Definition DHCP Was ist das Dynamic Host Configuration Protocol?

Aktualisiert am 27.01.2026 Von Dipl.-Ing. (FH) Stefan Luber 3 min Lesedauer

DHCP ist ein standardisiertes Kommunikationsprotokoll, mit dem sich den Clients eines TCP/IP-Netzwerks automatisch ihre Netzwerkkonfiguration inklusive IP-Adressen und DNS-Server zuweisen lässt. Die Verwaltung und Zuweisung der IP-Konfigurationen übernimmt ein DHCP-Server. Für IPv6 gibt es ein ebenfalls standardisiertes DHCPv6 mit vergleichbarer Funktionalität wie DHCPv4.

Das Dynamic Host Configuration Protocol ist im Netzwerk für die automatische Zuweisung der IP-Netzwerkkonfiguration zuständig. (Bild:  @alemedia via Canva: Visual Suite for Everyone)
Das Dynamic Host Configuration Protocol ist im Netzwerk für die automatische Zuweisung der IP-Netzwerkkonfiguration zuständig.
(Bild: @alemedia via Canva: Visual Suite for Everyone)

Das Akronym DHCP steht für Dynamic Host Configuration Protocol. Es handelt sich um ein in mehreren RFCs standardisiertes Kommunikationsprotokoll, mit dem sich den Clients eines TCP/IP-basierten Netzwerks automatisiert ihre Netzwerkkonfiguration zuweisen lässt. Der maß­geb­liche Standard für das Protokoll ist RFC 2131 aus dem Jahr 1997. Zugewiesene Konfigurations­pa­ra­meter sind beispielsweise IP-Adresse, Netzwerkmaske, Default-Gateway, DNS-Server und andere Einstellungen. Die Verwaltung und Zuweisung der IP-Konfigurationen übernimmt ein DHCP-Server. Er kann beispielsweise auf einem Rechner als Softwarefunktion ausgeführt oder in einem Netzwerkgerät wie einem Router integriert sein.

Das Dynamic Host Configuration Protocol macht die zeitaufwendige manuelle IP-Konfiguration der Clients überflüssig und ermöglicht die Zentralisierung von IP-Administrationsaufgaben. Alle gängigen Betriebssysteme unterstützen das Dynamic Host Configuration Protocol. Ent­standen ist DHCP ursprünglich im Jahr 1993 aus dem schon 1985 entwickelten und im RFC 951 standardisierten Bootstrap-Protokoll (BOOTP). DHCP ist mit BOOTP mit einigen Einschränk­ungen nach wie vor kompatibel. Auf der Transportebene nutzt das Dynamic Host Configuration Protocol das verbindungslose UDP (User Datagram Protocol). Dem Protokoll sind die UDP-Ports 67 (Server) und 68 (Client) zugewiesen. Für IPv6 gibt es die Protokollvariante DHCPv6 mit ver­gleichbarer Funktionalität wie DHCPv4, auch wenn prinzipiell die Möglichkeit einer vollständig automatischen Selbstkonfiguration eines IPv6-Hosts besteht.

Prinzipielle Funktionsweise des Dynamic Host Configuration Protocol

Ein DHCP-Client fordert eine IP-Konfiguration an, indem er eine Discover-Nachricht an den DHCP-Server sendet. Der Server antwortet mit einem Angebot, das eine zugewiesene IP-Adresse und weitere Einstellungen enthält. Nach der Bestätigung durch den Client sendet der Server eine Bestätigungsnachricht, die die Netzwerkkonfiguration abschließt.(Bild:  Dall-E / Vogel IT-Medien GmbH / KI-generiert)
Ein DHCP-Client fordert eine IP-Konfiguration an, indem er eine Discover-Nachricht an den DHCP-Server sendet. Der Server antwortet mit einem Angebot, das eine zugewiesene IP-Adresse und weitere Einstellungen enthält. Nach der Bestätigung durch den Client sendet der Server eine Bestätigungsnachricht, die die Netzwerkkonfiguration abschließt.
(Bild: Dall-E / Vogel IT-Medien GmbH / KI-generiert)

Das Dynamic Host Configuration Protocol arbeitet verbindungslos nach dem Client-Server-Prinzip. Clients fordern ihre IP-Kon­figurationsdaten bei einem DHCP-Server an. Der Server verwaltet die Daten und ist für deren Zuteilung zuständig. Die Zuteilung der Netzwerk­kon­fi­guration erfolgt statisch, automatisch oder dynamisch. Die Server­funktion kann als Softwarefunktion in einem Rechner oder auf einer Netzwerkkomponente wie einem Router (zum Beispiel einem DSL-Internetzugangsouter) integriert sein. In großen Netzwerken sind DHCP-Server teilweise als separate Server realisiert.

Benötigt ein Client eine Netzwerk­kon­fi­guration, schickt er eine DHCP-Discover-Nachricht mit der Absenderadresse 0.0.0.0. als Broadcast-Nachricht. Ein DHCP-Server wartet auf dem UDP-Port 67 auf solche Nachrichten. Erhält er eine Discover-Nachricht, sendet er eine Offer-Nachricht mit seiner eigenen IP-Adresse und der dem Client zugewiesenen IP-Adresse sowie weiteren Einstellungen wie die Subnetzmaske. Die Auswahl der IP-Adresse basiert bei einer statischen Zuweisung beispielsweise auf der vom Client erhaltenen MAC-Adresse und einer zuvor erstellten Zuordnungstabelle.

Auf diese Offer-Nachricht antwortet der Client mit einem DHCP-Request als positive Rück­mel­dung. Der Server bestätigt die Request-Nachricht mit einer Acknowledgement-Nachricht, in der er noch weitere Konfigurationsparameter wie DNS-Server, NTP-Server, WINS-Server, SMTP-Server und anderes enthalten sein können. Die Acknowledgement-Nachricht enthält auch eine Lease-Zeit, die den Client über die Gültigkeitsdauer der Netzwerkkonfiguration informiert. Der Client trägt alle erhaltenen Daten in seine Netzwerkkonfiguration ein und verwendet sie anschließend über die gewährte Lease-Zeit für die IP-Kommunikation. Nach der Hälfte der Lease-Zeit muss eine Erneuerung angestoßen werden. Hierfür versendet der Client einen erneuten DHCP-REQUEST, den der Server mit einem Acknowledgement bestätigt. Läuft die Lease-Time der Netzwerkkonfiguration ohne eine Erneuerung aus, ist ein neuer Discover-Prozess zu starten.

Das Dynamic Host Configuration Protocol und IPv6

IPv6 benötigt prinzipiell kein DHCP. Es besteht die Möglichkeit einer vollständig automatischen Selbstkonfiguration eines IPv6-Hosts per Stateless Address Autoconfiguration (SLAAC). Den­noch gibt es auch für IPv6 ein standardisiertes Dynamic Host Configuration Protocol mit ver­gleichbarer Funktionalität wie DHCPv4. DHCPv6 ist seit 2003 im RFC 3315 spezifiziert. Das Protokoll kann autark oder gemeinsam mit IPv6 Stateless Address Autoconfiguration ver­wen­det werden. Abweichend zur IPv4-Variante werden die UDP-Ports 546 (Client) und 547 (Server) genutzt.

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