Disaster Recovery beschäftigt sich mit der Wiederaufnahme des IT-Betriebs nach einem Störungs- oder Katastrophenfall. Die Disaster Recovery Planung beinhaltet verschiedene Maßnahmen, um beispielsweise IT-Infrastrukturen oder wichtige Daten wieder herzustellen.
Disaster Recovery umfasst die Wiederherstellung von Daten, Dateien und Services nach Störungen wie Bedienungsfehlern, Defekten, Stromausfällen, Feuer und Naturkatastrophen.
(Bild: vm via Getty Images)
Disaster Recovery umfasst Strategien, um Daten und IT-Infrastrukturen nach einem Katastrophenfall wiederherzustellen. Solche Störungen können auf unterschiedliche Art verursacht sein wie durch Naturkatastrophen, Hardware- und Strukturausfälle oder Bedienungsfehler. Doch auch infolge eines Hackerangriffs kann es sein, dass Unternehmen eine Wiederherstellung einleiten müssen. Ziel der Recovery ist es, die negativen Auswirkungen für ein Unternehmen so gering wie möglich zu halten. Im Rahmen von Disaster Recovery werden beispielsweise Server, Netzwerke, Telefonanlagen oder Datenspeicher wiederhergestellt.
Doch die Recovery ist nicht nur für komplexe Systeme relevant, sondern auch für das Betriebssystem. Für viele Unternehmen ist es essenziell, Windows wiederherstellen zu können. Wer Windows 10 nach einem Vorfall wieder herstellen möchte, benötigt entweder ein aktuelles Backup, einen Systemwiederherstellungspunkt oder ein Wiederherstellungsmedium. Im Idealfall wird dieser Vorgang durch automatisierte Prozesse im Rahmen des Disaster Recovery Plannings ergänzt.
Der deutsche Begriff für Disaster Recovery lautet Notfall- oder Katastrophenwiederherstellung. Oft werden die Begriffe Disaster Recovery und Business Continuity alternativ verwendet. Allerdings ist Business Continuity umfassender, da es bei Business Continuity nicht nur um die Wiederherstellung von IT-Services, sondern um die Aufrechterhaltung kritischer Geschäftsabläufe im Allgemeinen geht. Der Schwerpunkt von Business Continuity liegt somit mehr auf der Sicherstellung der Geschäftstätigkeit. Technische Maßnahmen, die für die Notfallwiederherstellung zum Einsatz kommen, sind Redundanzen, Bereitstellung von Ersatzhardware und Datensicherungen. Sie sollen sogenannte Single Point of Failures der IT vermeiden.
In einem Disaster Recovery Plan sind die Maßnahmen, Verfahren und Vorgaben aufgeführt, wie in einem Störungsfall zu reagieren ist, um die Auswirkungen auf das Unternehmen zu minimieren. Die in dem Notfallplan zusammengefassten Maßnahmen sind so beschrieben, dass sie Schritt für Schritt durch die Verantwortlichen abzuarbeiten sind. Ebenfalls Bestandteil des Plans sind Meldewege, Eskalationsstufen und Definitionen der Verantwortlichkeiten im Katastrophenfall.
Konkret gehören in einen Disaster Recovery Plan folgende Inhalte:
1. Ziele und Geltungsbereich: Definition von Zielsetzung, Umfang und Anwendungsbereich des Plans sowie Abgrenzung zu Business Continuity Management (BCM)
2. Kritische Systeme und Geschäftsprozesse: Identifikation geschäftskritischer IT-Assets sowie Definition von Recovery Time Objective (RTO) und Recovery Point Objective (RPO)
3. Rollen und Verantwortlichkeiten: Benennung des Disaster-Recovery-Teams, Eskalationswegen und klaren Kommunikationsstrukturen
4. Wiederherstellungsstrategien: Verfahren zur Daten- und Systemwiederherstellung festlegen, Backups nutzen und Ausweichstandorten oder Cloud-Ressourcen bereitstellen
6. Kommunikationsplan: Interne und externe Kommunikationswege im Krisenfall vorbereiten sowie Zuständigkeiten für Kunden-, Medien- und Behördenkommunikation festlegen
7. Test und Überprüfung: Regelmäßige Tests, zum Beispiel Tabletop oder Simulationen sowie Dokumentation und Lessons Learned
8. Wartung und Aktualisierung: Verfahren zur regelmäßigen Pflege und Aktualisierung des Plans etablieren sowie Anpassung bei System- oder Prozessänderungen
Das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) bietet auf seiner Webseite einen Maßnahmenkatalog zum Notfallmanagement an. Dieser kann als Vorlage für einen Disaster Recovery Plan dienen. Der Katalog enthält einer Leitlinie zum Notfallmanagement sowie Hilfe bei der Entwicklung eines Notfallvorsorgekonzeptes und eines Notfallhandbuches. Gerade für kleine und mittelständische Unternehmen ist diese Disaster-Recovery-Plan-Vorlage zum Einstieg in das Notfallmanagement und Datenwiederherstellung gut geeignet.
Ein Disaster Recovery Test ermöglicht die Überprüfung der Wirksamkeit des Disaster Recovery Plannings. So lässt sich sicherstellen, dass bei einem Störfall die verschiedenen Maßnahmen und Verfahren des Notfallplans tatsächlich die Wiederherstellung der IT-Services ermöglichen. Die Disaster Recovery Tests sind in regelmäßigen Abständen durchzuführen. Ergebnisse aus den Katastrophenübungen fließen bei Bedarf in die Maßnahmen, Vorgaben und Verfahren ein. Die regelmäßigen Überprüfungen halten die Pläne auf dem aktuellen Stand und schulen die Mitarbeiter für den Notfall und die durchzuführenden Tätigkeiten.
Wichtige Kennwerte der Notfallwiederherstellung sind Recovery Time Objective (RTO) und Recovery Point Objective (RPO). Doch was ist der Unterschied zwischen RTO und RPO?
RTO (Recovery Time Objective)
RPO (Recovery Point Objective)
Definition
Maximale Zeitspanne, in der ein System nach einem Ausfall wiederhergestellt sein muss
Maximal tolerierbarer Datenverlust in Zeit – gemessen vom Zeitpunkt des Ausfalls rückwärts
Fokus
Systemverfügbarkeit
Datensicherheit / Datenkonsistenz
Beispiel
Ein Webshop soll spätestens zwei Stunden nach Systemausfall wieder erreichbar sein
Es dürfen maximal die letzten 15 Minuten an Bestellungen verloren gehen
Technische Maßnahmen
Failover-Systeme, Hochverfügbarkeitslösungen
Backup-Intervalle, Replikation, Snapshots
RTO gibt also Auskunft darüber, wie lange ein System oder ein Service ausfallen darf. Es handelt sich um die Zeit zwischen dem Auftreten des Ausfalls und der Wiederherstellung des Services oder Systems. Zeiträume können zwischen wenigen Sekunden und mehreren Tagen oder Wochen liegen. RPO beantwortet die Frage, wie viel Datenverlust hinnehmbar ist. Es handelt sich um den Zeitraum der zwischen zwei Datensicherungen liegen darf. Je niedriger die RPO, desto weniger Daten gehen bei einem Ausfall verloren. Im Rahmen des DRPs sind die Werte für RPO und RTO für die verschiedenen IT-Services zu definieren.
Was ist Disaster Recovery as a Service?
Disaster Recovery as a Service (DRaaS) ist ein Cloud-basiertes Angebot, das Unternehmen ermöglicht, ihre geschäftskritischen IT-Systeme im Falle eines Ausfalls schnell und automatisiert wiederherzustellen – ohne eigene Hardware oder komplexe Notfallinfrastruktur vorhalten zu müssen. Ein Provider repliziert die Anwendungen, Daten und Konfigurationen kontinuierlich in ein sekundäres Rechenzentrum und übernimmt im Ernstfall das Failover-Management. DRaaS ist ein zentraler Baustein des Disaster Recovery Plannings, insbesondere für hybride oder vollständig virtualisierte IT-Landschaften.
Stand: 08.12.2025
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Dabei liegen die Vorteile von Disaster Recovery as a Service auf der Hand: geringer Kapitalaufwand, schnelle Wiederanlaufzeiten (RTO), skalierbare Ressourcen sowie reduzierte Komplexität im Krisenfall. IT-Teams profitieren von klar definierten Service Level Agreements (SLA), automatisierten Disaster Recovery Tests und hoher Flexibilität bei sich verändernden Anforderungen. Dies ist gerade für kleine und mittelständische Unternehmen interessant, die oft selbst nur wenig Know-how und Ressourcen für eigene Notfallmaßnahmen und -strukturen besitzen.
Die derzeit wichtigsten Anbieter von Disaster-Recovery-Lösungen und DRaaS sind Zerto, Acronis, Veeeam, VMware, Rubrik und Datto. Darüber hinaus gibt es auch deutsche Unternehmen, die Angebote für die Disaster Recovery im Portfolio haben, zum Beispiel Ionos, Telekom und Plusserver.