Jury-Interview zum „UP26@it-sa“-Award Wie aus Ideen geförderte Innovationen werden

Von Melanie Staudacher 4 min Lesedauer

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Was macht aus einer Cybersecurity-Idee ein erfolgreiches Startup? Jury-Mitglied Oliver Küch erläutert, worauf es beim UP26@it-sa-Award ankommt und warum ehrliche Roadmaps wichtiger sind als perfekte Pitches.

Oliver Küch ist Abteilungsleiter Marketing und PR sowie Innovation Manager bei Athene, dem nationale Forschungszentrum für angewandte Cybersicherheit, das gemeinsam mit der it-sa Initiator des Awards UP@it-sa ist und ihn über seinen Digital Hub Cybersecurity zusammen mit der NürnbergMesse ausrichtet.(Bild:  Nationales Forschungszentrum für angewandte Cybersicherheit ATHENE)
Oliver Küch ist Abteilungsleiter Marketing und PR sowie Innovation Manager bei Athene, dem nationale Forschungszentrum für angewandte Cybersicherheit, das gemeinsam mit der it-sa Initiator des Awards UP@it-sa ist und ihn über seinen Digital Hub Cybersecurity zusammen mit der NürnbergMesse ausrichtet.
(Bild: Nationales Forschungszentrum für angewandte Cybersicherheit ATHENE)

Fünf junge Unternehmen aus Deutschland und der Schweiz treten am 28. Oktober auf der it-sa in Nürnberg im Finale des Athene Startup Awards „UP26@it-sa“ an. Der Preis geht in diesem Jahr zum neunten Mal an das beste Cybersecurity-Startup der DACH-Region. Ausgerichtet wird er vom Athene Digital Hub Cybersecurity und der NürnbergMesse. Die drei Bestplatzierten erhalten Geldpreise von bis zu 7.500 Euro. Insgesamt sind die Preise 15.000 Euro wert. Die Finalisten stellten sich bereits am 22. September beim Digital Preview Day auf der Plattform it-sa 365 vor. Mehr über die fünf Startups erfahren Sie hier.

Wer in der Jury entscheidet

Die Pitches der Startups starten am 28. Oktober 2026 um 15:40 Uhr. Um 16:30 Uhr wird die siebenköpfige Jury ihre Entscheidung fällen und de Gewinner des Athene Startup Award UP26@it-sa wird geehrt. Bewertet wird das Gesamtpaket aus Team, Innovation und Geschäftsmodell. Die Mitglieder der Jury sind:

  • Christian Ederer, Director Technical Services bei Infinigate Deutschland
  • Peter Kaiser, VP Portfolio & Partner Strategy bei Deutsche Telekom Security
  • Felix Kuhlenkamp, Leiter Sicherheit beim Bitkom
  • Oliver Küch, Abteilungsleiter Marketing und PR sowie Innovation Manager bei Athene und Fraunhofer SIT
  • Dr. Judith Nink, Fachbereichsleiterin Cybersicherheit bei Unternehmen im Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI)
  • Lena Rosini, Startup & Innovation Manager bei Futury
  • Christian Stanke, COO von Infrafon und Vorjahressieger

Im Interview mit Oliver Küch erläutert das Jury-Mitglied, warum die Förderung von jungen Unternehmen trotz des bereits sehr großen Angebots an Cybersecurity-Lösungen von Bedeutung ist. „Angebot und Nachfrage sind in ständiger Veränderung. Der technische Fortschritt schafft neue Angriffs- ebenso wie neue Schutzmöglichkeiten. Bestehende Unternehmen sind nicht immer in der Lage, ausreichend auf technische Entwicklungen oder Marktveränderungen zu reagieren, weil Sie zum Beispiel nicht zum eigenen Geschäftsmodell passen, zu riskant sind oder zu nischig.“ Und genau an dieser Stelle kommen die Startups ins Spiel. Denn Küch zufolge sind sie die schnellste Möglichkeit, um Innovationen in den breiten Markt hineinzutragen.

„Aber sie brauchen den richtigen Zeitpunkt für den Erfolg. Forschung schafft hierfür die Grundlage, entwickelt Technologien und konkrete Lösungen für einzelne Anwendungsfälle, auch wenn der Markt dafür noch gar nicht reif ist. Deshalb versuchen wir am Nationalen Forschungszentrum für angewandte Cybersicherheit Athene immer wieder Forschungs­ergebnisse in Startup-Angebote zu verwandeln, wenn das Timing stimmt. Außerdem geht es auch um digitale Souveränität: Wenn wir in Deutschland und Europa bei Cybersicherheit nicht dauerhaft von außereuropäischen Anbietern abhängig sein wollen, brauchen wir eigene Innovationen und eigene Unternehmen, die daraus entstehen.“

Wie gewinnt man den UP26@it-sa-Award?

Außerdem hat die Redaktion von Security-Insider bei Küch nachgefragt, worauf die Jury bei ihrer Bewertung der Startups besonders wert legt: „Grundsätzlich achtet die Jury zunächst darauf, dass die geforderten Basics alle abgedeckt sind: Sind Problem, Lösung, Geschäftsmodell, Marktsituation, etc. verständlich und ausreichend dargestellt?“ Darüber hinaus bringe jedes Jury-Mitglied auch seine eigene Perspektive und individuelle Expertise in die Bewertung mit ein. „Aufgrund meines Hintergrunds schau ich zum Beispiel immer besonders auf das Go-To-Market-Thema: Haben die Startups hier eine überzeugende Strategie, passt das Vertriebsmodell zur Zielgruppe und wie sieht das Marktfeedback aus, gibt es Interessenbekundungen, erste Kunden oder Umsätze?“, erklärt Küch.

In der Jury-Sitzung werden nach den Ptiches die verschiedenen Themen diskutiert und die unterschiedlichen Sichtweisen ausgetauscht. Doch es bleibt nicht allein bei der Kürung eines Siegerteams. Die von der Jury besprochenen Kritikpunkte, offenen Fragen, aber auch konkreten Anregungen und Tipps für die Gründungsteams werden über den Digital Hub in Einzel­ge­sprächen anonymisiert an die Startups weitergegeben. „Mitmachen lohnt sich also in jedem Fall, denn Teilnehmende erhalten immer wertvolles Feedback zum Teil sogar mit konkreten Vernetzungshinweisen“, sagt Küch.

Was Startups bei der Bewerbung wissen sollten

Den UP@it-sa Award gibt es bereits seit 2018 und vermutlich wird Athene ihn auch im nächsten Jahr wieder ausschreiben. Küch verrät, was Unternehmen beachten sollten, wenn sie sich für den Preis bewerben möchten. Seine beiden wichtigsten Tipps: „Eine ehrliche Roadmap vorzulegen und Wiederholungstäter zu werden! Der Cybersecurity-Markt ist komplex und es ist ganz normal, dass Startups in einer frühen Phase noch nicht alle Antworten haben. Die Teams sollten ehrlich bleiben, die Jury erkennt in der Bewertung ohnehin die Lücken und offenen Fragen.“

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Wer den eigenen Status Quo nicht konkret anhand von Interessenbekundungen, Kunden- oder Umsatzzahlen aufzeigt, sondern glaubt, er könnte über eigene Schwächen hinwegtäuschen, der irrt sich Küchs Meinung nach. „Wer zu den offenen Punkten steht und die richtigen nächsten Schritte skizziert, der wirkt authentisch, überzeugt dadurch umso mehr und kann auch die eigenen Fortschritte besser sichtbar machen. Viele der Preisträgerinnen und Preisträger haben sich zwei oder drei Mal beworben, bevor Sie gewonnen haben. Da hat man dann über die Jahre tolle Entwicklungen gesehen und das fällt der Jury auf.“

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