Antivirenprogramme und Virenscanner schützen Computer vor schädlicher Software. Dies können beispielsweise Trojaner, Würmer, Spyware und andere Malware sein. Die Antivirus-Software ist in der Lage, Schadsoftware zu erkennen, zu blockieren und zu beseitigen.
Virenscanner und Antiviren-Software helfen, Computer vor schädlicher Software oder Code zu schützen, die darauf abzielen, Geräte oder Daten zu beschädigen
(Bild: Kaspars Grinvalds via Canva)
Virenscanner, oft auch Malware-Scanner genannt, lassen sich abhängig von ihrer Funktion in verschiedene Typen unterscheiden. Gebräuchlich ist die Unterteilung in:
Echtzeitscanner
Manuelle Scanner
Onlinescanner
Echtzeitscanner sind auf einem Computer im Hintergrund aktiv. Sie arbeiten unter dem Betriebssystem Windows als Systemdienst und unter Unix als Daemon. Die Antivirus-Software verrichtet ihre Arbeit in Echtzeit und scannt ständig die ausgeführten Programme, den Datenverkehr des Rechners und den Arbeitsspeicher. Immer wenn der Rechner auf Programme, Speicher- oder Onlinedaten zugreift oder Dateien speichert und verändert, sucht das Antivirenprogramm nach verdächtigen Daten. Wird die Signatur einer Schadsoftware erkannt, blockiert das Antivirenprogramm den weiteren Zugriff auf die betroffenen Daten. Die Anwender haben anschließend in der Regel die Wahl, ob sie die Datei in ein Quarantäneverzeichnis verschieben, sie löschen oder reparieren.
Manuelle Scanner starten auf manuelle Anforderung des Anwenders oder automatisch zeitgesteuert. Nach dem Start untersucht die Antivirus-Software die Daten auf dem Rechner nach schädlicher Software. Werden Signaturen erkannt, können manuelle Scanner die betroffenen Dateien löschen, in Quarantäne verschieben oder reinigen. Einige manuellen Scanner fehlt die Funktion der Virusentfernung. Sie können nur Schadsoftware finden, aber nicht beseitigen.
Onlinescanner laden die Viren-Signaturen und ihren Programmcode online über das Internet oder ein anderes Netzwerk. Um die Daten auf dem Rechner zu prüfen, erfordern sie eine Online-Verbindung. Häufig werden diese Scanner zusätzlich zu fest installierten Virenprogrammen ausgeführt, um bei verdächtigen Aktionen eine zweite unabhängig Meinung einzuholen.
Im Umfeld der Antivirus-Software fällt oft der Begriff Scanengine. Bei der Scanengine handelt es sich um einen elementaren Teil des Antivirenprogramms. Die Engine ist für die eigentliche Untersuchung der Daten des Computers zuständig und maßgeblich für die Effizienz des Antivirenprogramms verantwortlich.
Bei der Arbeitsweise der Virenscanner kann zwischen reaktiv und proaktiv unterschieden werden. Reaktiv arbeitende Programme können Schädlinge erst erkennen, wenn der Hersteller eine Signatur für die entsprechenden Schadsoftware bereitstellt. Es ist daher erforderlich, die Signaturen ständig aktuell zu halten. Bei neuer Malware kann es unter Umständen eine gewisse Zeit dauern, bis eine Signatur zur Verfügung steht. Bis dahin kann der reaktive Scanner die Schadsoftware nicht erkennen.
Proaktive Virenscanner erkennen Malware nicht anhand von Signaturen, sondern untersuchen Programme nach bestimmten Merkmalen (Heuristik). Sie sind theoretisch in der Lage, neue unbekannte Viren alleine aufgrund Ihres Verhaltens zu erkennen. Allerdings haben heuristische Scanner unter Umständen eine erhöhte Quote an Fehlalarmen.
Ansatz
Erkennungsmethode
Eigenschaften
Reaktive Antivirus-Software
Signaturen bekannter Malware
Sehr zuverlässig bei bekannten Bedrohungen geringe Fehlalarmquote benötigt aktuelle Signaturen
Proaktive Antivirus-Software
Heuristik und Verhaltensanalyse
Erkennt auch neue unbekannte Malware erhöhte Fehlalarmquote möglich
Moderne Antivirus-Software
Doch moderne Antivirenlösungen gehen weit über klassische Signatur- und Heuristikverfahren hinaus. Aktuelle Systeme nutzen KI und Machine Learning zur Verhaltensanalyse, erkennen Anomalien in Echtzeit und blockieren Angriffe bevor Schadcode ausgeführt wird. Ergänzend integrieren EDR und XDR Technologien Telemetriedaten aus Endpunkten, Identitäten, Cloud Diensten und Netzwerken, um komplexe oder dateilose Angriffstechniken wie Ransomware oder Living off the Land effektiv zu erkennen. Viele Unternehmen setzen zudem auf Cloud Sandboxen, automatisierte Bedrohungsanalysen und Managed Detection and Response, um Schutzmechanismen kontinuierlich anzupassen und Zero Trust Vorgaben einzuhalten.
Was ist die EICAR-Datei zum Test von Antivirus-Software?
Die Abkürzung EICAR steht für European Institute for Computer Anti-Virus Research e.V. Es handelt sich um einen gemeinnützigen Verein, der Antivirensoftware und die Erforschung von Computerviren verbessern möchte. Der Verein stellt die selbst entwickelte EICAR-Testdatei zum Prüfen von Antivirenprogrammen zur Verfügung. Die Datei verursacht auf einem Computer keinen Schaden, wird aber von Virenscannern als Virus erkannt. Es lässt sich mit Hilfe der Datei schnell prüfen, ob das auf dem Rechner installierte Antivirenprogramm einwandfrei arbeitet.
Stand: 08.12.2025
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