SASE ist ein modernes Architekturkonzept, das WAN-Services und Security-Funktionen als eine kombinierte Cloud-basierte Lösung bereitstellt, wobei die Security-Funktionen am Netzwerkrand wirken. Somit löst SASE zentralisierte Sicherheitskonzepte ab.
SASE ist eine Kombination von WAN-Services und Edge-Security-Funktionen in der Cloud.
(Bild: Engin_Akyurt / Pixabay)
Die Abkürzung SASE steht für Secure Access Service Edge, auf Deutsch – und etwas umständlicher – den sicheren Zugangsdienst über den Netzwerkrand. Es handelt dabei sich um ein Architekturkonzept, das WAN-Services und Sicherheitsfunktionen zu einer einheitlichen Cloudnativen Lösung kombiniert. Der Begriff SASE wurde geprägt von Gartner-Analysten im Jahr 2019.
Der Grundgedanke von Secure Access Service Edge ist, dass das Unternehmensrechenzentrum nicht mehr das Zentrum der Architektur bildet. Denn Unternehmen nutzen neben eigenen Rechenzentren eine Vielzahl an cloudbasierten Services und Internetdiensten. Sicherheits-Policies lassen sich zentral definieren, wirken aber lokal am Netzwerkzugang (Edge). Die Security-Richtlinien sind auf Identitäten und Kontext bezogen. Die WAN-Infrastruktur ist softwaredefiniert. Sie lässt sich flexibel bereitstellen und anpassen. Übertragene Daten können entsprechend ihrer Dringlichkeit oder Wichtigkeit priorisiert werden. Die Zugriffe auf Services und Anwendungen erfolgen immer über die Cloudinfrastruktur des Providers. Am Point of Presence (PoP) wird der Verkehr überprüft und in das globale SASE-WAN oder in das Internet geleitet.
Als Leader im Bereich SASE nennt Gartner im Juli 2024 Palo Alto Networks, Cato Networks und Netskope.
(Bild: Gartner)
Hersteller, die sich auf SASE spezialisiert haben, sind unter anderem Netskope, Versa Networks, Cisco, Palo Alto Networks, Cato Networks, VMware und Fortinet.
Merkmale und Funktionen von SASE
Zentrale Bestandteile von SASE-Lösungen können sein:
SD-WAN und Security-Services wie Secure Web Gateway (SWG), Firewall as a Service (FWaaS), Zero Trust Network Access (ZTNA)
Firewall as a Service (FWaaS)
Zero Trust Network Access (ZTNA)
sicheres DNS und Cloud Access Security Broker (CASB)
Somit löst SASE zentralisierte Netzkonzepte und Sicherheitslösungen mit einem einzigen Unternehmensrechenzentrum und dediziertem Equipment durch Secure Service Edge (SSE) zugunsten eines Cloudbasierten, dezentralen Architektur- und Sicherheitskonzepts ab. Dabei sind die wichtigsten Merkmale von Secure Access Service Edge
eine Cloudnative Architektur,
die Bereitstellung eines globalen SD-WAN-Services über ein privates SASE-Backbone und verteilte PoPs,
verteiltes Policy Enforcement,
zentrales Policy Management,
Verschlüsselung des Traffics,
umfangreiche Schutzfunktionen beispielsweise gegen DDoS-Angriffe oder Malware,
identitäts- und kontextgetriebene Zugangskontrollen,
integrierte DNS-Dienste sowie
integrierte DNS-Dienste und lokale Bereitstellungsoptionen für Customer Premises Equipment (CPE)
„Von der Vielzahl von Bedrohungen kann SASE all das abfedern, was den Kommunikationsweg zwischen den Endgeräten und dem Internet/SaaS einerseits, und den den unternehmenseigenen Applikationen anderseits passiert“, erläutert Christoph Schuhwerk, CISO in Residence bei Zscaler. „Eine SASE-basierte Sicherheitsplattform funktioniert weltweit und cloudbasiert und nutzt primär die Identität als Zugriffsmerkmal. Um in einer modernen SASE-Umgebung die Usability sicherzustellen, braucht es auch spezielle Funktionen für Monitoring und Fehlersuche, um schnell zu erfassen wo Performance verloren geht oder Verbindungsprobleme auftreten.“
Doch nicht nur amerikanische Hersteller vertreiben SASE-Angebote. Auch die Deutsche Telekom bietet Services in diese Richtung an. Thomas Tschersich, Sicherheitschef der Telekom, sagt: „Klassische Netze sind den heutigen Security-Anforderungen kaum mehr gewachsen. Schutz für den zentralen Netzzugang allein reicht nicht. Sicherheit muss dezentral arbeiten – überall dort, wo Angriffe möglich sind. Die Telekom fordert daher ein Umdenken beim Design von Firmennetzen. Burggraben und Zugbrücke haben in der Cyberabwehr ausgedient. Hacker haben heute mehr Einfallstore. Wir müssen unsere Security-Maßnahmen an jede Tür bekommen. Unternehmen steht daher ein grundlegender Umbau ihrer Netzwerke zu einer SASE-Architektur bevor.“
SASE und KI
Auch KI spielt in SASE-Lösungen eine wichtige Rolle, um den Cyberbedrohungen von heute gewachsen zu sein. Thomas Boele, Regional Director Sales Engineering bei Check Point, nennt Bereiche, in denen das Architekturkonzept von Künstlicher Intelligenz profitiert:
Verbesserte Sicherheit: Echtzeit-Erkennung von Cyberbedrohungen und automatische Reaktion
Optimierte Performance: KI-basierte Routing-Entscheidungen reduzieren Latenz und Engpässe
Zero-Trust-Automatisierung: Dynamische, kontextbasierte Zugriffskontrolle für maximale Sicherheit
Effizienzsteigerung: Weniger manuelle Regeln und optimierte Sicherheitsrichtlinien
Laut Haider Pasha, CSO EMEA & LATAM bei Palo Alto Networks, ist KI in SASE ein echter Game-Changer: „Eine der wichtigsten Erkenntnisse aus meiner Arbeit als CSO: Sicherheitsteams müssen von reaktivem zu prädiktivem Handeln wechseln. KI ist der Schlüssel für diesen Wandel – und in der Cybersicherheit unumgänglich. Angesichts der schieren Masse und Komplexität heutiger Angriffe ist eine manuelle Bedrohungserkennung unmöglich. Meine Erfahrung zeigt: Unternehmen, die ausschließlich auf von Menschen geleitete Sicherheitsmaßnahmen setzen, hinken stets hinterher.“
Kurz nach der Einführung von Secure Access Service Edge stellte Gartner Secure Service Edge vor. Doch was ist der Unterschied zwischen SASE und SSE? Grundsätzlich ist SSE ein Teilaspekt von SASE und für den sicheren Zugriff innerhalb der Architektur zuständig. Doch Secure Service Edge kann auch getrennt von SASE eingesetzt werden. Und ist dann für Unternehmen ideal, die ihre Sicherheitsarchitektur in die Cloud verschieben wollen, ohne die Netzwerkinfrastruktur komplettt umzubauen.
SASE
SSE
Definition
Ganzheitliches Framework, das Netzwerk- und Sicherheitsdienste in einer Cloudbasierten Architektur integriert.
Fokus auf Sicherheitsdienste, die in einer Cloud-Umgebung bereitgestellt werden.
Komponenten<
Netzwerkdienste wie SD-WAN sowie Sicherheitsdienste wie Secure Web Gateway oder Zero Trust Network Access
Sicherheitsdienste wie SWG, ZTNA oder Cloud Access Security Broker
Einsatz
In Unternehmen, die eine komplette Integration von Netzwerk und Sicherheit in einer Cloud-Architektur anstreben.
In Unternehmen, die den Schwerpunkt auf Sicherheitsdienste legen, ohne ihre Netzwerkinfrastruktur zu verändern.
Flexibilität
Komplettes Framework, das Netzwerkinfrastruktur und Sicherheitslösungen zusammenführt.
Modular, kann in bestehende Architekturen integriert werden.
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