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Ehemalige Angestellte
Persönliche Rache, finanzielle Anreize oder Chancen im neuen Job sind auch die gängigsten Spionage-Motive für Ex-Angestellte. Sie mögen vielleicht keinen Zugang zum Unternehmen und keinen Zugriff auf aktuelle Daten mehr haben. Doch sie kennen die Strategie, die Gewohnheiten und die Schwächen ihres ehemaligen Arbeitgebers. Was aber noch viel gefährlicher ist: Sie wissen auch, welches Unternehmen solche Informationen gerne hätte.
Oft schaden ehemalige Mitarbeiter ihrem einstigen Arbeitgeber jedoch indirekt – sie nutzen ihr Insider-Wissen, um beim neuen Unternehmen einen guten Job zu machen. Ein Verkäufer kennt beispielsweise die Leistungen sowie Konditionen seines ehemaligen Arbeitgebers und hat damit Vorteile beim Tauziehen um einen potenziellen Kunden.
Zeitarbeiter, Aushilfskräfte und externe Mitarbeiter
In vielen Unternehmen ist es mittlerweile üblich, einige Stellen nur übergangsweise oder bei Bedarf zu besetzen und spezielle Arbeiten (Putzdienst, Gartenpflege, Security Services usw.) anderen Unternehmen zu überlassen. Solche Mitarbeiter erhalten Zugang zum Firmengelände, haben aber keine persönliche Bindung zu ihrem temporären Arbeitgeber.
Besonders gefährlich ist daran, dass sich in vielen Firmen ein Laissez-faire-Denken durchgesetzt hat. Hand aufs Herz: Haben Sie schon einmal einen externen Security-Angestellen darauf angesprochen, warum er sich in sensiblen Sicherheitsbereichen Ihres Unternehmens aufhält? Kaum jemand interessiert sich dafür, so lange der Mitarbeiter (scheinbar) nur seinen Job macht.
Auch im Outsourcing- und Offshoring-Bereich spielt die Identifikation mit dem Unternehmen eine wichtige Rolle: Wenn ein Mitarbeiter mit den Grundsätzen seines neuen, ausländischen Arbeitgebers nicht einverstanden ist, hat er auch keine Skrupel sensible Informationen an Mitbewerber im eigenen Land zu verkaufen. Unmittelbarer Schaden droht dann durch Patentrechtsverletzungen oder Plagiate.
Allerdings hat Corporate Trust herausgefunden, dass bei deutschen Firmen mit ausländischen Niederlassungen und Tochterunternehmen etwa 77 Prozent aller Spionagevorfälle im Inland stattfanden. Dies könne einerseits daran liegen, dass Angriffe hierzulande öfter aufgedeckt werden. Andererseits weist Corprate Trust darauf hin, dass sich ein Angriff auf den deutschen Mutterkonzern wohl eher lohnt, da hier das interessante Know-how verborgen liegt.
Seite 4: Insider Threats abwehren
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