BitLocker ist eine Sicherheitsfunktion von Microsoft, die in bestimmten Versionen des Windows-Betriebssystems integriert ist. Das Feature sorgt für die Verschlüsselung der Systemlaufwerke, Festplatten oder Wechseldatenträger. Die gespeicherten Daten sind gegen Diebstahl und unbefugtes Lesen geschützt.
BitLocker bietet mehrere Optionen zur Sicherung des Wiederherstellungsschlüssels, wie den Schlüssel auf einem USB-Laufwerk zu speichern oder in einem Microsoft-Konto zu hinterlegen.
Microsoft bietet mit BitLocker eine in das Windows-Betriebssystem integrierte Lösung, mit der sich Festplatten, Systemlaufwerke oder Wechseldatenträger sicher verschlüsseln lassen. Dadurch bleiben die Daten bei Diebstahl oder beim physischen Entfernen einer Festplatte aus einem Rechner geschützt. Ohne den Schlüssel sind die Daten nicht lesbar. Darüber hinaus lässt sich das System so konfigurieren, dass der Rechner nur gestartet werden kann, wenn die richtige PIN eingegeben oder eine Schlüsseldatei auf einem Wechseldatenträger bereitgestellt wird.
Für die Ver- und Entschlüsselung kommen 128- oder 256-Bit lange AES-Schlüssel zum Einsatz. Maximalen Schutz bietet das Verschlüsselungs-Feature in Kombination mit dem sogenannten Trusted Platform Module (TPM). Bei TPM handelt es sich um eine zusätzliche im Rechner vorhandene Hardwarekomponente, die sicherstellt, dass der Computer im Offlinezustand nicht manipulierbar ist. BitLocker ist aber auch ohne Trusted Platform Module einsetzbar. Unterstützte Dateisysteme sind FAT16, FAT32, NTFS und exFAT.
Welche Windows-Versionen unterstützten die BitLocker-Verschlüsselung?
Nur bestimmte Windows-Versionen unterstützen die BitLocker-Verschlüsselung. Erstmalig zu finden war das Feature in Windows Vista. Folgende Windows-Versionen beinhalten die Verschlüsselungsfunktion:
Windows Vista: Ultimate- und Enterprise-Versionen
Windows 7: Ultimate- und Enterprise-Versionen
Windows 8 und 8.1: Pro- und Enterprise-Versionen
Windows 10: Pro-, Enterprise-, Pro Education/SE- und Education-Versionen
Windows 11: Pro-, Enterprise- und Education-Versionen (die Home-Version unterstützt nur die vereinfachte Geräteschutzfunktion)
Windows Server: Ab Version 2008, einschließlich der Versionen 2016, 2019, 2022 und 2025
Die BitLocker-Verschlüsselung benötigt eine eigene Systempartition. Auf dieser befinden sich die notwendigen Daten, um den Rechner zu starten und die verschlüsselten Daten der Betriebssystempartition zu laden. Wird die Verschlüsselung aktiviert, erstellt Windows die notwendige Partition selbständig. Die Systempartition versucht vor dem Starten des Betriebssystems auf das Trusted Platform Module zuzugreifen. Ist es vorhanden, lässt sich prüfen, ob Veränderungen oder Manipulationen der Hardware stattgefunden haben. Die Verschlüsselung ist so konfigurierbar, dass die Eingabe einer PIN zum Starten des Rechners erzwungen werden kann.
Alternativ zur PIN kann die Bereitstellung einer Schlüsseldatei auf einem Wechseldatenträger (USB-Stick) erforderlich sein. Ohne dass PIN oder Schlüsseldatei konfiguriert sind, startet ein mit BitLocker verschlüsselter Rechner für den Anwender gleich wie ein unverschlüsselter Windows-Rechner. Für die Verschlüsselung kommt der Advanced Encryption Standard (AES) zum Einsatz. Die Schlüssel haben eine Länge von 128 oder 256 Bit. Die Standardlänge beträgt 256 Bit.
Die Festplattenverschlüsselung bietet zahlreiche Vorteile. Sie verhindert, dass Festplatten aus einem Rechner entfernt und auf einem anderen Rechner eingelesen werden. Beim Diebstahl eines Rechners sind die Daten geschützt und für Unbefugte ohne Kenntnis des Schlüssels, der PIN oder dem Besitz der Schlüsseldatei nicht lesbar. Zudem lässt sich das unbefugte Starten des Windows-Computers verhindern. Das Feature ist vollständig in das Windows-Betriebssystem integriert und einfach zu bedienen. Kommt die Verschlüsselung erstmalig zum Einsatz, unterstützt die Software bei der automatischen Erstellung eines Wiederherstellungsschlüssels. Administratoren von Windows-Domänen haben die Möglichkeit, Schlüssel im Active Directory zu speichern und sie dort zu managen.
BitLocker kann in Windows über die Systemsteuerung oder den Datei-Explorer aktiviert beziehungsweise deaktiviert werden.
Ist die Geräteverschlüsselung mit BitLocker nicht automatisch aktiviert, gehen Sie wie folgt vor:
1. Melden Sie sich bei Windows mit einem Administratorkonto an.
2. Wählen Sie in der Einstellungsapp auf Ihrem Windows-Gerät den Punkt „Datenschutzsicherheit“ und von der dort den Punkt „Geräteverschlüsselung“. Hinweis: Wenn die Geräteverschlüsselung nicht angezeigt wird, ist sie auf Ihrem Gerät nicht verfügbar, oder Sie sind möglicherweise mit einem Standardbenutzerkonto angemeldet.
3. Verwenden Sie die Umschaltfläche, um die Geräteverschlüsselung zu aktivieren. Über diese Umschaltfläche können Sie BitLocker auch wieder deaktiveren.
Es gibt auch noch einen anderen Weg, um BitLocker zu aktivieren oder zu deaktivieren:
1. Geben Sie „Manage BitLocker“ in die Suchleiste der Taskleiste ein, und drücken Sie die Eingabetaste. Dadurch wird ein Fenster der Systemsteuerung geöffnet.
2. Wählen Sie dann „BitLocker aktivieren“ oder „BitLocker deaktivieren“ für das Laufwerk aus.
3. Wenn Sie aufgefordert werden, den BitLocker-Wiederherstellungsschlüssel einzugeben, geben Sie den 48-stelligen Wiederherstellungsschlüssel ein, um das Laufwerk zu entsperren, und aktivieren/deaktivieren Sie dann BitLocker. Um Ihren BitLocker-Wiederherstellungsschlüssel zu finden, melden Sie sich hier mit Ihrem Microsoft-Konto an. Es kann einige Zeit dauern, bis das Laufwerk ver- beziehungsweise entschlüsselt ist.
Sollte die Geräteverschlüsselung mit BitLocker nicht verfügbar sein, kann dies verschiedene Gründe habe. Microsoft bietet einen Weg, um zu ermitteln, warum dies so ist:
1. Geben Sie in der Startleiste „Systeminformationen“ ein und klicken Sie mit der rechten Maustaste in der Ergebnisliste auf „Systeminformationen“. Wählen Sie dann „Als Administrator ausführen“ aus.
2. Suchen Sie in der „Liste Systemzusammenfassung – Element“ nach dem Wert Unterstützung für „automatische Geräteverschlüsselung“ oder „Geräteverschlüsselungsunterstützung“. Der Wert beschreibt den Status der Unterstützung für die Geräteverschlüsselung.
Erfüllt die Voraussetzungen: Die Geräteverschlüsselung ist auf Ihrem Gerät verfügbar.
TPM kann nicht verwendet werden: Ihr Gerät verfügt nicht über ein Trusted Platform Module (TPM), oder das TPM ist im BIOS oder in der UEFI nicht aktiviert.
WinRE ist nicht konfiguriert: Auf Ihrem Gerät ist die Windows-Wiederherstellungsumgebung nicht konfiguriert.
BitLocker für Wechseldatenträger
Für Wechseldatenträger existiert BitLocker To Go. Mit dem Feature ist die Verschlüsselung von USB-Sticks, externen Festplatten oder Speicherkarten möglich. Unterstützt werden die Dateisysteme NTFS, FAT16, FAT32 und exFAT.
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