Menschen nach einfach messbaren Merkmalen auswerten, z.B. Geschwindigkeit und Rhythmus. Diese Werte schwanken aber bei jedem Menschen sehr stark und erlauben deshalb alleine genommen keine zuverlässige Personenerkennung. Psylock verwendet patentierte tieferliegende Merkmale, die das Personentypische mit komplexen mathematischen Modellen aus den Tastenanschlägen berechnen. Damit unterscheidet sich die Technologie von Psylock wesentlich von den einfacheren Verfahren anderer Anbieter der Tippverhaltensbiometrie.

Psylock bietet die einzige Tippverhaltensbiometrie am Markt, die ohne Passwort genutzt werden kann. Die Trennschärfe wird durch die Länge des zu tippenden Textes und verschiedene Einstellmöglichkeiten bestimmt. Für höchste Sicherheitsanforderungen kann Psylock auch mit einem zweiten Faktor – z.B. einer PIN oder einem Passwort – kombiniert werden.

Security-Insider: Was benötigt man zum Windows Login auf Tippbiometrie-Basis?

Duschinger: Im Unternehmen muss der Psylock Authentication Server installiert werden, der die für Windows Login benötigten biometrischen Daten verwaltet. Dieser Server kann gleichzeitig mehrere Zugänge schützen: Web-Applikationen, VPN-Zugänge und eben den Login ins Betriebssystem. Für den Windows Login wird eine automatisch installierbare Software geliefert, die sich direkt in den Anmeldevorgang einbindet. Hier arbeitet Psylock mit Technologiepartnern zusammen, so dass sich diese technisch anspruchsvolle Lösung von Beginn an auf ausgereifte Komponenten stützt.

Security-Insider: Was unterscheidet die Tippverhaltensbiometrie von anderen Biometrien?

Duschinger: Bei der Tippverhaltensbiometrie werden keine Bilddaten, wie z.B. bei Fingerprint oder Gesichtserkennung erhoben. Damit bieten die gespeicherten Daten keine Möglichkeit, sie nach Alter, Geschlecht, Gesundheit oder Hautfarbe der Person auszuwerten.

Die Bedenken, die bei der Einführung biometrischer Systeme oft zu Recht geäußert werden, gelten für die Tippverhaltensbiometrie nicht. Bei der Einführung ist heute sicher immer noch Aufklärungsarbeit zu leisten. Doch die Anwender finden sehr schnell Gefallen am „All you need to do is type“.

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